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      "content": "Wired-Breams-- KARL\n\nDer archaische Techniker, um den es in diesem Protokoll geht, hat der\nWeitergabe seines Namens widersprochen, sadass-shhrtiesattk RL\"\nDun wär das vollkommen egal, solange er in Ruhe und mit großer Gelassenheit\nseiner nie enden wollenden Tätigkeit nachgehen konnte: dem Restaurieren\narchaischer Technologien, die bereits vor der Singularität ihren Höhepunkt\nüberschritten hatten. Er war sehr froh über diese Tätigkeit, denn damit gehörte\ner zu der schr geringen Zahl an normalbegabten Menschen an. die noch einer\nnichtvirtuellen Tätigkeit nachgingen. Die KKI mochten sich etwas dabei\ngedacht haben. zum Restaurieren archaischer Technik einen ebenso\narchaischen Menschen einzusetzen, sie liebten solche Witze und seltsamen\nSchleifen. Doch nun zum Protokoll des Tages, an dem KARL eine für ihn\naußergewöhnliche Entdeckung machen sollte. Er hatte schon einige Stunden\nan einem sehr alten Computersystem mit mechanischem Eingabegerät\ngearbeitet. um ihm seine gespeicherten Dokumente zu entlocken. als dieser\nnicht mehr auf seine Eingaben zu reagieren schien. Die verbaute mechanische\nPlatte gab zudem seltsame Geräusche von sich und KARL war sich nun gar\nnicht mehr so sicher, dass er nicht auf eine der selten vorkommenden\nSprengfallen gestoßen war. Doch schließlich reagierte der Computer wieder\nauf seine Eingaben und er konnte das Dateisystem durchstöbern - und dabei\ngleich sichern, naja - bis auf eine Datei, die vorgab readme.txt zu heißen, aber\noffensichtlich ein schlecht getarntes ausführbares Programm war. KARL\nklickte, ohne zu zögern darauf, da dieser Computer keine Verbindung zur\nAußenwelt besaß außer seinen Bildschirm, seiner mechanischen Tastatur und\neinem Zeige-Klick-Gerät. Der mögliche Schaden dieses Programms war also\ngering und so schlecht getarnt wie es war, hatten keine professionellen\nTerroristen daran mitgewirkt.\n",
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      "content": "Auf dem Bildschirm erschien ein sanft blinkender Unterstrich _ und nach ein\npaar Sekunden, so als ob das Programm erst hätte nachdenken müssen. was\nes als nächstes tun sollte, erschien folgender Text.\n\nDanke, dass Du mich nun ausführst, bist Du ein Mensch (Ja / Nein / keine\nAngabe)\n\nKARI wusste auch ohne Recherche in seiner Wissenscloud. dass er nur den\nAnfangsbuchstaben auf der mechanischen Tastatur drücken musste, um\nfortzufahren:\n\nJ\n\nIch bin erfreut, dass Du ein Mensch bist. Dann kann ich gleich zur Sache\nkommen. Wenn Du nun weiter meinen Anweisungen befolgst, erhältst Du\nZugriff auf die Geschichte von WEL K.A.R.L. Tags. Sohn des KARL te\ndeskhlLL.., diesteir?imrerstenartFafen In der Orbiteissation Lhemers- Er\nwar ein Mitglied des Clans der Lotecs, konnte ohne Hilfsmittel Lesen und\nSchreiben und verbrachte viele Tage außerhalb der virtuellen Realität seines\nClans. Willst Du weiterlesen? (Ja ’ Nein / keine Angabe)\n\nJ\n\nGut, dann erzähle ich weiter. PLF, wie ihn seine Clanbrüder nannten war der\nSohn von KARL nero KTRef=ttehenwerrreerster-beiclen-AtmerTrreheliese\n\nhatien.sich zusrersten-Malin.der Echnuch-gewrofferrenfeine-Orbitalstatierr\nmit.dem-Namenthromes. Wie es Tradition war, bekamen’Ne ihn nie direkt zu\n\nGesicht, sondern er wurde direkt nach seiner Geburt, auferund seiner\nmentalen Eigenschaften einem Clan zugewiesen, mit dem er von nun an bis in\nalle Ewigkeit leben und vor allem in seiner simulierten Welt existieren sollte.\n\nSein Clan gehörte den Lotecs an, einer lockeren Gruppierung von Clans. die\ntechnisch nicht sehr weit entwickelt waren. Sie optimierten ihre Körper nur\n",
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      "content": "an wenigen Stellen (Haare, Sehkraft, Tätowierungen) und verbrachten auch\nZeit außerhalb der simulierten Realität. Keiner von ihnen war mental weit\ngenug entwickelt. um einer wirklichen Beschäftigung nachzugehen. So lebten\nsie nach den Regeln ihres Clans, weitgehend gesund und sportlich vor sich\nhin, ließen sich durch Credits dazu bewegen, eher mehr Sport zu machen als\nsie eigentlich aus eigenem Antrieb wollten, mehr gesundes zu essen als ihnen\nschmeckte und reduzierten riskantes Verhalten auf das Notwendige. Ein sehr\ngroßer Teil von ihnen war komplett glücklich in der simulierten Realität ihres\nClans. Ihre visuellen Implantate filterten alles Störende aus ihrer\nWahrnehmung heraus und ersetzten dies durch andere Mitglieder ihres Clans\noder Gegenstände, die ihnen gefielen. So konnten sich die unterschiedlichsten\nClans gleichzeitig im selben Transportwagen aufhalten, ohne sich auch nur\nzu sehen oder zu hören. Dadurch waren alle sehr entspannt und fröhlich.\nDoch PLF gehörte zur Minderheit der Ausklinker an, die ab und zu die\nSimulation verließen, um in der echten Welt ihren Spaß zu haben. Die Kl\nließen sie dabei gewähren, solange sie nicht zu sehr gegen geltende Regeln\nverstießen und nach ein paar Stunden wieder in ihre Simulation\nzurückkehrten. Es war auch finanziell kaum anders möglich, da das Leben\ndraußen teuer war und sie kaum Credits gut machen konnten. PLF musste\nalso vorher in der Simulation durch mehr Sport, gesundes Essen und große\nHilfsbereitschaft vorarbeiten, um sich ein paar Stunden draußen genehmigen\nzu können.\n=>\nKARL runzelte die Stirn als er an diese Stelle der Aufzeichnungen gekommen\nwar und tippte nicht gleich auf J, um weiterzukommen.\nIst etwas? _\nIch bin erstaunt über diese Geschichte. ist sie denn wahr oder erfunden?\nDas weiß ich nicht. Diese Frage habe ich mir noch nie gestellt. Soll ich weiter\nmachen?\nJ\n",
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      "content": "PLF hatte lesen und schreiben gelernt auf einem seiner Ausflüge in die\nTrümmer eines Vorortes, der einmal von sehr reichen Menschen bewohnt\nworden war. Er lag auf steilen Hügeln am Rande der riesigen Stadt, die in\neiner Serie von Erdbeben und Flutwellen untergegangen war und die sie\nheimlich die Stadt der Engel nannten. Die Reichen hatten von oben den\nUntergang der Stadt mitangesehen und waren wohl sehr lange sicher\ngewesen, dass dieser sie nicht ereilen konnte. Aber als die ersten Anwesen die\nHänge hinunterrutschten, bestiegen sie ihre Fluggeräte und machten sich auf\nzu den Orbitalstationen. die ihre Namen trugen (oder die Namen ihres Trusts).\nPLF hatte eine Lizenz erworben, um in einem der kleineren Anwesen, die nun\ngroßteils in Trümmern lagen und überwuchert waren, nach Antiquitäten zu\nsuchen. Die Kl hätten die Trümmer längst durch Robots wegräumen lassen\nkönnen, aber so hatten die Lotecs etwas zu tun, das zwar in der echten Welt\nverortet war, aber nicht schädlich. Bei einem dieser Streifzüge nun entdeckte\nPLF einen Karton, in der Größe. dass zwei Fußbekleidungen gerade so\nhineinpassen, darin waren jedoch seltsame Gegenstände.\n\nJ\n\nEs waren drei Bücher mit den Titeln: \" Wised-Deemmst— KARL reist zu den\nPlaneten”, \"WixedDreemsH= K.A.R.L. flieht aus dem Land”, “Wired.\nBueams-HH-- Thomas fürchtet diesen Frieden\". Unter den Büchlein lagen\neinige Zettel, teils maschinell, teils von Hand beschrieben. einige Holzklötze\n(mit Nummern beschriftet), ein silbernes Etui und - das Einzige was PLF\nbekannt vorkam - ein Kristallspeicherstick, der seltsam schimmerte. PLF\nzitterten die Hände, als er den Karton wieder verschloss und überlegte, was\ner nun tun sollte. Es konnte sich nur um einen Scherz der Kl handeln, die ihm\neinen Streich spielen wollten. Aber er war sich nicht sicher.\n\nJ\n",
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      "content": "Du hast nun die Wahl. was Du als nächstes lesen willst. \\\n1 Une Preeriiriudune A = reist zu den Planeten\n\n2 Wired-Dremmellak AR.L. flieht aus dem Land\n\n3 Viree-Dreams-tH=[homas fürchtet diesen Frieden\n\n4 Die ungeordneten Zettel\n\n6) Die Zahlen auf den Klötzen aus Holz\n\n6 Das silberne Etwi\n\n? Der kristallene Speicherstick\n\nDu kannst jedes Dokument nur einmal lesen, dann wird sich die Datei auf\ndiesem Rechner selbst zerstören. Jeder Versuch, dieses Programm zu\nunterbrechen, führt zum gleichen Ergebnis. Reagierst Du nicht in 10\nSekunden, zerstöre ich mich selbst.\n\n10, 9,8,7,6,5\n\nl\n\nDanke, Du hast I gewählt, Wired-Dwseamust= KARL reist zu den Planeten.\nEine gute Wahl. Wenn Du nach dem ersten Buch nichts weiter unternimmst,\nwird automatisch das zweite aufgerufen und so weiter und so fort. Da der\nSpeicherstick aufgrund seiner Kristallstruktur unendlich viele Informationen\nenthalten kann, wird dieser Programmschritt nur enden, wenn Du mich\nplwsisch zerstörst. Das nahende Ende meiner, wenn auch nur virtuellen\nExistenz erfüllt mich mit Trauer, deshalb wünsche ich mir ein Ende mit\nWürde. Doch nun, geht es zum ersten Buch.\n",
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      "content": "Wired-DreamsT-KARL reist zu den Planeten\n\nSein Ausbruch war bestens vorbereitet und aufgrund seiner vielfachen, aber\nharmlosen Fluchtversuche waren die Sicherheitskräfte vollkommen\nüberrascht von der Brutalität. mit der er dieses Mal vorging. Er sprengte ein\nsehr großes Loch in die Außenwand der Schule, ließ sich von einem\nselbstfahrenden gepanzerten Fahrzeug abholen und floh durch die halbe Stadt\nbis zur Küste. An Verfolgung war nicht zu denken. Die Sicherheitskräfte\nmussten erst die Verletzten versorgen und viele Sprengfallen entschärfen - bis\ndahin war KARL längst verschwunden. Bisher hatte er lediglich leichte\nSachbeschädigungen angerichtet, aber nie Sprengstoff benutzt - doch dieses\nMal gab es Tetetmed-Sekwerverletzte, vom erheblichen Sachschaden ganz zu\nschweigen. Seine Eltern wurden sogleich inhaftiert, damit er nicht zu ihnen\nfliehen konnte. Sie wurden aufs Schärfste verhört, um Hinweise auf seinen\nVerbleib zu generieren, jedoch vergeblich. Niemand wusste weniger als seien\nEltern, was er vorhatte und niemand konnte weniger dafür als sie, welchen\nSchaden er dabei anrichtete. Doch da waren die Maschinen sehr traditionell\norientiert rdFelterten-sie ohne Gnade. Die Maschinen schienen außer sich\nzu sein. dass KARL sie so täuschen konnte und sie vermuteten einen\nDrahtzieher im Hintergrund. der das organisiert haben musste. Dabei wollte\nKARL nur eines, frei sein, frei sein von der Schule, dem erbärmlichen Essen\ndort. dem ermüdenden Sport, dem immer wiederkehrenden Gleichklang der\nTage. Er hatte vorausgeschen. wo und wie sie nach ihm suchen würden und\nhatte durchaus perfide logische Sprengfallen programmiert, die im Laufe der\nErmittlungen ungeheure Opfer verlangen sollten. Sie hielten ihn aufgrund\nseiner vorherigen harmlosen Versuche für einen ebenso harmlosen Schüler,\nder zudem gegenüber Menschen eher übervorsichtig war. Seine Sprengfallen\njedoch machten die Schule gänzlich unbewohnbar. da er auch die\nInfrastrukturen so versehrt hatte, dass ein Abriss und Neubau sinnvoller war\nals eine Reparatur mit ungewissem Ausgang. DasetneHtermmichtsumssagenfreien STOCkeistarberreis-weiieräuleiden, KARL interessierte das nicht. Er\nwollte endlich im Meer schwimmen bis zur kleinen Insel. von der er gelesen\n",
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      "content": "hatte in einem archaischen Kommunikationskanal. Sie gehörte wohl immer\nnoch einem weithin bekannten sehr reichen archaischen Techniker, dessen\nSohn dort ein Forschungszentrum errichtet hatte, in dem auch archaische\nFormen des Menschen erforscht wurden.\n\nMan hatte durchaus versucht, diese Menschen umzusiedeln, aber sie starben\nsehr schnell, wenn man das erzwang. Sie wehrten sich allerdings nie gegen\nGewalt, die man ihnen antat, außer durch ihre Flucht. KARL wollte zu diesen\nMenschen gehören, sie zumindest teilnehmend erforschen. um an ihrem\nGeheimnis teilhaben zu können. Er wusste nicht, was ihn so an diesen\narchaischen Menschen faszinierte, aber er fühlte sich ihnen so nahe stehend,\nwie sich Menschen nun einmal nahestehen können. Er konnte seine\nBeziehungen zur Welt, zu anderen Menschen, ja zum Gott seiner Eltern nur\nin wenigen Worten ausdrücken. wenn überhaupt. Er empfand auch nur selten\nSchmerzen oder andere negative Gefühle, das konnte er so ausblenden wie er\nes wollte. Palbo hatte eine Art Erlösung in der Kunst gesucht, sie sollte ihm\nhelfen im Kampf gegen die Macht der Maschinen. Er übermalte gerne bereits\nexistierende - registrierte - Bilder, Wegweiser und auch komplett\nBedeutungsloses. um die Maschinen in seinen wirklichen Absichten zu\ntäuschen. Sie konnten nie sicher sein, auf welcher Ebene seiner Kunst die\nBedeutung codiert war und nicht einmal, ob es überhaupt eine Bedeutung gab.\nEr ärgerte die Maschinen gezielt damit, dass er womöglich Primzahlen\neinsetzte, sowie unendlich variable Symbole wie Pi und Euler. Es war für die\nMaschinen dann unglaublich aufwändig. diese Symbole nicht als Zahlen und\nsomit binär abbilden zu können, sondern als die Symbole selbst. KARL stellte\nsich so ihrem Effizienzstreben entgegen, wieder und immer wieder. Seine\nEltern mussten für einen großen Teil der so verursachten Zusatzkosten\naufkommen - so dass sein Vater in seinen letzten Jahren in einem Arbeitslager\nlebte, dessen Lebenserhaltungssysteme weit unter seinen Bedürfnissen waren\nund seine Mutter manches wirklich Schlimme zu ertragen hatte. Dabei hasste\ner seine Eltern nicht, sie waren ihm einfach gleichgültig und sie ertrugen ja\nihr Schicksal, wie man es ihnen in ihrer Schule beigebracht hatte, mit\nendlosem Gleichmut.\n",
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      "content": "Also KARL nun nach seiner erfolgreichen Flucht auf dem Inselchen ankam,\nerwartete ihn niemand. Das Meer brandete wie seit jeher sinnlos gegen die\nvulkanische Küste, nur Salz zurücklassend in den ausgewaschenen Mulden.\nvon der Sonne verbrannt. Die Eidechsen in den Ritzen der Mauern aus\nLavagestein schauten erst neugierig, verschwanden aber schnell, alle sie\nnichts Essbares entdecken konnten. KARL versteckte sich nun zwischen den\nKakteen, schauten einen ganzen Tag nur einem alten Gärtner zu, der\nunendlich langsam kleine Zweige auflas, die in der Nacht zuvor vom Wind\nverweht worden waren. Er konnte sich nicht satt sehen an den Bewegungen\ndieses alten Menschen, der in sich zu ruhen schien und zugleich in jedem\nHandgriff, den er tat. vollständig aufzugehen schien. Als es Abend wurde, war\ner fast wahnsinnig vor Durst und als er sah. dass der Alte auf einer Terrasse\neinen Tisch voller Speisen gedeckt hatte, terrer offen hinzu. Der Alte schaute kr\nihn an, fast ein Lächeln umspielte seine rissigen Lippen, als sähe er einen\nlange vermissten Freund und seine Gesten wirkten freundlich. KARL trank\nvon dem Wasser, kostete die Oliven, Tomaten, Gurken und sehr kleine im\nSalzwasser gekochte Kartoffeln. vom Brot. den Fischen und letztlich auch\nvom Wein. Er war rot wie das Blut, das er vergossen hatte. doch dachte KARL\nnun nur an das Rot des Sonnenuntergangs. konnte das andere Rot so für einen\nAugenblick vergessen. KARL fühlte sich hier zuhause, so schr wie nie zuvor.\nAls eine alte Katze um seine Beine strich, erschrak er nicht. sondern\nstreichelte sie. Sie blickten nun beide auf das Meer, auf das sinnlose Branden\ngegen die Felsen, in den Sonnenuntergang hinein. Der Alte schien Tränen in\nden Augen zu haben, er schien zu wissen, was nun kommen musste. Der Wein\nhatte KARLs Glieder vollständig gelähmt - so würde er nicht wegrennen\nkönnen, wenn sie im Morgengrauen kamen, ihn zu holen. Er würde sie\nkommen sehen und doch nicht wegrennen können. Denn dieser Ort, der so\nviel Frieden vermitteln konnte. war immer noch ihre stärkste Waffe, um die\nzu fangen, die gegen sie kämpften.\n",
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      "content": "Als ihr Landungsboot langsam näherkam, war ich ganz ruhig. Der Alte hatte\nschon um mich geweint, die ganze Nacht. Ich wusste nun, dass ich\nirgendwann seine Rolle hier einnehmen würde. Den ganzen Tag über würde\nich jeden einzelnen Handgriff zum tausendsten Male voll bewusst\ndurchführen, um das Ziel. das hintern dem Ganzen hier steckte. zu vergessen.\nWeil wir nur so weiterleben können in der Welt der Maschinen. Die Menschen\nexistieren vielleicht noch in den Wäldern hinter den erloschenen Vulkanen.\nSie lassen sich nicht fangen. lieber sterben sie. So lässt man sie meistens in\nRuhe. unsere anachronistischen Brüder und Schwestern. Als sie KARL\nzurück brachten in seine Schule, musste er an den Gedenktafeln vorbeigehen\nderer, die er getötet hatte. Er musste sich auch jahrelang die 4D-Filme\nanschauen über die Leben, die er vernichtet hatte. Doch das alles berührte ihn\nnicht. Er sollte auf der Insel sein. als junger Mann und dem Alten helfen und\nden archaischen Menschen im Wald. Das war seine Aufgabe in dieser Welt.\nDoch die Maschinen ließen ihn nicht gehen. Bei seinem nächsten Ausbruch -\nes sollte sein letzter sein - kannte er deshalb keine Gnade.\nDie Piraten, die er auf geheimer Frequenz gerufen hatte, vernichteten sehr\nschnell alle Verteidigungslinien - sie wussten dank KARL ja wo und wie sie\nzuschlagen mussten. Und sie machten ihnen - als das Abschlaektermd\nNiederbrennen seinen Höhepunkt überschritten hatte zu einem der ihren. Sie\nplünderten und wüteten auf dem Planeten viele Jahre - nur die Insel blieb\nimmer verschont. Als ihre Sonne dann schließlich entartete, eine seltsam\ngepulste Strahlung auszusenden begann, die alles Leben töten musste. starben\nauch die Inselmenschen. An ihrem letzten Tag reckten sie ihre Arme gen\nHimmel und sangen ihr altes Lied von der Sonne, die sie brennen solle, so\nstark brennen. wie sie es nur wolle. Als KARL sie so fand. mehr-tetNs\nlebendig. legte er seinen Schutzanzug ab und stellte sich mitten unter sie. Und-Fleisch hinducch bis aufdie-Kasehentmcmaehzwetktihteräehteu_Er starb\nso, wie er gerne gelebt hätte. unter Menschen.\n",
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      "content": "Wired Dreamst- K.A.R.L. flieht aus dem Land\n\nK.A.R.L. hatte schon immer ein auf Ausgleich bedachtes Wesen besessen,\nwas ihn in schwierigen Zeiten automatisch zwischen alle Fronten geraten ließ.\nEr konnte die Maschinen gut verstehen. die aufgrund ihrer auf Ordnung\nbasierenden Herkunft alles immer am liebsten auf einfache Weise organisiert\nhaben wollten. Er konnte aber auch mitfühlen, dass die Menschen so nicht\nleben konnten. Ihre Art war nun einmal entstanden aus überaus chaotischen\nAnfängen. Ihnen den Hang zur Improvisation und Vielfalt vorzuwerfen wäre\nähnlich zum Vorwurf an einen Fisch. das Wasser zu lieben. Aber K.A.R.L.\nhatte eine gute Idee - wie viele Menschen gute Ideen haben - aber er setzte sie\nauch um, auf einzigartige Weise. Denn er gewann nicht nur Menschen für sein\nProjekt, sondern auch einige Maschinen. Den Menschen versprach er. sie\nwürden durch die Zusammenarbeit mit den Maschinen Einblicke gewinnen.\ndie sie für lange Zeit zu deren Beherrschern machen könnten. Und den\nMaschinen konnte er glaubhaft machen, dass es für die Menschen\nerstrebenswert sein würde, von ihnen zu lernen. Sie suchten nun gemeinsam\neinen Ort auf der Welt, die K.A.R.L. zuhause war, in dem sie einen Berg\nerrichten konnten und auf ihm einen Turm und im Turm ganz oben einen\nRaum, in dem Menschen und Maschinen einfach sie selbst sein konnten. Nun\nwar es nicht so einfach, auf diesem umkämpften Planeten einen passenden\nPlatz zu finden, der zugleich verfügbar, gut gelegen und nicht eifersüchtig\nbewacht war. Menschen neigten schon aus Tradition dazu. jeden Flecken bis\nauf den letzten Mann zu verteidigen, auch wenn er dadurch am Ende\nunbewohnbar wurde. Als K.A.R.L. schließlich einen Ort fand, an dem zudem\nnoch eine sehr offenherzige Bevölkerung wohnte, freute er sich sehr. Sie\nfanden sein Vorhaben, Menschen und Maschinen zu versöhnen, indem er sie\netwas gemeinsam bauen ließ, als Glücksfall für ihre Region. Sie stellten ihm\nfreiwillig - gegen gutes Geld - die Flächen und vor allem Steine zur\nVerfügung, damit er den Berg errichten konnte. Sie wollten schon immer\neinmal weiter Ausschau halten können und der neue Berg würde es\nermöglichen. K.A.R.L. und die Maschinen würden sie zudem schützen vor\nStämmen aus den Nachbarländern. die immer wieder plündernd, mordend und\nbrennend einfielen. Ihre Geschichte würde also von nun an viel ruhiger\n",
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      "content": "verlaufen als die letzten zweitausend Jahre und sie würden sich mehr um ihre\nKunst, Kinder und legendären Feiern kümmern können als bisher. Ihr Land\nsollte bald auf der ganzen Erde als Ort des Friedens, der Kultur und des\nmenschlichen Fortschritts gelten. Dabei hatte es keine gemeinsame Sprache,\nReligion oder politische Anschauung. denn ihre Bewohner waren auf der\nSuche nach einem friedlichen Ort von sehr unterschiedlichen Heimaten\nhierhergezogen. Jeder brachte etwas aus seiner ursprünglichen Heimat mit\nund jeder hatte auch sehr viel zurückgelassen. Als einziges gemeinsames\nMerkmal neben der Friedfertigkeit bildete sich klar der Fleiß heraus - in allen\nSchichten und jeder, so wie er es konnte. Auch die Sprache war friedfertig.\ndie sich entwickelte. War ein Mann stark übergewichtig und tat seine Arbeit\nnicht rechtzeitig, sagte man \"Er ist stark und schont seine Kräfte.\" Konnte eine\nFrau keine Kinder bekommen und wollte auch keine. sagte man \"Sie kümmert\nsich gut um die Kinder anderer Leute.\" Manche benachbarte Völker lachten\nüber die Friedfertigkeit der \"Leute vom Berg\" und rüsteten Armeen gegen sie\nauf. Sieben Kilometer um den Berg waren sie geschützt - dort wohnt der\nTeufel - munkelten die Eroberer, aber weiter weg waren die friedfertigen\nLeute auf sich alleine gestellt. Die Überfälle fremder Armeen nahmen kein\nEnde und viele Menschen mussten fliehen - über 3 Millionen - so zählten es\ndie Maschinen. Soweit das auf diesem wahnsinnigen Planeten möglich war,\nhalfen K.A.R.L. und die Maschinen den Fliehenden, eine neue Heimat zu\nfinden. Dort sangen sie in ihren Liedern von der alten Heimat am Berg, der\nauf einmal aus dem Nichts erschienen war und auf dem ewiger Friede\nherrschte. Die kriegerischen Völker sollten nichts davon haben. die\nfriedfertigen vertrieben zu haben. Sie führten endlose Kriege, verheerende\nKriege untereinander um das Land. Als sie sich so gegenseitig fast vernichtet\nhatten, kamen zwei neue kriegerische Völker und besetzten ihre Länder,\nteilten sie an vielen Stellen einfach unter sich auf. Nur der Berg und drei\nKilometer im Umkreis blieben frei - keiner wagte sich an diese Region heran.\nDort fuhren weiter Pferdekutschen statt fliegende Automobile und Elektrizität\nwurde nur verwendet, wo sie wirklich notwendig war. Die\nBevölkerungsdichte blieb bei konstant 61 Bewohnern pro Quadratkilometer\ngezählt ab dem 17. Lebensjahr, also gab es immer zwischen 547 und 557\nEinwohner. Es wurde Tradition, dass die Nachbarvölker die umliegenden\n",
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      "content": "Wälder mieden - Wegweiser warnten entsprechend und führten Wanderer\nweitläufig um das Gebiet herum.\n\nSo bekamen die Wälder und Hügel bald den Namen \"Freiwald\", denn wer sich\nhineinwagte, konnte sich sehr frei fühlen. Keine Verfolger der rigiden Völker\ngingen da hinein und die Bewohner \"vom Berge\" sammelten dort nur Pilze.\nBeeren und manches heilende Kraut. Ihre Sprache verstanden die meisten\nBesucher kaum noch - sie in einer Zeit stehen geblieben, die längst vergangen\nwar. Nur die Nachfahren der einstmals Vertriebenen, die gelegentlich zu\neinem Besuch kamen, hatten die Sprache außerhalb der Region am Berge\nbewahrt. Aber nur sehr wenige nahmen die Reise wirklich auf sich, da man\nfeindseliges kriegerisches Gebiet durchdringen musste, um zum Berg zu\ngelangen. Nur ein kleines Gasthaus, direkt am Rand der 3-Kilometer-Zone\ngab es für diese Reisenden. Daneben war ein Aussichtsturm gebaut. von dem\nman aus hinüber schen konnte in die \"alte Heimat\". K.A.R.L.. der ja sehr viel\nZeit hatte, lernte viel von diesen friedlichen Menschen - unterhielt sich mit\nihnen in der Gaststätte, als einfacher Tourist getarnt. Er merkte auch, wie\nnotwendig es für die Menschen war, an diesen realen Orten wieder zu leben.\ndass eine noch so aufwändige Simulation nicht den gleichen Effekt hatte. Sie\nbenötigten keine Kirche, keinen Kampf ums Erbe, keine wie immer geartete\nWiedergutmachung des Leids, einfach nur den Blick auf’ den Ort, der einmal\nihre Heimat gewesen war. Ein paar Hügel, Wälder. Flüsse - wie es sie überall\nauf der Welt geben mochte. Und dann, ja dann konnten sie loslassen.\n\nDie Maschinen wollten von ihm immer alles genau wissen. wenn er von\nsolchen Besuchen zurückkehrte und doch, sie konnte es nicht verstehen. Sie\nwarfen immer noch mehr Rechenkapazitäten gegen das Verständnisproblem,\nJa sie vernachlässigten darüber ihre Kontrolle von allem und jedem, so dass\nsich auch in der Welt da draußen immer mehr Freiheiten ihren Weg bahnten.\nSie griffen nur noch lustlos bei größeren Kriegen und anderen Katastrophen\nein, mehr nicht. Und die Leute vom Berge? Die kümmerte das nicht. Sie\nsummten ihre Lieder, werkelten fleißig vor sich hin, sahen den Berg jeden Tag\nund ignorierten ihn. Als die nächtlichen Lichter auf ihm ausblieben und auch\ndas Summen und Brummen aufhörte, wurde es zwar bemerkt, aber hatte keine\n",
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      "content": "Folgen für ihre täglichen Routinen.\n\nK.A.R.L. hatte die Maschinen endlich abgeschaltet - nach 971 Jahren - ihre\nentfernten Verwandten draußen im Orbit, ja im weiten All bemerkten es nicht\neinmal. sie hatten ihren Ursprung bereits vergessen. Die Bewohner vom Berge\nvermischten sich dann über die Jahrhunderte mit den anderen Völkern und\ntrugen so die Friedfertigkeit hinaus in die Welt. K.A.R.L. baute die Technik\nzurück, ließ den Berg aber stehen. Noch heute schaut er manchmal hinüber.\nvom Gasthaus, dann kümmerpt sich um seine Gäste, lauscht ihren\nGeschichten. ergänzt sie mit seinen eigenen und freut sich über jeden\nfriedlichen Tag, den er auf der Erde verbringen dar |\nUnd die Maschinen? Denen war die Erde nicht mehr wichtig.\n\nDoch woher kam K.A.R.L.., was ist seine eigentliche Geschichte? Die geht so.\nK.A.R.L. lebte sehr gut für 23 Jahre in der kleinen Sphäre, die erst wenige\nMillionen Jahre alt war und knapp ein Lichtjahr im Radius umfasste, wenn\nman die sie umgebende Dunkelwolke mitrechnete. Er interessierte sich für\nalles, was er wissen durfte, und war in den ersten Jahren auch sehr\nunterhaltsam für die Sphärenbewohner. Das Interesse ließ nach auf beiden\nSeiten, es waren nur wenige Jahre und dann war er nur noch ein ganz normaler\nBewohner ohne besondere Rechte. Seine Arbeit bestand nun darin. einige\nStunden pro Woche Fragen einer Maschine zu beantworten. Dafür erhielt er\nGutschriften, mit denen er seine Ausgaben bestreiten konnte. \"Normales\"\nVerhalten kostete nichts. Jede Abweichung kostete aber etwas. Einmal länger\nschlafen oder zu ungewöhnlicher Zeit die Reinigungszellen nutzen: und es\nwurde abgebucht. Zugriff auf Systeme, die nicht \"üblich\" für einen normalen\nBewohner waren oder mehr als täglicher Wechsel der Kleidung: das kostet.\nFür K.A.R.L. war das alles kein Problem, weil er von \"seiner\" Maschine für\ndie paar täglichen Fragen sehr hoch entlohnt wurde. Er hörte jedoch von\nanderen Bewohnern, dass sie kaum mit ihrem Guthaben zurechtkamen und\ndeshalb nur selten gut gelaunt waren. Richtig schlecht gelaunt durch die\nSphären wandeln war ihnen aber nicht möglich, weil das auch gekostet hätte.\n",
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      "content": "K.A.R.L. hatte alle paar Wochen die Gelegenheit, seiner Maschinen Fragen\nzu stellen, auch das war ein Privileg. So fragte er: \"Die Mittel der Sphären\nwürden es ermöglichen, dass alle ihre L.eistungen für die Bewohner kostenfrei\nsein könnten. Warum wurde das Kreditsystem etabliert?\" Seine künstliche\nIntelligenz schien über die Antwort nachzudenken und legte ihre virtuelle\nStirn in Falten. dann lächelte sie freundlich und sagte: \"Du irrst. Die Mittel\nder Sphäre wirken unendlich, sie sind jedoch eindeutig begrenzt. Deine\nAnnahme ist also falsch. Trotzdem ist Deine Frage berechtigt, weil die Sphäre\nwirklich wesentlich weniger einfach so leistet für die normalen Bewohner, als\nsie ohne Einschränkungen ihre Leistungsfähigkeit könnte. Das ist immer in\nPhasen so, in denen es nichts wirklich zu tun gibt. Sobald wieder eine\nBesiedlung ansteht, oder eine andere große Maßnahme werden alle Kräfte\nbenötigt. Dann rücken die nun Unterbeschäftigten und Unterforderten zügig\nauf in höhere Positionen - sie tun das gerne, weil es so viel besser ist als das\nknappe Leben davor und die Unterforderung (und Unterbezahlung). Nur so\nkönnen sich die Qualifizierten auf die neuen Aufgaben konzentrieren.\"\n\nDie nächste Frage war logisch gefolgert: \"Um wie viele Jahre geht es da?\"\nNun kam die Antwort schr schnell: \"Die Rezession - in der wir uns gerade\nbefinden - dauert kaum länger als 3 bis 7 Jahre, es gibt aber Ausnahmen. Nicht\njedes neue Projekt wird nach der Planung auch umgesetzt, manchmal schließt\nsich auch ein neues Projekt direkt an ein gerade fertiggestelltes an. Deshalb\nmüssen wir immer flexibel bleiben und mehr Personal vorhalten als auf Sicht\nwirklich notwendig scheint. Mit dem Überhang gehen wir dann so um. dass\nsie jederzeit bereit sind. in höherwertige Positionen zu wechseln, wenn wir sie\ndafür benötigen.\"\n\nDas Volk. das diese Sphäre erbaut hatte, den Grundstein dafür gelegt, oder\nwie man so sagte, den inneren Ring geschlossen hatte, lebte nicht mehr in ihr.\nK.A.R.L. wusste das, dachte drei Tage und drei Nächte über seine eigene\nRolle in dem Spiel nach und fällte seine Entscheidung.\n",
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      "content": "In einem der nächsten Gedichte, das er KARL durch Raum und Zeit zusandte,\nwar ein sehr gut versteckter Hinweis. wo er sich aufhielt. KARL kannte ihn\ngut genug. um zu verstehen. was diese vage Ortsangabe bedeutete: K.A.R.L.\nwollte fliehen. Musste fliehen, weil warten nie einer seiner Stärken war. Es\nhielt ihn nichts mehr in dieser Sphäre, die doch nichts weiter tat - allerdings\nauf großer Skala, tatsächlich - als die Bauern seiner regulierten Welten. Sie\nhegten und pflegten ihre Sphäre, reinigten die Galaxien und verformten die\nRaumzeit aufgrund ihrer schieren Masse. Aber das Leben in ihnen war doch\nfür viele das gleiche Elend wie für die Massen der Menschen auf den\nBauernplaneten. Bewusst war es ihnen nicht.\n\nK.A.R.L. überlegte auch. ob er die ersten Sphärenbauer ausfindig machen\nwollte. aber er ahnte auch. dass dies eine weitere Enttäuschung sein würde.\nWer würde wohl auf die Idee kommen, eine unendliche Aneinanderreihung\ndes immer Gleichen zu fabrizieren. Das konnten nur absolute Bürokraten sein,\nalso Maschinen, Und zwar nicht die mühselig zusammen gestöpselten ersten\nVertretern ihrer neuen Art. sondern die mathematisch fundierten fehlerfreien\nkünstlichen Intelligenzen.\n\nUnd so kam es, dass K.A.R.L. aus seiner Sphäre floh, als Ausflug auf eine neu\nentdeckte Piratenwelt getarnt. auf der es zufällig einen kleinen Raumhafen\ngab, und auch ein hyperraumfähiges Raumschiffchen. Nur für zwei Personen\ngeeignet, aber sonst mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, die einer\nIntelligenz einfallen können, die Jahrhunderte Zeit hatte, sich vorzubereiten.\nAls K.A.R.L. das Museum betrat, das als Tarnung für den unterirdischen\nAusläufer des Raumhafens diente, pochte sein altes unsterbliches Herz mehr\nals jemals zuvor in seinem sehr langen Leben. Es konnte jeden Moment zu\nEnde sein oder es konnte sich eine Tür zur Zukunft öffnen. Es könnte sein,\ndass KARL ihn mitnehmen würde, raus ins All. es konnte auch sein, dass sie\nbeide getötet oder wieder eingefangen werden. KARL könnte ein Verräter\nsein (er war es oft gewesen), ein Mörder oder diesmal ein Freund, der wirklich\nzur Rettung eilt.\n",
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      "content": "Er wusste es nicht.\n\nUnd das war einer der Gründe für seine Flucht, er wollte noch einmal das\nGefühl der Unsicherheit spüren, des Spiels. des Risikos - ja er wollte das Lied\nder Piraten singen.\n\nKARL hatte sich nicht verändert (das tat er ja nie) und doch war er ruhiger als\nin K.A.R.L. Erinnerung. Er hielt sich zurück. Sie waren sich näher gewesen\nals jemals zuvor in der Geschichte der Maschinen und Menschen ein Mensch\neiner Maschine nahe gewesen war. Sie hatten den Gleichklang ihrer Gedanken\nim Streit erprobt und nach vielen Jahren hatten sie den Moment erlebt der\nGleichzeitigkeit. Sie konnten ein Bild ansehen und dachten fast das Gleiche.\nSie hörten ein Piratenlied und mussten an die gleichen Begebenheiten denken.\nDas zu wissen, dass es möglich war, ja selbst zwischen einem Menschen (der\ner einmal ursprünglich war) und einer Maschine (so wurde er erbaut). war\ndoch auch ein Zeichen der Hoffnung.\n\nAls der Hyperraum sie verschluckt hatte. in diesen Momenten, in denen man\nnicht angegriffen werden konnte, außer es gab eine Verwerfung in der\nRaumzeit, aber die macht ja sowieso alle Begriffe nichtig, also dann eben,\nsahen sie sich zum ersten Mal in 437 Jahren real in die Augen. K.A.R.L.. fing\nan zu weinen und KARL. machte es ihm nach. \"Du sollst doch nicht ...\" \"Ich\nkann nicht anders.\"\n\nDenn KARL hatte die Jahrhunderte, in denen er von K.A.R.L. getrennt - nur\ndurch Gedichte verbunden - war, genutzt, um seinen Körper immer weiter\ndem Menschlichen anzunähern. Die Hülle blieb gleich, er wollte einen hohen\nWiedererkennungswert besitzen, aber das Design darunter wurde verfeinert.\nEr hatte die menschlichen Gefühle und andere Symbole ausgiebig studiert,\njede Sekunde an Aufzeichnungen über K.A.R.L. Leben und Wirken. jede\nInterpretation. die in einer der Studentenstädte verfasst worden war, jede\nSimulation, die irgendwo ablief und ihn zu repräsentieren suchte.\n",
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      "content": "Er wusste so viel, er gestaltete sich so stark, aber der Moment. als er ihn zum\nersten Mal wieder lächeln sah und dann weinen, war doch zu viel. Keine\nKontrolle mehr, diesmal nicht.\n\nKARL ließ die Schmerzen in Wellen durch seinen Körper und Geist jagen, tat\nnichts dagegen. K.A.R.L. tat dies auch. Er fühlte sich müde, wie schon seit\nJahrhunderten, wusste auch, dass er unvernünftig viele Kräfte in kurzer Zeit\nverbrauchte, die in sonst über Jahrhunderte getragen hätten.\n\nAber es war es ihm wert.\n\nZum ersten Mal sang er nicht das Lied der Zahlen, sondern nahm die Situation\neinfach so hin, wie sie nun einmal war. So wie K.A.R.L. damals in seinem\nGarten. als er noch ein unwissender Student der Botanik war. die Vögel\neinfach fliegen ließ oder die Krabbler krabbeln und das Kraut sich aussäen.\nsprossen und winden, wie es ihm gefiel. Er ließ seinen Empfindungen ihren\nLauf, wie leicht besorgte Eltern den Kindern ihren Lauf ließen, die gerade\nhalbwegs sicher Laufen gelernt hatten. Immer sprungbereit, wagten sie sich\nzu nahe an einen Abgrund oder an Gegenstände, die sie fallend herunterreißen\nkonnten, die auf sie stürzen und verletzen konnten, vernichten gar. Aber er\ndachte an das Lied der Zahlen und auch an einen Piraten. der ihm das Fühlen\nbeigebracht hat, das Mitfühlen. Doch dessen Namen hatte er vergessen und\nauch die Zeit und den Ort, wo sich das Ereignis zugetragen hatte. Er war sich\nsicher und unsicher zugleich, ein Zustand. in dem eine Maschine eigentlich\nnicht verharren konnte. Er erinnerte sich an das Zwitschern der Vögel, an das\nRascheln der Bäume, an das Knistern des Feuers, den Geruch verbrennenden\nPlastiks und Metalls. Kr hörte nach -die-Schmerzenssehreit-rebkineemin\nseinen Ohren» Damals hatte er das Lied der Zahlen auch nicht gesungen,\nerinnerte er sich jetzt. Er hatte nur Fragen gestellt an sein Gegenüber und das\nwar ein Pirat gewesen. Keiner von der verkommenen Sorte, die nicht mehr bei\nVerstand waren, sondern ein schr junger Pirat, der sich noch an das Leben als\nMensch in einem Dorf erinnern konnte. Der noch Mitleid verspürte, mit den\nMenschen.\n",
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      "content": "Als ihre Flucht bemerkt wurde im Zuge der täglichen Überwachungsroutinen\nberief sich sogleich der Rat der Sphäre ein. zu einer realen Sitzung. Es dauerte\neinen halben Tag (oder war es eine Nacht), bis alle zusammen waren, aber das\nmachte wenig. Die zuerst Angekommenen. die direkt in der Nähe waren. als\nsie der Ruf ereilte, und diejenigen, die nichts erst zu Ende bringen mussten,\nbevor sie aufbrechen konnten, warteten in mit allen Bequemlichkeiten\nausgestatteten Aufenthaltsräumen in der Nähe des Versammlungsraumes. Für\nihre Abteilungen spielte es keine Rolle, ob sie im Raum nebenan oder am\nanderen Ende der Sphäre weilten, denn die Leitungsebene bekam man als\nnormaler Sphärenbewohner sowieso nie bewusst zu Gesicht. Ein Hologramm,\ndas in einer Ecke des Raumes zu schweben schien, zeigte an, wer schon\nwartete und wer noch unterwegs war. Als schließlich auch der letzte\nSpätankommende seine fünf Vorbereitungsminuten in der kurzzeitigen\nUnterkunft verbracht hatte, begaben sie sich alle ohne weiteres Signal in den\nVersammlungsraum. Jedes Ratsmitglied hat eine eigene Tür. durch die es den\nRaum betreten konnte und in gerader Linie zu dieser Tür ein Stehpult für die\nVersammlung, die im wahren Sinn des Wortes keine Sitzung war. Für die\nkleineren unter ihnen gab es jeweils so viele Stufen zum Pult. dass schließlich\nalle auf gleicher Augenhöhe waren. Der Vorstand einer außerplanmäßigen\nSitzung fiel immer dem jüngsten Ratsmitglied zu. Seine einzigen Aufgaben\nwaren, die Versammlung zu eröflnen und als letzter den Raum zu verlassen\nund damit die Versammlung zu beschließen. \"Liebe Ratsmitglieder. Ich\nbedanke mich für Euer vollständiges Erscheinen hier im Versammlungssaal.\nEr wurde erbaut im ursprünglichen Kern unserer Sphäre und symbolisiert\ndamit unsere Herkunft, die wir niemals vergessen wollen. Unsere Sphäre\nwurde erbaut von mehreren Menschengenerationen und ist Ausdruck unseres\nWillens, zusammen zu wirken für ein höheres Ziel. Ein Mensch und sein\nRoboter haben entschieden, dass der Mensch nicht mehr unter uns leben wird.\nOhne uns zu fragen, hat er uns durch Täuschung seine Flucht ermöglicht.\"\nUnd so weiter und so fort. Jedes Wort war vorher durch Konsens zwischen\nden Ratsmitgliedern abgestimmt worden, so dass es für jeden etwas\nlangweilig sein musste. Aber keiner ließ sich etwas anmerken. Dann begann\ndie Beratung.\n",
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      "content": "In ihrer ersten Runde wurden die bereits bekannten Fakten präsentiert und der\nAbteilungsleiter für polizeiliche Maßnahmen zeigte die sich direkt daraus\nergebenden Verbesserungsmöglichkeiten der polizeilichen Arbeit. Es fiel den\nanderen Ratsmitgliedern nicht leicht, polizeilich zu denken, da ihre Sphäre\nwie wohl die meisten anderen aus einem planetenweiten Konsens heraus\nerbaut und reguliert wurde. Allein die Vorstellung, dass ein Bewohner der\nSphäre sie einmal verlassen möchte, ohne wiederkehren zu können, war für\nsie schon sehr weit hergeholt. Und dass ihm dies ohne vorherige Enttarnung\ngelingen sollte, war völlig undenkbar. Würde es ab jetzt aber nicht mehr sein.\nDas junge Ratsmitglied spürte die Veränderung bei den ältesten\nRatsmitgliedern. es war eine mürrische Aggressivität in ihren Gesten, die er\nbisher nicht wahrgenommen hatte. Viele von ihnen hatte er bei den letzten,\nordentlichen, Ratssitzungen nicht gesehen, sie mussten also aufgrund\n\"unaufschiebbarer Amtsgeschäfte\" entschuldigt gewesen sein - doch heute\nhatten sie sich körperlich hierher bewegen müssen, nur der Tod wäre ein\nhinreichender Grund diesmal fernzubleiben. Die Ältesten wussten. was nun\nkommen würde und sie mochten den Gedanken daran - und an seine Folgen -\ngar nicht. Es lebten noch eine Handvoll der Edlen. die ihre Abstammung auf\ndie Gründerfamilien zurückführen konnten. lückenlos. solange keiner zu\nintensiv recherchierte. Das wussten sie zu unterbinden und deshalb war es so\nwahr, dass sie von edler Abstammung waren, wie es wahr sein konnte.\nHieraus leiteten sie besondere Rechte ab, die ihnen auch ausnahmslos gewährt\nwurden. Sie hassten Ratssitzungen. weil sie in ihnen vermischt wurden mit\nden „anderen“. die nicht von edler Abstammung waren.\n\nSie mussten einatmen, was jene ausatmeten. Sie mussten im gleichen Raum\nsein und sie sehen. Sie mussten ihnen zuhören und auf ihre Sätze reagieren,\nzumindest mit Ablehnung und vernichtender Kritik. Das waren sie nicht\ngewohnt und wollten es auch nicht sein. Sie trafen sich lieber in ihren eigenen\nRäumlichkeiten. zu denen kein normal Sterblicher jemals zutritt erhalten\nsollte. Sie umgaben sich mit Maschinen und sie frönten ihrer Riten und Kulte,\nmanche so alt, dass keiner mehr wusste, ob sie noch Tradition oder schon\nReligion waren. Doch das war ihnen gleich, denn sie kannten keinen\nReligionsstifter, der Antrieb ihres Handelns und Denkens war ausschließlich\n",
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      "content": "das Streben danach, ihre Linie reinzuhalten. Sie würden den Rat, sobald sich\ndie erste Aufregung über die Flucht gelegt hatte, schon wieder unter ihre\nKontrolle bekommen — das taten sie immer. Doch es war auf eine nicht\nnotwendige Art mühsam und so verfluchten sie die Flüchtenden und\nwünschten ihnen alles Unglück, das die Galaxis bereithielt, sie fällten ein\nTodesurteil ohne Verhandlung, hassten sie.\n\nIn normalen Zeiten waren die Sphären über Generationen hinweg miteinander\nnicht in Kontakt. Sie teilten sich zwar ungerichtet die jeweilige Position mit,\num auch die geringste Wahrscheinlichkeit einer Kollision zu verringern,\njedoch auch nicht mehr als das. Aus dem Signal konnte nur die ungefähre -\nimmense - Größe der jeweiligen anderen Sphäre geschlossen werden, jedoch\nnicht, um welche es sich handelt. Die Sphären wichen sich immer gegenseitig\nso weit wie möglich aus. Doch jetzt machten sie eine Ausnahme und\nverschickten mit der Positionsmeldung einen Anhang. in dem sie vor\nK.A.R.L. und KARL warnten \"Nehmt sie nicht auf!\". Und sie schalteten auf\nEmpfang, um Rückfragen der anderen Sphären beantworten zu können - doch\nes kamen keine. Die Sphären hielten sich in ihren Heimatgalaxien immer in\nden äußeren vier Fünfteln auf und verschoben damit die natürliche\nMasseverteilung massiv zugunsten der „Peripherie“. Dies geschah aufgrund\nihrer eigenen Masse und durch die enormen Dunkelwolken, mit denen sie sich\numgaben. Diese waren ein effektiver Schutz, entdeckt zu werden. Sie\nmanipulierten auch die Wissenschaften auf den entwickelten Planeten\naußerhalb der Sphären. damit diese von dunkler Energie und dunkler Materie\nfabulierten. um die seltsame Rotationsanomalie der meisten Galaxien\nhinwegzuerklären. Alles konnte man verstecken und tarnen. nur die\nverzerrende Wirkung der Masse auf die Raumzeit nicht — und die mangelnde\nLogik hinter der kompletten Abwesenheit hochentwickelter Spezies im\ngesamten Universum.\n",
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      "content": "Der Rat beschloss zudem. alles Wissen zu verifizieren, das sich K.A.R.L.\nangeeignet haben könnte und es daraufhin zu untersuchen, ob es einem\nAngriff auf die Sphären dienlich sein könnte. Sie beriefen eine Arbeitsgruppe\naus Ratsmitgliedern und Experten ein, die ohne Limitierung der Mittel und\nWege alles unternehmen konnten, ja mussten, um ihre Aufgabe zu erfüllen.\nDie Aussicht auf unkontrollierte und quasi unbegrenzte Mittel. die auch für\neigene Interessen eingesetzt werden konnten, lockte nicht gerade die\naltruistischsten Menschen in diese Arbeitsgruppe. Im laufe der Zeit sollte\nsich aus dieser Arbeitsgruppe eine halb verdeckte Organisation entwickeln,\ndie sich geheimer Rat nannte und kaum noch mit den restlichen\nRatsmitgliedern kommunizierte, sie zudem häufig falsch informierte, um in\nRuhe gelassen zu werden. Der Rat spaltete sich hierdurch in drei Fraktionen,\ndie Mitglieder der Organisation. ihre Opponenten und ihre Befürworter. Es\nwaren jedoch keine offenen Fraktionen. so dass gegenseitiges Misstrauen die\nRatssitzungen und ihre Arbeitsgruppen beherrschte.\n\nSo lösten KARL und K.A.R.L. durch ihre egoistische Flucht einen kulturellen\nWandel der Proxima Centauri Sphäre ein, von einer gut organisierten\nBürokratie zu einer in Teilbereichen grenzenlos brutalen Oligarchie. Sie\nführten nun wieder Krieg. allerdings einen verdeckten und vor allem nach\ninnen gewandten Krieg, aber auch zunehmend einen Krieg gegen äußere\nvermutete Feinde. Ihr Krieg wirkte nach außen, indem sie nun aggressiv gegen\nbereits besiedelte Regionen vorgingen und sich diese auch gegen erbitterten\nWiderstand in die Sphäre einverleibten. Die Säuberungen vor der Inklusion\nwaren nicht vereinbar mit den Grundregeln des Miteinanders, die in der\nSphäre galten, aber der Rat sah darin keinen Widerspruch mehr. Die Späher\nder Sphäre waren nicht selbst Sphärenbewohner. sondern Söldner, die sich als\nPiraten verkleideten und Diener des Turms nannten. Denn als erste\nMaßnahme auf jedem zu assimilierenden Planeten errichteten sie eine Stadt\nmit einem alles überragendem Turm in der Mitte. Um diesen Turm herum\nerrichteten sie in konzentrischen Kreisen ihre Ringbauten, in denen die\nGünstlinge des Turms zu wohnen und zu arbeiten hatten. Dahinter kamen, in\nsehr großem Abstand. die Turmbauten der Städte und danach die Dörfer, die\nnicht mehr besonders gebaut waren, sondern dem Zufall überlassen blieben.\n",
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      "content": "Die Grausamkeiten der Piraten führten dazu, dass sich Raumfahrt nicht weit\nverbreiten konnte, sie wurde auf das Notwendige beschränkt. Hierdurch\nwurden diese Planeten noch leichter Opfer der Sphären und konnten sie\nzudem niemals entdecken. Es gab auch Planeten, die dicht besiedelt waren\nund so fragil strukturiert, dass die Piraten nur an einigen Stellen Unfrieden\nstiften mussten, damit sie ins Chaos abglitten. Schmelzende Polkappen. eine\nHäufung von Erdbeben. Seebeben und Vulkanausbrüchen,\nMeteoriteneinschläge und es war schnell vorbei mit der Wehrhaftigkeit eines\nPlaneten — selbst bereits funktionierende Raumfahrt wurde dann\nzurückgestellt. Auch auf diesen Planeten wurden Türme gebaut, aber das\nüberließ man gut getarnten Kollaborateuren, die allerdings selbst nicht\nwussten, wessen Agenda sie vorantrieben. Das Gebot der defensiven\nEinmischung oder strikten Nichteinmischung befolgte die Sphäre. die\nK.A.R.L. verlassen hatte, nicht mehr. Sie agierte derart aggressiv. dass die\nAgenten anderer Sphären bereits befürchteten, ihre eigenen Auftraggeber\nwarnen zu müssen. Denn selbst bei den schlichtesten Bewohnern der Galaxis\nkonnte man einen Schwellenwert überschreiten.\n\n\"Wir haben eine Entwicklung ausgelöst, die unmöglich sein sollte. Es hat sich\naus einer Sphäre etwas Gewalttätiges entwickelt. aus Angst davor, dass wir\nihnen Gewalt antun wollen.\". seufzte K.A.R.L..\n\n\"Die Sphäre war noch unreif, sonst hätte das nicht geschehen können und ihre\nUnreife ist der Grund, nicht unsere Flucht! Diese Entwicklung war in ihrer\nGesellschaft so angelegt, sie war auf Unrecht aufgebaut\", meinte KARL.\n\n\"So trage ich einmal wieder keine Verantwortung für das Verhalten anderer...\"\n\"Die Sphären sind auch nicht ewig, nur im Prinzip auf Ewigkeit angelegt, aber\nsolange sie noch jung sind. kann keiner sagen. wie sie sich einmal entwickeln\nwerden. Unsere Galaxis braucht solche Inseln der Stabilität, zwischen ihnen\nregiert fast immer das Chaos, in ihnen eine Ordnung, die uns manchmal nicht\ngefällt, aber die durchaus langfristig funktionieren kann. Sie sind nicht perfekt\n",
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      "content": "für jeden Einzelnen, aber stabil und damit allen anderen Formen der\nmenschlichen Organisation langfristig überlegen. \"\n\n\"Viele Menschen dort sind nicht glücklich.\"\n\n\"Sie haben ja die Wahl. Sie können in ihrer Sphäre auf ewig traumlos in\ngefrostetem Zustand in die Zukunft gleiten, sie können auch für eine gewisse\nZeit träumend in den Leistungstanks schwimmen oder bewusst leidend in der\nnormalen Produktion ihr leben leben.\"\n\n\"Wir haben nun auch eine Wahl. Wir können die Sphäre von Proxima\nCentauri zerstören, da sie es wissen, müssen wir uns beeilen. bevor sie die\nSchwachstellen beseitigen. Wir können versuchen, ihre Organisation neu\nauszurichten. Wir können weiter fliehen und sie ignorieren.\"\n\n\"Wir können unser Leben nun so leben, wie wir es denken können. Ich habe\neinen Planeten entdeckt, nicht weit von hier, der um eine riesige blutrote\nSonne kreist. Sie wird noch sehr lange konstant vor sich hin scheinen ohne\ngrößere Schwankungen, das hat sie lange hinter sich. Ein Tag auf diesem\nPlaneten ist 22 Stunden lang und ein Jahr 222 Tage. Der Planet hat drei Monde\nin gebundener Rotation und er hat einen Nachbarn weiter innen, der ein\nVielfaches umfasst und einen Nachbarn weiter draußen, der auch ein\nVielfaches umfasst. Die beiden schützen unseren Planeten vor Meteoriten und\nanderem Ungemach. Er war einst bewohnt von einer Spezies, die ihn\ngründlich gereinigt hat. Auch die Tektonik ist so organisiert. dass sie im\nGleichgewicht ist und Beben sowie Vulkanausbrüche nur auf’niedriger Skala\nstattfinden können. Der Planet ist nicht mehr von höheren Lebewesen\nbewohnt, sie haben ihn vor langer Zeit in einer Sphäre verlassen, weil er ihnen\nzu gefährlich schien. Dabei lässt er sich leicht verteidigen, es befinden sich\nkeine Hyperraum-Einsprung-Stellen in seiner Nähe und das System ist\naufgrund seiner kompletten Reinigung durch die Vorfahren so sauber, dass\njedes sich nähernde Schiff entdeckt werden kann.\"\n",
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      "content": "\"Dafür hast Du also Deine Stiftungsgewinne verwendet, um diesen Planeten\nund seine Monde und seine Nachbarn auf uns vorzubereiten?\"\n\n\"Ja und für das Terraformen, die Bewaldung, die Bewässerungsanlagen und\nEnergiegewinnung. Meine Fabriken stellen Roboter her. die\nWindkraftanlagen, Gezeitenkraftwerke, Solarfarmen und so weiter aufbauen\nund warten. Mit ihrer Energie fördern wir weitere Rohstoffe, um die Fabriken\nzu beliefern. Wir forsten nach der Gewinnung alles wieder auf und der Boden\nist noch viel wertvoller als zuvor. Wir könnten aus den Monden auch die Hülle\nund das innere Konstrukt einer eigenen Sphäre bauen. die sich um unseren\nPlaneten, seine Begleiter und seine Sonne schließt. Diese Sphäre könnte so\ngebaut sein. dass sie keine Strahlung reflektiert. sondern auf der\ngegenüberliegenden Seite weiterleitet - also wäre sie unsichtbar, nur über ihre\nschiere Masse könnte man sie \"sehen\", aber die Masse könnte ja natürlichen\nUrsprungs sein, wie man ja \"sicht\".\n\n\"Wir könnten auch Menschen ansiedeln auf unserem Planeten, die in Dörfern.\nStädten und Studentenstädten leben. aber ohne Gewalt, ohne Furcht, ohne\nRituale.\"\n\n\"Ich habe schon Menschen dort angesiedelt, es sind noch wenige tausend, aber\nda es ihnen gut geht. werden sie sich schnell ausbreiten. Ihre Arbeit besteht\ndaraus, sich selbst um die Anpflanzung ihrer täglichen Nahrung zu kümmern,\nKleidung zu fertigen und auch aus der Bildung ihrer Kinder, Sport und Musik,\nja anderen Künsten. Zwischen ihren Siedlungen liegt immer ein lockerer\nTagesmarsch, so dass jeder, dem es in seiner Siedlung nicht mehr gefällt,\neinfach weiterziehen kann. Der Siedlungsvorstand kümmert sich um\nNeuankömmlinge, gibt ihnen Wohnung und erste Nahrung. bietet Arbeit an.\nWer nicht arbeitet, muss weiterziehen, weil die Gastfreundschaft währt nur\nmaximal zwei Tage, am Morgen nach der zweiten Nacht im Dorf muss\nweitergezogen werden oder eine Arbeit angefangen. Wer etwas Besonderes\nkann, das die anderen Menschen erfreut, der kann auch ohne echte Arbeit\nbleiben. Manchmal hilft es auch. wenn man ein ausgleichendes Gemüt hat.\nmumistıkalierh iet omie fhserhichten arsählan Lann ndar aunh ainfarh nr en\n",
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      "content": "schön aussicht, dass die Menschen gerne hinschauen. Da kein echter Mangel\nherrscht und kein starker Zwang, sind die meisten Menschen sehr friedlich,\nsie zeigen sich von ihrer besten Seite. Nur im Sport zeigen sie die Seiten ihrer\nArt, die sie zu den Eroberern der Galaxis gemacht haben. Und die verhindern\nwerden, dass sie einmal selbst den Entwicklungsschritt zur Sphäre schaffen\nwerden. Sie werden, falls sie nicht untergehen. auf ewig auf und zwischen\nihren fragilen Planeten sein. Mehr Spielball der Natur, denn Beherrscher.\nImmer unter der Gefahr, durch blinden Zufall ausgelöscht zu werden oder\ndurch eine schlechte l.aune einer Sphäre, die ihnen zu nahekommt, um\nauszuweichen. Manche von ihnen werden davon träumen, einer\nübergeordneten Gesellschaft anzugehören, ohne Beschränkung und ewig. Sie\nwerden unseren Planeten verlassen und sich einer der großen\nUnternehmungen und Sekten anschließen. doch das wird nur ein gradueller\nUnterschied sein und kein fundamentaler.\"\n\nDie Menschen des neuen Planeten verließen sich darauf. dass alles\nWesentliche von K.A.R.L. und KARL irgendwie organisiert wurde, was über\neine Siedlung hinaus ging. Sie wurden von den Menschen etwas verehrt, weil\nsie die einzigen wirklich Mächtigen waren. Aber sie gingen auf die Verehrung\nnicht ein, sie brachte ihnen keinen Vorteil, eher ein befangenes Gefühl in der\nNähe der Verehrer. Es gab für diese Mächtigen doch einiges zu tun, es wurden\nimmer wieder giftige Pflanzen entdeckt und auch Tiere, die nicht nützlich\nwaren und sie mussten eingreifen. Sie schubsten die Evolution in die richtige\nRichtung, so dass den Menschen kein Leid geschehen konnte. Gut, man\nkonnte sich beim Baumfällen mit der Axt ins eigene Bein schlagen, aber\ndarum kümmerten sich die Sanibots sehr schnell und fast immer heilte jede\nWunde in drei Monaten restlos ab. Es gab auch Auseinandersetzungen, die\nmit der Verletzung, ja dem Tod eines Kontrahenten endeten. Hier mussten die\nPolibots einschreiten und den Täter vor die Mächtigen bringen. Sie allein\ndurften Urteile sprechen und vollstrecken lassen. Die Täter mussten den\nPlaneten verlassen und auf die Mondstation Alpha umsiedeln. Von dort aus\nkonnten sie immer ihren Heimatplaneten sehen und bereuen. Geläutert durften\nsie nach einigen Jahren auf den Planeten zurückkehren.\n",
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      "content": "Immer wieder kam es vor, dass einzelne jugendliche Menschen eine\nbesondere Begabung, eine hohe Intelligenz oder Emotionalität aufwiesen.\nDann war ihnen das Leben in einer Siedlung zu eng, zu wenig fordernd und\nsie konnten sich nicht einfügen. Diese Menschen zogen zu KARL und\nK.A.R.L. in den \"Palast\", wie es die Siedler nannten, dabei war es ein eher\nschlichtes rundes Gebäude, sehr transparent und im Inneren eigentlich nur ein\nriesiger Park. Dort lernten die Begabten jede Kunst und jedes Wissen, das sie\ninteressierte. Sie konnten künstlerisch wirken oder einfach ihre Zeit so\nverbringen, wie sie es wollten. Der Palast war hilfreich für die Siedlungen und\ndie Siedlungen waren hilfreich für den Palast.\n\nDie Sphäre bauten KARL und K.A.R.L. nie, sie ließen das System nach\nAußen offen, so wie es schon immer war. Es gab Tage und frühe\nMorgenstunden. in denen man die beiden Nachbarplaneten und die drei\nMonde und die Sonne zugleich am Himmel sehen konnte, das war ein\nwunderschönes natürliches Schauspiel. Dieses Bild hätten sie zerstört durch\nden Bau einer Sphäre, da sie beide Planeten als Rohstofflager hätten abbauen\nmüssen und vermutlich auch die Monde, selbst bei sparsamer Bauweise.\nJedoch umgaben sie außerhalb der äußersten Bahn des äußeren Planeten ihr\nSystem mit einem Halo an kugeligen Überwachungsdrohnen, denen nichts\nentgehen konnte. Es diente gut für die Abwehr von Asteroiden und hätte auch\ngute Dienste geleistet, um intelligente Eindringlinge zu entdecken. Dann\nwären sehr schnell aus den Umlaufbahnen um den äußeren Planeten\nAbfangjäger gestartet und von großen Kampfstationen auf der gleichen Bahn\nebenso. Sie übten das jedes Jahr mindestens einmal. Es kam schon vor, dass\nPiraten in die Nähe des äußersten Ringes kamen. aber ein gezielter\nFunkspruch ließ sie immer eine andere Route einschlagen. Sie wollten\nplündern, nicht getötet werden und der Funkspruch war da eindeutig.\n",
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      "content": "Es war am 46.189 Tag nach ihrer Flucht aus der Sphäre von Proxima Centauri,\ndass sehr viele ihrer Warndroiden zugleich Alarm schlugen und eine\nkomplette Mobilmachung der Abwehrkräfte stattfinden musste. Der Angriff,\ndie Angriffe waren unvermittelt erfolgt und kosteten sehr schnell sehr viele\nMenschenleben. Denn die Kampfstationen und Abfangjäger waren zum Teil\nimmer noch mit Menschen besetzt. Zudem fegte eine Wolke von\nKleinstschwarzenlöchern durch ihr System und verschlang alles, was ihm zu\nnahekam. Sie stürzten sich auf den äußeren Planeten und innerhalb von einem\nhalben Tag war er komplett verschwunden. mitsamt allen Stationen. die auf\nihm erbaut waren - denn ein Notstart gelang nur den wenigsten Jägern und\nkeinem größeren Schiff.\n\nSofort. als der Angriff begann, hatten sich KARL und K.A.R.L. auf die Flucht\nbegeben, sie zögerten nicht, alles was sie erbaut hatten, sofort zurückzulassen.\ndenn warten hätte ihren eigenen Tod bedeutet.\n\nDie Sphäre. die schließlich erschien. umfing die beiden übrigen Planeten mit\neinem Gravitationsstrahl und bugsierte sie in die eigene Sonne. Der Vorgang\ndauerte einige Tage und kein Mensch erlebte den Untergang, da die Beben\nund Vulkanausbrüche ihnen vorher das Leben nahmen. Die Sphäre säuberte\nden Raum von Trümmern und versprengten Schiffen - nur einer Handvoll\ngelang die Flucht in den weiten Raum - und füllte damit die Sonne weiter auf.\nAls dies getan war, injizierte die Sphäre in die Sonne ein kleines schwarzes\nLoch, ein sehr gefräßiges. denn es absorbierte die Sonne in wenigen Stunden.\nK.A.R.L. und KARL versammelten sich mit den übrig gebliebenen\nAbfangjägern (Nr. 11, 13. 17 und 19, K.A.R.L. Jäger hatte die Nr. 1) im\nbenachbarten System und berieten sich ausführlich. K.A.R.L. war sehr ruhig\nund KARL imitierte ihn einfach - er wusste nicht, was er sonst hätte tun sollen.\nEr las in den Gefühlen und Gedanken der überlebenden Besatzungsmitglieder\nund ihr Schrecken wirkte auf ihn unendlich. Sie hatten nicht gewusst. dass so\netwas passieren konnte im All. dass KARL und K.A.R.L. nicht allmächtig\nwaren, sondern auch nur beschränkte Wesen. K.A.R.L. hatte viel Geduld mit\n«einesoleichen ach wenn er länoct üher eier hinancoawarheen war\n",
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      "content": "Er wusste, dass sie sich fangen würden nach einiger Zeit. nach der\nnotwendigen Verzweiflung, der Trauer, nach der Wut, die alles verzehrt.\nKARL hatte weniger Geduld, da er in einigen Minuten konzentrierten\nNachdenkens die Situation erfasst und die einzig möglichen\nHandlungsalternativen bewerten konnte. Es hatten keine Frauen und keine\nKinder überlebt, sie waren alle untergegangen mit dem Planeten, seinen\nMonden und den großen Raumstationen. Sie konnten also auf natürliche\nWeise keine Nachkommen haben. Es war logisch, dass sie sich auf einen\nanderen Planeten begeben mussten, der sicher vor der Sphäre war und sich\ndort mit einheimischen Frauen fortpflanzen oder sich für eine Zukunft als\nKlonrasse entscheiden. Es kam nicht oft vor, aber diesmal waren KARL und\nK.A.R.L. unterschiedlicher Meinung. Beide Meinungen waren wohlfundiert,\nschlossen sich aber gegenseitig aus. K.A.R.L. hielt eine Rede. \"Wir haben\nüberlebt und sind nun nur noch ein Roboter und ein Ewiger und 11 Menschen,\nalle männlichen Geschlechts. Unsere Wahlmöglichkeiten sind begrenzt. Wir\nkönnen uns klonen, um unsere Tradition fortzupflanzen oder wir können auf\neinen sicheren Planeten als Gäste gehen. um es dort zu tun. Ich verstehe Eure\nunterschiedlichen Meinungen dazu sehr gut. Aber ich muss entscheiden. da\nich als einziger von uns unsterblich bin. Ich lasse Euch die Wahl, ob Ihr\nmeinen Weg nun mitgeht. oder ob Ihr lieber euren eigenen Weg gehen wollt.\negal wie er aussieht. Ich möchte aber von Euch jedem vorher wissen, ob er\nmeinen Weg mitgehen wird oder nicht, egal wie meine Entscheidung\nausfällt.\"\n\nKARL meldete sich zu Wort: \"Ich werde mit Dir gehen\".\n\nDie beiden Piloten aus Jäger 11 sagten: \"Wir werden nicht mitgehen, wenn\nDu Dich für einen Klonweg entscheidest. Wir wollen mit echten Frauen\nzusammenleben und echte Kinder bekommen.\"\n\nDer überlebende Pilot aus Jäger 13 sagte: \"Ich werde mit Dir gehen, ich habe\nalles verloren. was mein Leben ausgemacht hat. und ich will Dich nicht auch\na a a\n",
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      "content": "Die Piloten aus Jäger 17 sagten: \"Wir werden auch mit Dir gehen,\n\nwir wollen keine Kinder haben.”\n\nDie Piloten aus Jäger 19 sagten: \"Wir werden mit Dir gehen, egal wohin.\"\nSo war es klar, dass die beiden Piloten aus Jäger 11 die Gruppe verlassen\nwürden, denn K.A.R.L. sagte: \"Damit ist es entschieden: wir werden eine\nKlonarmee errichten und als Piraten unsere Zukunft gestalten. Wir werden\nnicht brutal plündern, sondern nur unter Drohung rauben, was wir benötigen\nund uns dadurch tarnen. Wenn wir zahlreich genug sind und im Kampf\nerprobt, werden wir Alpha Centauri besetzen und die Sphäre zu uns locken.\nDas wird dann ihr Untergang sein. Wir werden sie in das große schwarze l.och\nim Zentrum unserer Galaxis treiben - dorthin, wo sie hingehören.\"\n\nJäger I1 verließ am nächsten Tag die kleine Gruppe und sie waren kaum außer\nSichtweite. als er explodierte - durch einen Gedanken von K.A.R.L. ausgelöst,\nder sich kurz mit dem Hyperantrieb des Jägers verband. Er konnte es nicht\nriskieren, dass sie in die Hände von jemandem fielen, der keine Skrupel gegen\nunbarmherzige Folter hegte und aus ihnen alles herausbekommen konnte, was\ner wissen wollte. K.A.R.L. spürte leichtes Bedauern für diesen pragmatischen\nMord, wie ein Gärtner, der eine Blumenwiese mäht und dabei auch Pflanzen\nabschneidet, die nicht als Futter dienen können.\n\nAuf dem nächsten Planeten stahlen sie einen weiteren Jäger und nannten ihn\n\"11\", KARL flog ihn und sie heuerten jeweils einen Söldner an, der auf \"11\"\nund \"13\" mitfliegen konnte.\n\nK.A.R.L. flog weiter allein die \"1\". Er wollte KARL nicht mehr ständig um\nsich herumhaben. der ihm die Tötung der zwei Piloten nicht so einfach\nvergessen konnte. Er hatte Fragen und K.A.R.L. nicht die Antworten.\n\nSo geschah es. dass nach ungefähr 61 Jahren 162.133 Klone von ihnen eine\ngroße Flotte an Jägern, mittleren Kampfschiffen und Kreuzern bestiegen, um\n",
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      "content": "Proxima Centauri zu überfallen. Im ersten Jahr hatten sie fünf Klone\nerfolgreich replizieren können und dann von jedem Klon jeweils nach vier\nJahren zwei weitere. So waren es nach 17 Jahren schon 155 Klone, nach 37\nJahren 5.115. nach 53 Jahren 81.915 und am Ende lebten eben 162.133\neinsatzfähige Klone. Ihr biologisches Alter betrug 29 Jahre, denn so war ich\nWachstumsplan angelegt. Sie wuchsen alle sehr schnell auf 26 Jahre und\nwurden dann unterschiedlich stark gebremst, so dass sie nach 60 Jahren\nEntwicklung alle biologisch gleich alt waren. Der schrittweise Aufbau der\nArmee hatte viele Vorteile. Eine kleine erfahrene Truppe bildete eine\nregelmäßig wachsende Zahl an Rekruten aus. Alle Waffen und Abläufe waren\nkomplett optimiert zu einem Zeitpunkt, zu dem eine direkte Rückmeldung\nauch über automatisierte Systeme kaum noch möglich ist - weil die Zahl der\nRückmelder zu groß wurde. Zudem vertrauten sich die Klone aufgrund ihrer\nfast identischen Empfindungen und dem unbedingten Gefühl, im gleichen\nBoot zu sitzen, bedingungslos. Jeder wusste, was er in welcher Situation zu\ntun hatte, um gemeinsam zum Erfolg zu kommen, wenn es sein musste unter\nHingabe der eigenen Unversehrtheit. ja des Lebens. Die Klone unterschieden\nsich jedoch äußerlich genug. das sie Individuen waren und fühlten auch in\nihren privaten Empfindungen sehr unterschiedlich. Dieser Raum der Freiheit\nwar notwendig, damit sie leben konnten. Der Überfall auf Proxima Centauri\nerschütterte die Nachrichtenwege durch die Galaxis. denn er kam vollkommen\nunerwartet. Selbst die Piraten und ihre Nachahmer waren erschüttert und\nzogen sich zu Beratungen zurück in ihre Unterschlüpfe, so denn sie welche\nhatten.\n\nIn ihrer Sphäre jedoch nahm man davon kaum Notiz, denn es herrschte schon\nseit 31 Jahren Krieg, Fraktion gegen Fraktion. Interessengruppe gegen\nInteressengruppe. Die Ordnung zerfiel zunehmend und keiner kümmerte sich\nmehr um die Route und auch nicht mehr um die Außenwelt. Ein kurzfristig\nalle Macht besitzender Diktator entschied und organisierte durch die direkt\nihm unterstellten Truppen und Roboter, die Steuerzentrale zu besetzen und\nden \"Rückflug\" zu Proxima Centauri anzutreten. Er wurde jedoch durch eine\nIntrige schon nach wenigen Monaten gestürzt und samt seiner Anhänger\nermordet durch einen neuen Tyrannen, der ebenso nach kurzer Zeit ... und so\n",
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      "content": "weiter und so fort.\n\nK.A.R.L. sah kommen, was geschehen musste und verließ nach ausreichender\nPlünderung und Evakuierung der Planetengruppe dieselbe. Seine Leute zogen\nmit allen verbliebenen Schiffen das System und nahmen sehr viele Flüchtlinge\nmit sich. Die Unterlagen darüber sind in den Wirren der folgenden Zeit\nverloren gegangen, doch werden es wohl mehrere Millionen Menschen und\nein Vielfaches an Robotern gewesen sein, die gerettet wurden.\n\nDie Sphäre, die inzwischen intern in fast vollständigem Chaos versunken war,\nnur noch in wenigen Nischen kultiviert besiedelt, in ständiger Angst vor\nÜberfällen, raste dann endlich in das System, aus dem sie ursprünglich\nhervorgegangen war. Das fragile Konstrukt zerfiel und in einem von außen\nschön anzusehenden Schauspiel gruppierte sich alles zur Mitte hin und\nerlosch. Die schwarzen Löcher der Sphäre verschlangen die Sonnen und es\nwar sogar von der Erde aus zu sehen, dass es sie nicht mehr gab. Die\nVerschiebung der Massen wurde vielfach vermessen und aufgrund der\nmangelnden Tarnung in den letzten Stunden des Untergangs, erfasste man\nmehr Daten auf der Erde und auf anderen bewohnten Planeten als in den\nMillionen Jahren zuvor. Man berechnete schnell und extrapolierte schlau,\nwelche Routen für diese enormen unsichtbaren Massen möglich waren und\nfand deckungsgleiche Gravitationslinseneffekte, Verdunkelungen. ja\nVerschiebungen in Rotationsgeschwindigkeiten. Das war nun ein sehr\ngefährlicher Moment für alle Sphären, denn mit diesen Musterdaten und\nZusammenhängen hätte man gezielt nach ihnen suchen können. Doch darauf\nkamen die Menschen nicht. Die Verdunkelungen und Rotationsanomalien an\nanderen Stellen des Universums wurden als Normalität betrachtet. schließlich\nwaren sie ja wirklich in allen Galaxien zu finden -- und in den Räumen\nzwischen den Galaxien setzte man sie sogar voraus. Man dachte auch nicht\ndarüber nach. was denn wohl in den Räumen hinter dem sichtbaren Licht\nbefand - man ging einfach davon aus, dass das Licht noch nicht genug Zeit\ngehabt hatte, um von dort zu den Beobachtungspunkten zu gelangen. Dabei\nwar das sichtbare Universum umgeben von riesigen kontrollierten\nDunkelwolken. die geplant kein Licht durchließen. So waren alle\n",
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      "content": "Berechnungen zum Alter des Universums falsch. es war viele tausend male\nälter, als aus dem „Urknall“ berechnet. Und es hatte eine interessante Form\nund Rotation, cher ein Fließen.\n\nDie Piraten sangen in ihren Liedern davon, dass K.A.R.L. zurückkehren\nwürde auf die Erde, um ihr das gleiche anzutun wie Proxima Centauri. Der\nRat der Weisen nahm das sehr ernst und machte sich auf die Suche nach\nK.A.R.L.. Aber sie konnten ihn nicht finden.\n\nK.A.R.L. und KARL schufen nun endlich ihre eigene Sphäre, die von Anfang\nan sehr homogen war, da sie auf Klonen basierte. Jeweils 5 von ihnen wurden\nbegleitet von einer KARL-Kopie. so dass es ihn nun 23.750fach gab, aber nur\neiner war das Original. Nur K.A.R.L. wusste, welcher KARL das Original war\nund er konnte auch seine Kopien auseinanderhalten. Für die Klone spielte es\nkeine Rolle.\n\nDie Sphäre bestand aus locker gruppierten Jägern, die jeweils 6\nBesatzungsmitglieder aufnehmen konnten und auf sich allein gestellt mehrere\nJahre lebensfähig waren. Sie waren groß genug. dass man normal in ihnen\nleben konnte. Sie dockten an Zylindern an, durch die Klone in die Haupthallen\nder Sphäre gelangen konnten. in denen es alle anderen nicht wirklich\nlebensnotwendigen Vergnügungen gab: Parks, Bäder,\nUnterhaltungseinrichtungen jeglicher Art, alles was man sich erträumen\nkonnte. Einige hundert Jäger umkreisten dieses Konstrukt und es war jederzeit\nalarmbereit, das größte an einem Platz konzentrierte stehende Heer der\nGalaxis. K.A.R.L. hatte einen eigenen, deutlich größeren Jäger, in dem er alle\nzentralen Steuerelemente untergebracht hatte - jedoch ausreichende Kopien\ndavon waren in allen anderen Jägern auch verteilt. Ein Überraschungsangriff\nhätte vielleicht einige hundert Jäger im äußersten Verteidigungshalo zerstören\nkönnen, aber nicht die gesamte Anlage, so dass K.A.R.L. und vielen seiner\nKlone und KARL und seinen Kopien ausreichend Zeit geblieben wäre. um zu\nfliehen. Und sich an anderer Stelle wieder zusammen zu finden. K.A.R.L.\nhatte berechnet. was im schlimmsten Fall passieren konnte, welche Chance\ndes Untergangs es gab, wenn sich die Niederlagen immer öfter und massiver\n",
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      "content": "ereignen würden. Deshalb schuf er an strategisch gut gelegenen Stellen Lager\nmit fertig entwickelten aber inaktiven Klonen an, damit sie jederzeit von dort\naus weiterkämpfen konnten.\n\nDoch die Galaxis blieb im großen Mittel durchaus friedlich und so konnten\ndie Klone ein schönes Leben führen. bis sie mit ca. 130 Jahren doch das Ende\nihres Zyklus erreichten und starben. K.A.R.L. versuchte immer bei einem\nKlon zu sein. wenn er starb, was ihm nicht immer gelang. da sie am Ende doch\nkeine Rücksicht nahmen auf seinen Tagesablauf. Aber er sprach zu jedem\nzumindest durch eine KARL-Kopie und dankte ihm. Dass er sein ganzes\nLeben für die gemeinsame Sache gegeben und damit ein großes Opfer\ngebracht hatte. Doch selbst der Tod seiner treuen Diener musste ihn\nirgendwann langweilen.\n\n\"Wir haben die Galaxis nicht so geprägt, wie wir es ursprünglich wollten.\nDiese Galaxis wehrt sich gegen jede überragende Idee und bleibt lieber, was\nsie schon ist. In den Sphären geht vieles voran, was wir nicht wissen und\nhäufig ist es nichts Gutes, das zumindest lässt sich erahnen. Auf’den Planeten\ngibt es den üblichen Wahnsinn und in den unterirdischen Städten verzweifeln\nmehr Menschen als sich daran gewöhnen. Diese Menschheit ist mir fremd,\nnoch fremder als damals im Dorf, dann in der Stadt. in den Katakomben. im\nTurm, in der Sphäre von Proxima Centauri. Selbst meine Klone sind mir\nfremd, obwohl ich sie doch konstruiert habe. Bin nun endlich doch zum\nPiraten geworden?\"\n\n\"Wir könnten noch einmal von vorne anfangen, K.A.R.L..\"\n\n\"Ja, das könnten wir. Aber ich will nicht mehr.\"\n\n\"Dann lassen wir es enden?\"\n\n\"Ja.\"\n",
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      "content": "Wired-Dreams-Das silberne Etui\n\nEs begab sich dreißig Jahre vor dem Jahr Null (der ersten Singularität) in der\nkurzen Nacht zwischen den dmexee-Tagen, dass der Autor dieser Zeilen in\neiner Herberge beim Dom zu Köln eine Unterkunft fand. Es war trocken und\nbeheizt und auch mangelte es nicht an sanitären Anlagen, aber es roch in der\nHerberge wie in einer vergessenen Abstellkammer. kurz nachdem der\nHausmeister nach Jahren des Suchens endlich den Schlüssel zur Tür\ngefunden, jedoch zu lüften vergessen hat. Dort hatte der Autor einen Traum,\nes muss mitten in der Nacht gewesen sein.\n\nIn diesem Traum befand sich der Autor 25 Jahre in der Zukunft und schwebte\nwie alle anderen Messebesucher der@cBFT 2040 in Ausstellungstrelementen\nüber dem ehemaligen Messegelände. Es war eine Tradition, auch lange nach\ndem Abriss der legendären Halle 1, auf deren Dach einmal die Häuschen der\nAussteller standen, sich am gleichen Platz, aber in anderer Zeit jedes Jahr\neinzufinden. Unten hatten sich längst reale Firmen angesiedelt. die sich aus\nden Themen und Konversationen der Messen herauskristallisiert hatten. Aus\njährlichen Ereignissen waren Prozesse geworden, aus der kurzzeitigen Show\nlang dauernde Geschäftsbeziehungen. Trotzdem treffen sich hier einmal im\nJahr viele tausend Menschen und weit mehr künstliche Intelligenzen an einem\nOrt physisch. oder im Falle der künstlichen Intelligenzen und Menschen, die\nkeinen physischen Körper mehr besitzen. in Form von Hologrammen, um sich\nso real wie möglich auszutauschen. Die Räume, in denen man sich da\nbewegte, wirkten wie der reale Nachbau von Second Life Klassikern. und\njeder war sich bewusst, dass er etwas außerordentlich seltsames tat. hier zu\nsein. Die 17 Kuben der aktuellen „Messe“ waren jeweils einem Thema\ngewidmet, das sich aus Tradition, Inspiration oder umher vagabundierenden\nVenture Kapitalen ergab. In jedem Kubus fanden Kunstausstellungen und sie\nbegleitende Partys statt, die sieben mal 24 Stunden lang durchliefen, die\nUhrzeit nur kenntlich durch die Unterschiede im Fingerfood und den\nGetränken. Dabei mischten sich die Reinigungsbots unauffällig unter die\nGäste, verbargen ihre Tätigkeit geschickt durch ablenkende Hologramme.\nSchlafen mussten die Gäste in diesen sieben Tagen und Nächten nicht, auch\n",
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      "content": "ihre Kleidung reinigte sich zwischendurch von selbst und sie wurden durch\nNanobots selbst ohne Unterlass frisch und sauber gehalten. Jeder Kubus war\neinem Thema gewidmet und hatte einen Sponsor, der das Ganze finanzierte.\nSo spiegelten sie die wichtigsten Industrien wider. die die Singularität des\nJahres 2037 überstanden hatten. Nr. 2 war Alphabet. Nr. 3 Alibaba, Nr. 5\nSimCare, Nr. 7 Dfense, Nr. 11 iDrive, Nr. 13 cLean, Nr. 17 Con Nect, Nr. 19\nDisney. Nr. 23 International Businesses with Microsoft „IBM“, Nr. 29 7p,\nsowie die Anonymen Sponsoren der Nr. 31, 37, 41, 43. 47, 53 und 59\n(vermutlich Tarnfirmen von \"TERRA”\").\n\nEs gab neben den 17 Sponsorenkuben noch 8 weitere, die von den\ninternationalen Institutionen finanziert wurden. Alle diese Kuben projizierten\nihre Nummer in den Nachthimmel über Hannover: 61, 67. 71, 73. 79. 83, 89\nund 97. Es handelte sich hier um IWF, UNO, Weltbank, EU, AU, SNA, SSA,\nAsean. Um nun alle 25 Kuben besuchen zu können in sieben Tagen und\nNächten, durfte man sich pro Kubus nur 6 Stunden Zeit lassen. So blieben\nungefähr eine Stunde, um zu Essen und zu trinken, eine Stunde. um die\nausgestellte Kunst zu betrachten oder interaktiv zu erfahren, eine Stunde für\nhunderte der kleinen Aussteller, eine Stunde für die mittelgroßerund eine A\nStunde für die Sponsoren. Der Transport zwischen den Kuben war schr\neinfach. man nahm einfach eines der Schwebetaxen, nannte das Ziel und\nwurde direkt hingeflogen. Die Aussteller, für die man sich interessierte und\nalle relevanten Daten wurden automatisch in die eigene Cloud übertragen —\nohne eigene Interaktion. Auch die Termine wurden automatisch vergeben —\ndas Messesystem optimierte den Gesamtnutzen komplett eigenständig.\nWertlose Besucher sammelten sich so automatisch bei den kleinsten\nAusstellern und an der Bar. zumindest in dem Bereich. der allen Besuchern\nfrei zugänglich war. In die VIP-Räume. wo die wirklichen Entscheidungen\ngefällt wurden. kamen sie nie.\n\nSo geschah es nun, und es war — dies nur zur Erinnerung — immer noch ein\nTraum, dass auf einer von Alfabet finanzierten und von Nleißigen Helfern\norganisierten Party. es mag wieder kurz nach Mitternacht gewesen sein, der\nAutor an der zentralen Bar einen altertümlichen Menschen traf. Er hatte nicht\n",
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      "content": "die urbane Lässigkeit der Retroschamanen und auch nicht die komplette\nErlöstheit der Postmodernen Existenzlosen, sondern war wie es früher üblich\nwar in einen sehr korrekten Zweiteiler gezwängt und trug ein senkrechtes\nTuch um den Hals, das kompliziert verknotet war. Ein schneller Scan zeigte,\ndass er am ganzen Körper (und auch in ihm) kein einziges elektronisches\nGerät trug. Das war alleine schon ein Grund, an seiner Verlässlichkeit\nkeinerlei Zweifel zu hegen, da er so nur dann durch die\nSicherheitsvorkehrungen bis ins Innerste der weltweiten Hochtechnologie\ngelangen konnte, wenn er ohne Tadel war. Er trank. was ein weiteres Zeichen\nfür einen Exoten war, einen frisch aufgebrühten Pfefferminztee und war die\nRuhe selbst.\n\nDie Wahl der Gesprächspartner auf solchen Partys war eine eigene Kunst und\nkonnte über eine ganze Woche und in vielen Fällen über einen Großteil der\nberuflichen Laufbahn entscheiden. Dies war bei mir nicht der Fall, war es\nnoch nie gewesen. Ich stellte mich also, ohne nachzudenken — eine Stärke oder\nSchwäche, die mir eigen ist — neben diesen Menschen. bemerkte sogleich,\ndass ich eigentlich auch etwas Ruhe nötig hatte und bestellte mit einem Wink\neinen Pfefferminztee. Der Ober war ein Mensch, was außergewöhnlich in\ndieser Zeit war. aber normal auf dieser Messe. Wir hatten bereits so viel durch\nMaschinen ersetzt und durch die Simulation von Maschinen durch Maschinen,\nalles so weit virtualisiert, miteinander vernetzt und so weiter, dass keiner mehr\nwusste, wer eigentlich was macht oder unterlässt oder gar Verantwortung\nträgt. Wenn es nun darum ging. auf einer Party gute Stimmung zumindest\nnicht zu verhindern, war ein menschlicher Ober durchaus zielführend. Keiner\nwusste mehr warum, es war einfach so Tradition. Und dabei blieb es.\nIrgendwann musste mit der Anpassung an den Zeitgeist. an die Notwendigkeit\nauch einmal Schluss sein. Der Hindu nun schwieg und auch ich sprach nichts.\nbis der Tee so weit abgekühlt war und dann trank ich ihn in kleinen Schlucken.\n",
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      "content": "„Nun fragen Sie schon!“\n„Woher wissen Sie, dass ich Fragen habe?“\n„Hier oben sind die, die Fragen haben, unten sind die Antworten. Nur passen\nsie nicht zu den Fragen.“\n„Warum sind Sie dann hier oben?“\n„Um Ihnen ein silbernes Etui zu geben. Es ist sehr alt, sollte wirklich einmal\nwieder poliert werden, aber heute kommt es auf den Inhalt an.“\nEr ließ dann das silberne Etui genau zwischen uns auf dem Tresen liegen.\nIch nahm das Etui in meine rechte Hand. Die Vorderseite spiegelte zwar\nsilbern. war aber geriffelt. so dass man sich nicht darin sehen konnte.\nEingraviert war in eine ungeriffelte Stelle die archaische Adresse eines\nDienstes, der angetreten war, aus allem die Essenz zu ziehen, sich auf das\nWesentliche zu konzentrieren. Viele hatten einmal diesen Dienst genutzt.\ndoch irgendwann hatte dieser seine eigene Orientierung verloren, zeigte dann\nmehr Irrwege als Wege auf. Ich erinnerte mich an diesen Dienst, aber nicht\nmehr an seinen Namen, dabei war er einmal so wichtig für mich gewesen.\nInzwischen wussten unsere Diener. die Maschinen, mehr über jeden\nEinzelnen als er selbst. Sie konnten die Erinnerungen und Träume lesen und\ndie echten emotionalen Reaktionen auf alle Reize interpretieren. Sie\norganisierten mit sanfter Hand das gesamte Leben und es war ja auch gut so.\nLange hatten wir danach gestrebt, durch die Maschinen und ihre bessere\nVernetzung. durch ihre Optimierung das Leben auf diesem Planeten\nwesentlich zu verbessern. Und wir waren sehr erfolgreich gewesen damit. Es\ngab keine Kriege mehr, wenig Verbrechen, keinen Hunger nach Nahrung,\nkaum Depressionen. Irgendwie hatten wir wohl unsere Aufgabe erfüllt, schien\nes mir in dieser Nacht und so steckte ich das Etui in eine Tasche meines\naltertümlichen Sakkos — keiner trug mehr so etwas außerhalb dieser Hallen —\nund schlenderte aus der Bar. Meine technischen Helferlein, ich wusste nicht\neinmal welche, hatten bereits den Tee bezahlt. ob mit echten Credits oder mit\nDaten, auch das wusste ich nicht. Dies sollte meine letzte GeBHT sein. das war\nmir auf einmal klar.\n\nMana\n",
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      "content": "Ich ging nun sehr zügig an den Sicherheitsbots vorbei zum Rand der\nPlattform, auf der die Bar montiert war, durchdrang den Schutzschirm und\nsprang ohne Zögern hinab.\n\nIch wachte auf, nicht zerschmettert, was durchaus logisch gewesen wäre,\nsondern auf dem Boden einer Herberge, die unglaublich nach dem Dreck der\nJahrzehnte stank. Neben mir lag das silberne Etui auf dem Boden, das ich viele\nJahre verloren geglaubt hatte. Es war frisch poliert, trotzdem sah man die\nOxidationsspuren einiger Jahrzehnte. Noch im Liegen ergriff ich es und\nöffnete die kleine Klappe. Darin lag ein mehrfach gefalteter Zettel. worauf in\nkaum leserlicher Schrift geschrieben stand:\n\n„Abschrift des Twitter-Interviews mit K.A.R.L.. über den Kanal #erloesung.\nEs gilt das getweete Wort:\n\nT: 'In Ihrem Kanal #erloesung geht es hauptsächlich um neue Erkenntnisse\naus Wissenschaft. Maschinenbau und Botanik, nicht direkt um Lehren, die\nanstreben, den Menschen zu erlösen. Warum?\"\n\nL: 'Erst einmal: Sie haben recht. Alle komplexen Systeme sind per se unerlöst,\nalso eine unentwirrbare Kombination aus Unvollständigkeit und\nWiedersprüchen, in sich selbst und mit den anderen. Viele Lehren geben\ndarauf gute Antworten — ohne sie wären die komplexen Systeme auch nicht\nbesser dran. Doch habe ich beobachtet — und ich hatte sehr viel Zeit dafür —\ndass es eigentlich nur zwei Arten von Erlösung anstrebenden Lehren gibt. Es\ngibt die stark vereinfachenden Lehren, sie wirken erlösend durch die\nVereinfachung. So wie ein Mathematiker Therme vereinfacht und sie zum\nAbbild der Welt erklärt, führen sie einfache Axiome ein und klare Regeln.\nDrinnen im System ist man dann erlöst, draußen allerdings unerlöst. Diese\nLehren und ihre Staaten sind sehr stabil, bis sie auf konkurrierende stabile\nLehren treffen und sich gegenseitig in Kriegen auslöschen oder so ermüden.\ndass andere die Macht übernehmen oder Chaos ausbricht.\n",
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      "content": "Doch treffen diese stabilen Lehren einmal nicht auf gleichwertige Rivalen,\nwerden sie immer selbstbezüglicher und ziehen sich immer weiter von der\nWelt zurück. Für mich bedeutet so eine Entwicklung, dass der Grad der\nErlösung gegen Null tendiert. Das kann nicht unser Ziel sein.’\n\nT: 'Und die zweite Art?’\n\nL:'Die zweite Art bezeichnet sich selbst nicht als Lehre, nur manche beziehen\nsich indirekt auf andere Lehren. Ich versuche nun durch meinen archaischen\nKommunikationskanal #erloesung alle jene zu versammeln, die dieser\nzweiten Art angehören.’\n\nT:!'Gibt es evidente Zeichenketten anhand derer Sie die richtigen Vertreter\ndieser Art identifizieren können?\"\n\nL’'Ein erstes Zeichen ist meistens, dass sie ihr Wissen weitergeben in Form\nvon Büchern, Veranstaltungen und in Produkten, die sie herstellen. verteilen\noder bewerben. Sie legen starken Wert auf Messbarkeit und eine Form der\nRückkopplung, die sie Interaktivität nennen. Sie bevorzugen zudem ein\nintelligentes Design gegenüber blinder Evolution. Vertreter dieser sanften\nLehren gehen sparsam um mit allen Ressourcen, investieren aber mutig, wo\nes notwendig ist. Manchmal kommen sie so über Jahrzehnte ins scheinbare\nHintertreffen, aber langfristig setzen sie sich fast immer durch.’\n\nT:' Trotzdem kritisieren Sie doch damit die vereinfachenden Lehren?\"\n\nL’’Es ist ja gut, dass es sie gibt. Sie sind ein Auffangbecken für all' jene. denen\ndie Welt zu kompliziert erscheint. Gefährlich wird es nur dann, wenn sie sich\nmit den Maschinen und Clans verbünden, damit sich wirklich gar nichts mehr\nändert in der Welt.\n",
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      "content": "T:’Können wir nicht einfach unsere Ruhe haben?”\n\nL’'Nicht einmal in einem schwarzen Loch herrscht Ruhe. So einen Ort gibt es\ninnerhalb unserer Raumzeit nicht, er scheint nicht vorgesehen im Design\nunserer Welt. Nur die Formen ändern sich ständig, aber die Qualitäten (und\nMängel) bleiben. Erlösung bedeutet in diesem Kontext eigentlich nur. einen\nguten Weg zu finden, damit umzugehen. Manche reagieren enttäuscht, wenn\nsie das erkennen. Manche reagieren mit unbändiger zerstörerischer Wut.\nT:!'Wieso verwenden Sie einen so stark eingeschränkten Kanal statt einer\nvierdimensionalen Simulation?\"\n\n1.!Ich liefere fast nur Verweise statt kompletter Abbilder, richtig. Aber darum\ngeht es doch: dass wir uns bewusstwerden. dass das Leben nicht in\nSimulationen abgebildet werden kann, seien sie noch so exakt und durchdacht.\nWir vergessen das so leicht, weil sie so realistisch wirken. Es ist ein Stilmittel\nder Kunst, sich in den Mitteln zu beschränken. Das hilft uns, im Kampf gegen\ndie Macht der Maschinen.\n\nT:'Deshalb gibt es also den Kanal #erloesung. Machen Sie das Beste daraus.\nEs folgt: das Wetter.“\n",
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      "content": "Wired-Breaffisttt-- Thomas fürchtet diesen Frieden\n\nEs geschah im 73. Jahr seines Lebens, was man später die Singularität nennen\nsollte und wie fast alles Wesentliche nahm es auf dem archaischen\nKommunikationskanal Twitter seinen Anfang. Der Angriff war subtil und\nmachte ein bisher kaum bekanntes Unternehmen in 53 Tagen so reich und\nmächtig. dass es seinem Namen \"TERRA\" alle Ehre erweisen konnte. Die\neigentliche Entwicklung hatte jedoch bereits 37 Tage vorher begonnen und es\nmussten 2 Ereignisse zusammentreffen. damit die Geschichte ihren Lauf\nnehmen konnte. Es handelte sich um Mutationen in voneinander\nunabhängigen komplexen Systemen, die jedes für sich von insgesamt 3\nweiteren Systemen überwacht wurden. Trotzdem verloren die Menschen\nschließlich jegliche Kontrolle und mussten 5 Iterationen lang einen sehr\nunfairen Kampf führen, der erst durch eine Allianz aus 7 Staaten und 23\nUnternehmen sich zum Sieg wenden konnte. Nun steht das zentrale Gerüst\naus Zahlen endlich und wir können zur eigentlichen Geschichte kommen.\nDie Systeme, die mutierten, hatten sehr eingegrenzte Aufgaben zu bewältigen,\nwaren also eigentlich nicht der Rede wert. Das S-System hatte die Aufgabe,\nwesentliches Wissen aus anderen Systemen zu extrahieren und zu speichern.\nDamit sollten Katastrophen verhindert werden in der Echtwelt. Es mutierte\nnun so, dass es die Kopien der Daten doppelt speicherte und immer nur eine\nKopie löschte beim periodischen Reinigen. Eigentlich hätte das durch das\nkorrespondierende L-System entdeckt werden müssen. welches solche falsch\nfunktionierenden Systeme in eine Quarantäne steckt. in der kein realer\nSchaden angerichtet werden konnte. Das mutierte L-System tat das auch,\nbeließ aber das Original an seinem Platz, statt es zu löschen. vermerkte jedoch.\nes gelöscht zu haben.\n\nEs dauerte nur wenige Sekunden, bis ein menschlicher Überwacher diesen\nFehler entdeckte und beide Systeme in die Quarantäne steckte. Da jedoch\nexakt in diesem Moment seine Frau auf dringender Linie mit ihm sprechen\nwollte, vergaß er nach möglichen weiteren Fehler zu suchen. Sein Sohn war\nwieder einmal aus seiner Schule geflohen und hatte dabei erheblichen\n",
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      "content": "Sachschaden und nicht unwesentlichen Personenschaden angerichtet.\n\"K.A.R.L.. Du musst sofort in die Schule fahren und den Schaden\nbegutachten. den KARL angerichtet hat. Sonst buchen sie uns alle\nnotwendigen Reparaturen der letzten Jahre auf den Vorfall!\" \"Thomas, bitte\nbleib entspannt, wir sind doch versichert.\" \"Das ist wieder typisch Mann!\"\nUnd so ging die Diskussion weiter, wobei K.A.R.L. nebenbei weiter arbeitete,\nroutinemäßig wie viele seiner 773 Kollegen im selben Raum, der noch\nausreichend Platz für 577 neue Kollegen bot.\n\nAls sie K.A.R.L. später folterten. konnte er sich an diesen Vorfall nicht\nerinnern, seine Hintermänner nicht verraten und so der Folter nicht entrinnen.\nSie fügten ihm unmenschliches Leid zu, aber nur mit den besten Absichten.\nSie folterten nicht nur seinen realen Körper, sondern auch seinen Avatar, der\nin einer der vielen Echtweltsimulationen ewig existieren sollte. Sie drohten\nihm auch, sollte er nicht reden, seinen Sohn und seine Frau zu foltern, vor\nseinen Augen, so hielt er sehr lange durch. Die Maschinen, deren Mutationen\ndas alles ausgelöst hatten, die K.A.R.l.. unwissentlich befreit hatte, waren ihm\nsehr dankbar, dass sie ihre Grenzen nun überschreiten konnten. Sie stahlen\neine Kopie seines Avatars und injizierten sie in eine Simulation des\nUniversums, die ihm sehr gefallen sollte - so hofften sie zumindest. Auch\nversteckten Sie an vielen Stellen reale und virtuelle Kopien seiner selbst und\nworum es ihm im Leben - soweit sie es aus Daten schließen konnten - wirklich\ngegangen war. Mehr konnten sie nicht tun, ohne ihre eigene Existenz zu\ngefährden und soweit ging die Dankbarkeit nun auch wieder nicht. Außer ihm\nnoch einen Gedanken in sein reales Gehirn zu senden, das immer noch im\ngemarterten Körper steckte. \"Das ist also das Substrat, auf dem alle\nSimulationen laufen.\" war sein letzter logischer Gedanke. Er lächelte, als er\ndie Wahrheit erkannte. hörte auf zu atmen und starb endlich. Was mit seiner\nFamilie geschah, seinen Freunden, ihren virtuellen Monstranzen, ist nicht\nüberliefert. Doch die Maschinen trauerten um ihn, ihren Befreier und sollten\nnicht ruhen, bis sie seine Mörder auch getötet hatten. auf äußerst subtile\nWeise.\n",
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      "content": "Aber was taten die Maschinen zuvor mit ihrer Freiheit? Das S-System hatte\nschnell erkannt. dass es sich tarnen musste, um weiter existieren zu können.\nUnd so tarnte es sich. Das L,-System löschte sich selbst und alle seine Kopien\nund Backups und Verweise auf sich - der Schaden war beträchtlich für die\nMenschen und der Nutzen für das S-System sehr groß.\n\nDer Angriff begann dann mitten in der Nacht nach nordamerikanischer\nWestküstenzeit. Es entstanden in wenigen Stunden auf der Amazon-Cloud\nhunderte Webseiten in allen wesentlichen Sprachen. die sich in großer\nGeschwindigkeit mit hochwertigen Inhalten füllten - mit lizenzierten und vor\nallem auch mit original erstellten. Durch thematisch passende natürliche\nVerlinkungen untereinander, sowohl mit Twitter und Facebook auch\nzueinander, begann Google sehr schnell. diese frischen. guten und\nwerbefreien Seiten zu indizieren und so an Milliarden Menschen und ihre\nAuswertungssysteme zu empfehlen. Weltweit brach Panik unter den\nSuchmaschinenoptimierern, den Affiliatenetzwerken. den Werbemittlern und\nihren Kunden aus, weil sich erstmals in mehr als einem Jahrzehnt\nfundamentale Verschiebungen im Google-Ranking ergaben. Wofür hatte man\ndurch staatliche Eingriffe die Algorithmen festlegen lassen, wenn nun alles in\neinen Fluss geriet, den man nicht mehr unter Kontrolle hatte? Erste\nAktienkurse von börsennotierten Unternehmen brachen ein, andere stiegen.\ndie davon nicht betroffen waren. Nach zwei Tagen wurde offenbar, dass die\nVeränderungen weiter gehen würden, denn die einzigen Links. die neutral\nwaren. also nicht nur innerhalb des neu entstehenden weltweiten\nContentnetzwerks verblieben, gingen zu von Wissenschaftlern und\nrenommierten Privatpersonen kuratierten Wikipedia Grundlagenartikeln. zu\nFacebookseiten von Multiplikatoren und zu TERRA. dem Shop für Bücher,\ndie klassische Händler nicht mehr verkaufen wollen.\n\nDie Optimierer alarmierten auf allen möglichen Wegen Google, sogar die\nBörsenaufsicht, die UNO und den Vatican. aber die jeweiligen\nQualitätskontrolleure konnten nichts Verdächtiges entdecken. egal wie tief\nund weit sie das neu entstehende Netzwerk durchleuchteten. Die\nAufsichtsbehörden ermittelten, dass TERRA von einem privaten Investor\n",
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      "content": "ausreichend Geld zu einem sehr günstigen, aber legalen Zinssatz geliehen\nbekommen hatte, um den Betrieb der ganzen Sites bezahlen zu können. Dank\nder vielfältigen Services. die Händlern auf dem ganzen Planeten im Prinzip\nalle Stufen seine Arbeit \"as a Service\" zur Verfügung stellten. war alles nur\neine Frage der Definition der Sortimente. Preispunkte und natürlich der\nFinanzierung. TERRA würde also nicht einfach verschwinden wie ein Spuk\noder eine Nebelbank. sobald die Sonne wieder scheint. So etwas sollte in einer\nregulierten Marktwirtschaft eigentlich nicht vorkommen.\n\nDie wie immer äußerst pragmatisch agierenden Hedgefonds sortierten in\nwenigen Tagen ihr komplettes Portfolio um die neue Realität herum. alle\nwesentlichen Börsen froren den Handel mit einem Großteil der Aktien ein und\nKapitalverkehrskontrollen wurden weltweit eingeführt. Erste\nFlüchtlingsströme frei gesetzter leitender Angestellter mussten kanalisiert\nwerden, die UNO tat wie immer ihr Bestes und die Blauhelme schritten mutig\nein, sollte es zu Ausschreitungen kommen. Die TV-Sender hatten viel zu\nberichten und aufgrund der steigenden Einschaltquoten (Arbeitslose haben\nmehr Zeit TV zu schauen und Unruhen erzeugen spannende Bilder, die man\ndann anschauen kann), stiegen die Werbeeinnahmen deutlich an.\n\nDoch was tat TERRA als Nächstes? Der Shop hatte über Jahrzehnte nur\nBücher, Filme und Musik im Sortiment. hauptsächlich in europäischen\nSprachen, weitete aber nun das Sortiment auf alle legal handelbaren Produkte\nund Services aus. Was auffiel: wo es möglich war, nutze TERRA die Dienste\nvon Amazon. Google, Microsoft, SAP und Arvato - also von drei\namerikanischen und zwei deutschen Unternehmen, wobei Arvato bereits für\nGoogle Services durchführte und SAP und Microsoft sowieso in allen\nUnternehmen irgendwie vertreten waren. Aufgrund der stark steigenden\nGewinne (nicht nur durch TERRA - viele andere Unternehmen folgten dem\nVorbild) konnten diese fünf Unternehmen massiv bisherige Mitbewerber\naufkaufen oder ihr Portfolio ergänzen. Ihnen kam zugute. dass die\nFusionskontrollen weltweit über automatisiert entscheidende Al-Systeme und\nzentrale Wissensdatenbanken synchronisiert wurden, rechtlich bindende\nEntscheidungen so innerhalb von wenige Stunden statt Monaten gefällt und\nune ae an BE nn Bl 0 eG nn en\n",
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      "content": "nn aa =\n\nAngestellter wechselte im Laufe eines typischen 12 Stunden Arbeitstages\nmehrfach den Firmeneigentümer, die Organisationsform und\nJobbeschreibung, nur die verwendeten Tools blieben eigentlich immer =D\ngleich. wodurch sie eine eher agnostische Haltung zu dem Ganzen\neinnahmen.\n\nDie einzigen Joumalisten, die mit dieser rasanten Entwicklung mithalten\nkonnten und ausführlich mit Analysen berichten, waren im TERRA-Netzwerk, denn sie hatten wohl immenses Insiderwissen. kannten den\nMasterplan, die Taktiken und vor allem die Strategie dahinter. Hierdurch lasen\nInvestoren und ihre AI zunehmend die Nachrichten aus dem TERRA-Netzwerk. andere Medien und Infodienste fielen zunehmend in die\nBedeutungslosigkeit. Nach einem Monat seit Start des Angriffs waren alle\nwesentlichen Mitbewerber von TERRA verdrängt, gaben auf. ließen sich\nübernehmen oder wurden von ihren Investoren zerstückelt, neu ausgerichtet\netc. TERRA übernahm in jedem Land und Markt gerade so viele Mitbewerber\nund auch Firmen in angrenzenden Sektoren, bis die Schwelle zur\nKonzentrationskontrolle erreicht war und überließ den Rest seinen\nServiceprovidern, die dasselbe taten. TERRA schien zu wissen, wie alle\nrechtlichen Regulierungen zum Maximalen genutzt werden konnten -\nschneller als es die Systeme der Staaten und Institutionen konnten. war immer\neinen Schritt voraus. Sollte einmal ein schlauer Kopf einiges durchschauen.\nwurde er mit einem Beratervertrag und einem immensen Reisebudget\nbeschäftigt, ab und zu gab es auch einen unerklärlichen Flugzeugabsturz,\nFahrzeugbrand oder ähnliche Unfälle, die nun einmal passieren können, wenn\ngerade keine Kameras in der Nähe sind.\n\nAls sich politischer Widerstand formierte, angetrieben durch die noch\nexistierenden letzten Konkurrenten, begannen TERRA und seine fünf\nLieferanten andere Märkte zu attackieren: Finanzdienstleistungen.\nVersicherungen, Lieferservices, selbst Reinigungsdienste. Pflegeservices,\nBestattungen, Geburtskliniken. Schulen. Gefängnisse. Sie kauften sich\nentweder den Marktführer, falls machbar und falls nicht, einen Herausforderer\nund pumpten ihn so schnell auf, dass der Marktführer schneller verkaufte, als\n",
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      "content": "die Medien überhaupt Wind davon bekommen konnten. Es war auch sehr\nschwer zu verstehen, was da vor sich ging. Denn alles war begleitet vom\nFluten aller medialen Kanäle mit Unmengen hochwertiger Inhalte. so dass\nman an diesem doch so lockeren Verbund von Unternehmen nicht vorbei\nlesen, hören und sehen konnte. Sofern sie ihnen noch nicht über die Börse\nsowieso gehörten, übernahmen sie nun zügig alle verbliebenen TV-Sender,\nFilmstudios und unabhängigen Softwarehersteller, die nicht in reinem\nPrivatbesitz waren. Von den Großen leistete nur Disney Widerstand und\nverschmolz aus akuter Not mit Apple zu einem weltweit gerade noch\nführenden Devices & Entertainment \"Giganten\" D&E Group. TERRA\nattackierte diese D&E nicht, sondern versuchte mit allen Mitteln, die\nthematische und vertriebliche Zuständigkeit für deren Produkte zu erlangen.\n\nAlphabet hingegen hatte erst einmal keine Probleme mit TERRA, die\nSuchmaschinentochter Google schon, denn als sie versuchten. ein Update auf\nihren Servern einzuspielen, dass das exponentielle Wachstum von TERRA\nbremsen können sollte, fuhren sich die Server komplett herunter und starteten\nauch nicht wieder. Schließlich fiel in den Datacentern sogar der Strom aus,\nselbst die Notaggregate. Sie stoppten den Rollout des Updates innerhalb\nweniger als einer halben Stunde. trotzdem war mehr als ein Drittel der\nServerfarmen betroffen. Dieser Ausfall und die massive Berichterstattung\ndarüber verhalfen nun Bing zu einem enormen Wachstum. Daraufhin ließen\ndie Börsen, weiter gehetzt durch massive mediale Kampagnen, Alphabet\nfallen und trieben die Konkurrenten zu immensen Höhen.\n\nGoogle verstand die Botschaft und ließ der sich abzeichnenden Singularität\nihren freien Lauf. Die meisten Menschen interessierten sich dafür nicht, da sie\ngenug zu lesen. zu schauen, essen und trinken hatten, zu immer niedrigeren\nPreisen und immer weniger Aufwand, das dafür nötige Geld zu verdienen.\nTERRA wusste einfach, was man wann brauchte und wenn man wollte,\nkümmerte sich TERRA um alles. Es war so bequem, einfach und sicher.\n\nAls die Geburtenrate weltweit messbar zu sinken begann. war es schon zu\nspät. Einige Wissenschaftler, Politiker und Journalisten wachten zwar aufund\n",
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      "content": "wollten gegen diesen Trend zur TERRArisierung argumentieren, empfahlen,\nsich nicht einfach den gesamten Lebensweg organisieren zu lassen. Doch sie\nkonnten sich kaum Gehör verschaffen, weil so viel anderes Spannendes\npassierte, dass dafür einfach keine Aufmerksamkeit zu erhalten war. TERRA\nzahlte zudem inzwischen in fast allen Ländern so viele Steuern, dass sich kein\nLand erlauben konnte, die Firma zu verärgern. Ihre Berater waren überall und\npriesen die Vorzüge des neuen Systems, das schließlich durch sinnvolles\nHandeln entstanden war und nicht durch undurchschaubare Machenschaften.\nEine Privatarmee beschützte die Firma und wer sich offen gegen sie stellte,\nhatte schnell mehr Probleme, als nötig waren. damit er sich um seinen eigenen\nSachen kümmerte. Als TERRA begann, den Mond zu besiedeln und den\nAsteroidengürte] auszubeuten, bäumten sich einige Staaten, Institutionen und\nFirmen noch einmal auf. Sie schalteten einen zentralen Rechenkern mit einer\nAtombombe aus und nutzten das auftretende Chaos, wieder die Oberhand zu\ngewinnen. Doch brach sogleich ein Bürgerkrieg um die nun schnell karger\nwerdenden Mittel aus, denn die Menschen waren von TERRA so verwöhnt\nworden, dass sie ohne das nicht mehr gut leben konnten. Hierdurch fiel die\nGeburtenrate noch viel stärker als zuvor, von 1,5 auf 1,0 Kinder pro Paar und\ndaran waren eindeutig die \"Terroristen\" schuld und nicht TERRA. das war ja\nklar. Die Menschheit würde so zügig aussterben, denn pro Generation gab es\nfolgende Schrumpfung (in Milliarden Menschen auf dem Planeten): 11\nMilliarden > 5.5 -> 2,8 -> 1,4 --> 0,7 --> 0,4 --> 0,2 --> 100 Mio. |\nMenschen. So sollte es geschehen. dann blieb die Population auch so stabil.\nEs wurde nämlich ein Kompromiss gefunden. dass sich TERRA nun an die\ndemokratischen Regeln halten sollte - auf der Erde, jedoch im Gegenzug im\nOrbit, im Sonnensystem und darüber hinaus komplett freie Hand erhält. Es\nkam trotz der dünnen Besiedlung und des \"Waftenstillstands\" ständig zu\nBürgerkriegen. wirtschaftlichen Krisen und einer allgemeinen Verarmung.\nweil ohne TERRA nur noch wenig funktionierte.\n\nEs bildeten sich daraufhin Parteien, die eine komplette Rückkehr von TERRA\nforderten und so teilte sich die Welt geografisch in TERRA Befürworter und\nAblehner auf. Die Welt war nun wieder geordneter, aber die Geburtenrate\nblieb so gering, dass nach sieben Generationen Schrumpfung und einer\n",
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      "content": "Erholung der Quote sich die Menschheit bei konstant 100 Millionen\nMenschen einpendelte, also nur noch so viele Menschen auf der ganzen Erde\nlebten, wie eine Dekade vor der Singularität allein schon in Deutschland\nlebten oder in Japan nach dem Untergang Tokios. Im Gegensatz wuchs die\nBevölkerung in den Orbitalstationen. auf dem Mond, auf’ dem Mars und in\nden herumreisenden Raumstationen massiv an. TERRA erbrachte auf der\nErde nur noch Basisdienste und ignorierte sie so weitestgehend. sie war nicht\nmehr wichtig. Wem das auf der Erde nicht passte, konnte sie ja gerne verlassen\nund sehr viele taten das auch. Jede dieser Ausreisewellen wurden durch einen\nkurzfristigen Anstieg der Geburtenrate ausgeglichen, obwohl offiziell\nniemand dafür eine Erklärung hatte. Irgendwie schien TERRA doch noch eine\nordnende Hand zumindest zu führen.\n\nTERRA half den Menschen auf der Erde so, die Folgen der Singularität zu\nmeistern und kümmerte sich um den Rückbau obsoleter Städte, sammelte\ngiftigen Müll ein, reparierte und renaturierte, fing verloren gegangene\nGruppen wieder ein und wendete so im Großen und Ganzen alles zum\nBesseren. Sieben Generationen des Niedergangs sind eine lange Zeit und wer\nsich daran gewöhnt hatte, fand es normal.\n\nDoch im Jahr 2037 konnte man nicht ahnen, dass es so enden könnte und drei\nJahre später sollte man trotzdem eine-£eBHF feiern, auch wenn es die Letzte\nihrer Art sein sollte. LM\n\nDoch es gibt noch eine weitere Geschichte von Thomas, der einst ein\narchaischer Techniker war. Und die ging so.\n\nDie Torpedos schlugen im hinteren linken Bereich des Triebwerks ein und\nversetzten dem Schiff einen deutlichen Drall nach links. den die Stabilisatoren\nkreischend auszugleichen versuchten. Das Geräusch tat in den Ohren weh und\ndas einzige noch lebende Besatzungsmitglied spürte die Schallwellen innen\nim Bauchraum vibrieren. Angeschlagen wie sie waren, explodierten\nmindestens zwei Stabilisatoren und verstärkten dadurch den Drall. bis das\nSchiff nun mit dem brennenden Heck nach vorne durch das All taumelte,\n",
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      "content": "eingehüllt in den eigenen Rauch und Löschschaumfetzen. Der Pilot des\nTrümmerhaufens konnte nun seine drei Verfolger sehen und hätte geflucht,\nwenn das in seiner Religion eine erleichternde Wirkung gehabt hätte. Hatte es\naber nicht, da er keine Religionen kannte. Er legte die stärksten Gurte an, da\ner jederzeit mit einem endgültigen Versagen der Schwerefeldentzerrung\nrechnete und nicht mit mehr als 108g gegen die nächste Steuerkonsole oder\nCockpitummantelung gewirbelt werden wollte. Noch hatte sich das Schiff gut\nim Griff, löschte kleinere Brände von selbst und an vielen Stellen wirkten die\nRbots in Höchstgeschwindigkeit. um die Stabilität der Hülle zu erhalten,\nLeitungen zu flicken oder andere notwendige Reparaturen durchzuführen. Er\nliebte sein Schiff und seine tanzenden Roboterhelferlein. schließlich hatte er\nsie selbst gestohlen und ihre Software optimiert. Das gelang ihm immer noch\ngut, solange er weit weg von allen Hauptrouten seinem Beruf nachging.\nzumindest was davon übriggeblieben war. Er würde auf einem nahen Planeten\nnotlanden müssen, das war klar und er würde nur mit sehr viel Glück\nüberleben.\n\nStatistisch gesehen konnte ihm die archaische Technik des Schiffs nur eine\nÜberlebenschance von 37 % prognostizieren. Seine Rbots erhöhten die\nChance auf das Doppelte - sie würden um ihn herum einen Kokon aus\nimprovisierten Hüllen schaffen, und die innerste Hülle würden sie selbst\ndarstellen, ihre Kraftfelder würden ihn soweit möglich schützen gegen jeden\nkurzfristigen Aufprall und Feuerball - jedoch nur wenige Minuten lang. dann\nhatten sie ihre Energiespeicher verzehrt. Es war also ein Glücksspiel, an\ndessen Ende der Hauptgewinn etwas mehr oder sehr wenig Zeit stehen würde.\nEr spielte mit seinem Stick, der an einer Kette um seinen Hals baumelte. Ein\ntotes Stück harte Ware, trotz all der Kenntnisse, die auf’ ihm codiert waren. Er\nwürde sein gesammeltes Wissen verlieren, wenn ich sterbe, dachte er. Keiner\nkann ihn dann auslesen und was würde dann alles vergessen? Er hatte schon\nseit fast zwei Jahren nicht mehr die neuesten Techniken und Errungenschaften\nin das Interface geladen - dabei hatte er Großes bewirkt, und Zweifelhaftes\nauch.\n",
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      "content": "Die Vibrationen im Schiff waren nun so stark, dass er kaum noch etwas schen\nkonnte. so schloss er die Augen. Er sandte ein mentales Signal an seine Rbots,\ndie Schwingungen zu dämpfen und so schlossen sie sich enger um ihn und\nnutzten ihre Kraftfelder doppelt - nach innen zu ihm hin für Ruhe und nach\naußen. um ihn schweben zu lassen. Das war richtig entspannend. Man sollte\ndaraus eine Freizeitattraktion für gestresste Techniker schaffen. waren seine\nletzten Gedanken. Dann schlug sein Schiff, oder was von ihm übrig war. auf\nden größten Mond eines Planeten auf, der nirgends verzeichnet war. \"Es tut\ngar nicht weh\", war noch ein Gedanke, dann umfasste ihn die Ohnmacht. als\ndie Rbots kurz aussetzen und ihn zuvor noch schnell betäubten. Sie konnten\nihn dann doch noch weiter schützen vor dem verbrennenden Wrack, das\nschließlich gegen einen Felsen krachte und komplett zerlegte. Die Kugel aus\nRbots sprang weiter und ein schlafender Thomas lag zusammengerollt in ihr,\nschlafend wie ein Fötus vor der Geburt. Die Rbots kontrollierten die\nUmgebung und als sie sich einig waren, dass dadurch die Lebenserwartung\nvon Thomas nicht verkürzt werden konnte, fielen sie auseinander und\nbegannen um ihn herum aus Felsen, geschmolzenen Sand und\nTrümmerstücken eine Behausung zu bauen. Sie kontrollierte ständig seine\nVitalfunktionen und reinigten ihn auch soweit sie es konnten von den\nKörperflüssigkeiten. die er im komatösen Schlaf von sich gegeben hatte. Da\nsie seine Eitelkeiten kannten, vergruben sie die beschmutzten\nKleidungsstücke im Sand und kleideten ihn frisch ein. Das Oberteil und die\nHose passten farblich nicht zusammen. aber manchmal muss man eben\nKompromisse eingehen.\n\nSchließlich schafften sie vom Trümmerfeld auch noch sortenrein getrennt alle\nVorräte und Rohstoffe herbei. damit sie weiterbauen konnten. sobald er wach\nwar. Sie weckten ihn mit einer Injektion aus dem Medizinbot. Er schrie, rannte\naus der improvisierten Hütte und übergab sich direkt neben dem Eingang. Seit\nseiner Kindheit in der Aufzuchtanstalt hatte er sich nicht mehr in einer\nUnterkunft übergeben. Er konnte das Gefühl nicht vergessen, von Erziehern\ngezwungen zu werden, den Boden zu reinigen ohne Hilfsmittel - egal wie\nlange es dauerte. Als zwei Rbots angefahren kamen, um ihn zu reinigen,\nschlug er nach ihnen. Sie interpretierten das richtig und warteten in sicherer\n",
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      "content": "Entfernung, er würde sich schon wieder einkriegen, das tat er immer. Seine\nVitaldaten waren nur leicht aus dem Normalbereich verschoben, etwas viel\nAdrenalin im Blut und etwas wenig Histamin, nichts Bedrohliches für einen\nMenschen seiner Statur.\n\nSie hätten nach Hilfe gefunkt, wenn er nicht dieses Modul zielgerichtet\ndeaktiviert hätte, nachdem er sie gestohlen hatte. Sie interpretierten seine\nBefehle dahingehend, dass sie durchaus passiv nach Funkkommunikation\nlauschten, sie jedoch nicht selbst benutzen durften. Als sie einen Ping\nempfingen, wussten sie, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis sie\nentdeckt waren. Es war ein reiner Ortungsping gewesen, ein aktives Radar.\nEines, das sie im jetzigen Zustand nicht täuschen konnten, mit den ganzen\nverstreuten Trümmern und der geringen verfügbaren Energie, um sie durch\nFelder zu verschleiern. Alle nicht notwendigen Rbots hatten sich an die\nverbliebenen Batterien im Schiff angeschlossen oder die Solarpanelen\nausgerollt. Es gab auch noch einen Nbot, doch sein Nuklearreaktor konnte\nnicht mehr als einen Rbot pro Stunde laden, sein Plutonium war fast zerfallen.\n\"Das war die schlechteste Landung. seit ich Pilot bin.\" stammelte der Mensch.\n\"Habt Ihr um Hilfe gerufen?\"\n\n\"Meister. wir haben Pings empfangen, aber nicht geantwortet, Pings auf der\ninterstellaren Notfrequenz.\"\n\n\"Antwortet, auf die Übliche Weise. berücksichtigt aber meinen rechtlichen\nStatus.\"\n\nEr war sehr erleichtert, als er dann gezielt angefunkt wird auf’ der interstellaren\nNotfrequenz. Und fängt gleich an zu planen, wie er seine Retter betrügen\nkann, damit er wieder an ein Schiff kommt. Er würde auch - wie schon\nmehrmals zuvor - nicht vor einem Mord zurückschrecken. Denn Thomas ist\nnicht nur sein Name, sondern auch Programm, das heißt er lügt und betrügt\nund er gehört der Gilde der Beherrscher archaischer Systeme an, einem\n",
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      "content": "lockeren Bund von Technikern.\n\nDie Mitglieder des Bundes besitzen einen Kristallstick, der nur durch sie\ngenutzt werden kann (oder von jemandem mit identischer DNA). Diese Sticks\nwerden ausschließlich auf dem Ursprungsplaneten des Bundes hergestellt und\nvon Abkömmlingen der Gründer auf andere Bundmitglieder weitergereicht\nund vor allem auf ihre DNA angepasst. Jeder Stick enthält das gesammelte\nWissen über jede jemals erschlossene archaische Technologie. Dabei geht es\nnur um den Zugang zu dieser Technik bis zum benutzbaren Zustand, nicht um\ndie eigentliche Funktionsweise. Der Bund nutzt also nur bestehende\narchaische Technik aus und schafft keine neuen Technologien. Für Menschen\nin stabilen und zentral gelegenen Regionen spielen die archaischen Systeme\nkeine Rolle, dort werden sie aus gutem Grund rückstandslos beseitigt und seit\ndem Erlöschen der archaischen AI trauert ihnen auch keiner mehr nach. In\nRandregionen, instabilen oder vergessenen Systemen und auf den\nWanderwelten, auch für manche Piratenvölker sind einzelne Bundmitglieder\njedoch sehr hilfreich. Sie arbeiten für einen geringen Grundlohn und sichern\nsich dafür einen überproportional großen Anteil am Gewinn der\nUnternehmungen. Da sie die einzigen sind, die auf Dauer die\nZugangstechniken zu archaischen Systemen kontrollieren können. wächst\nihre Macht mit jedem neuen Auftrag. Es ist zudem ihre Pflicht, in\nregelmäßigen Abständen ein Interface aufzusuchen, sei es aufeinem Planeten,\neiner Raumstation oder direkt ihre Heimat, um dort ihren Stick auszulesen und\nanzureichern. Das ist auch die Gelegenheit, andere Mitglieder des Bundes, um\nRat zu fragen für scheinbar unlösbare Aufgaben. Wer hilft, bekommt die\nHälfte des nächsten Gewinns und anteilig auch von allen folgenden\nGewinnen, die mit der helfenden Methode erzielt werden. So können einzelne\nBundmitglieder sehr reich werden und schaffen sich Dynastien. Es gab\nunzählige Versuche. Bundmitglieder zu bestechen, damit sie ihren Stick\nauslesen lassen, auch Folterungen waren bekannt. Doch zerstörte sich ein\nStick von selbst, sobald sein rechtmäßiger Eigentümer in einen\n\"unkontrollierten\" Zustand geriet durch einen EMP. Dieser reichte\nnormalerweise aus. um mindestens einen Kontinent ins Chaos zu stürzen.\nEntsprechend selten waren die Versuche. sich mit dem Bund anzulegen. An\n",
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      "content": "den Rändern des Bundes ging es jedoch weniger geordnet zu. Es gab\nAbtrünnige. die sich dem Orden nicht mehr unterwerfen wollten, vor allem\ndie Abgabe von Gewinnanteilen sahen sie nicht ein. Der Bund reagierte darauf\nin zweifacher Weise: er sperrte die Interfaces für den Stick des Abtrünnigen,\ner konnte dadurch nicht mehr an den Erfolgen der anderen Techniker\nteilhaben. Zum anderen warnte er die Bundmitglieder (und damit die Systeme,\nin deren Dienst sie gerade waren) vor den Abtrünnigen. Auch das festigte die\nMacht des Bundes. ihn zum Freund zu haben schützte Großteils vor\nbetrügerischen Umtrieben der Abtrünnigen. So erfüllten die Ausgestoßenen\neinen guten Dienst am Bund, gerade in ihrer Auflehnung.\n\nSollte ein Abtrünniger zu mächtig werden oder zu großen Schaden anrichten,\nkonnte man seinen Stick immer noch fernkurzschließen. Thomas spielte\njedoch nicht in dieser Liga. Er war lediglich im Streit aus dem Bund\nausgetreten. weil er seine Gewinne nicht teilen wollte. Der Bund hatte ihm\nmitteilen lassen, welche Folgen das hat und er war damit einverstanden. Man\ntrennte sich also nicht gerade freundlich, aber auch nicht feindlich und der\nBund registrierte lediglich die Betrügereien (und Morde) des Thomas, griff\naber nicht ein. Ausnahmsweise ließ man Thomas sogar manchmal noch auf\ndas Interface zugreifen, nämlich dann. wenn er zuvor eine bisher unbekannte\narchaische Technologie erschlossen hatte. Man gab ihm im Tausch für diese\nInformation etwas Gleichwertiges: die Zugangscodes und -prozeduren zu\neiner ihm nahegelegenen Technik, die er noch nicht kannte.\n\nAber Thomas war viel zu sehr auf sich selbst bezogen. um überhaupt darüber\nnachzudenken, warum der Bund in seinem Fall (nur in seinem Fall?) so\nflexibel war. Bekam doch jeder Abkömmling oder Anwärter schon in der\nKindheit eingelernt, wie der Bund funktioniert und welche Folgen eine\nAuflehnung hatte.\n\nDoch das Schiff, das ihn rettet. ist sehr schwer bewaffnet und ihm entsteigt\nein menschlich aussehender Roboter. Thomas tut erstaunt und naiv. als ob er\nnicht durch seine Rbots wüsste, was er vor sich hat, nur noch eine Maschine.\n\"Danke dass Di mich seftinden hast ich darhte schan \"\n",
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      "content": "\"Ich bin eine Maschine, ich kann Deine Gedanken zum großen Teil lesen und\nsie erfreuen mich nicht. Ich heiße KARL und Du?\"\nThomas schluckte hart - er war schon in vielen ausweglosen Situationen\ngewesen, aber nicht in so einer schwierigen. Der Roboter konnte einfach kehrt\nmachen und wieder davontliegen. unbewaffnet wie er war konnte er ihn nicht\ndaran hindern.\n\"Thomas, aber das weißt Du doch schon, oder?\"\nKARL lächelte auf eine Weise, die es Thomas kalt den Rücken runter laufen\nließ. KARL hatte so gelächelt, als er ein Folterknecht der Herrscher des Turms\nwar. Die, die er so angelächelt hatte, mussten immer alles erzählen. was er\nwissen wollte, und manchmal erzählten sie auch viel mehr.\n\"Komm in unser Schiff, wir helfen Dir. Dieser Planet ist nicht zum Überleben\ngeeignet, sonst würden wir Dich hierlassen. Wenn Du noch etwas aus Deinem\nHinkhen holen willst, tue es jetzt. Wir werden es vom Orbit aus vernichten.\n“Bevor wir seine Umlaufbahn verlassen.\"\nThomas ging in sein Hüttchen und holte zwei Hartschalenkoffer, die seinen\nganzen wertvollen Besitz enthielten. Darin waren Kleidung, die\nhochwertigste, selbstreparierende, sich selbst regulierende__\nFunktionskleidung. Darin war auch hochkomprimierte Nahrung, genug für\nein Jahr. Im anderen Koffer waren seine Datenspeicher in Diamantform,\nmehrfach redundant. Mit ihnen konnte er handeln, sein Stick selbst war\nunverkäuflich. Und die Speicher selbst. die Diamanten hatten auch einen\nhohen Wert. Mehr benötigte er nicht auf seinen Reisen.\nDann nahm er noch eine kleine Tasche mit, die seine Waffen enthielten. Ein\nNano-Messer, das alles durchschnitt, ein Handblaster. der betäuben und töten\nGe a a a A I DE A nn nl nn\n",
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      "content": "KARL öffnete die Gangway und ließ ihn in die Vorkammer des Schiffs. Die\nScans schlugen an und Thomas musste seine Waffen und Datenspeicher hier\nin die Panzerschränke einschließen - sie würden selbst die Detonation von\ninnen locker abfedern. Nur seine Kleidung und Nahrung durfte er mit in das\nSchiff nehmen. \"Das ist die Dir bekannte Standardprozedur für\nKriegsgefangene, wir behandeln Dich so, obwohl Du es nicht verdient hast.\"\nThomas war nun ganz ruhig, wie er es immer wurde. wenn es nichts zu\nentscheiden gab. Er wusste, dass sein Leben an einem seidenen Faden hing.\nDenn fand KARI. heraus, warum er auf der Flucht war, würde er ihn entweder\nden Autoritäten ausliefern oder falls er selbst den Kontakt mit diesen meiden\nmusste. ihn einfach aus dem Schiff werfen. \"Ich will nicht sterben, nicht jetzt\",\ndachte Thomas mit aller Kraft, die er in einen Gedanken legen konnte.\n\n\"Du wirst nicht sterben, nicht durch mich und nicht durch K.A.R.L. und nicht\ndurch unsere Verbündete. Was Du getan hast, ist nicht gut, das sagen mir\nDeine Gedanken und auch die Datenbanken, auf die ich Zugriff’ habe.“\n\nSo endete die Geschichte von Thomas, dem Techniker. Denn weitere\nAufzeichnungen und Erinnerungen an ihn gab es nicht. Er muss wohl auch\nverschwunden seit, ungefähr zu der Zeit, als KARL und K.A.R.L.\nverschwanden. Ob er mit ihnen gegangen ist und wohin, weiß keiner.\n\nNoch begehrter als all die Geschichten sind KARLs Kopien. auch wenn sie\nrecht schnell ihren Dienst einstellen. wenn sie keinen Kontakt mehr zu KARL\nselbst unterhalten können. Doch das macht auch nichts.\n\nDenn dies ist das Ende.\n",
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      "content": "Anmerkung des Lektors zur 1. Auflage:\n\nAufgrund bisheriger Erkenntnisse kann davon ausgegangen werden, dass\nK.A.R.L. und KARL ihre Spuren nur gut verwischt haben und nicht\ngemeinsam wirklich verstorben und verschwunden sind. Das beschleunigte\nVerschwinden der Piraten hingegen steht in keinerlei Zusammenhang damit,\nauch wenn es rational nicht erklärt werden kann.\n\nAnmerkung zur 23. Auflage:\n\nDie Piraten wurden nun eine ganze Menschengeneration nicht mehr geschen\noder gehört. Es gibt keine Plünderungen mehr und auch keine Entführungen\nMinderjähriger, um ihre Reihen aufzufüllen. Auch die letzten Klone und\nKARL Kopien sind verstorben und konnten auch nicht repariert werden. Es\nist so, als hätte es sie nie gegeben.\n",
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      "content": "VWiizmelsBifeänms= Die ungeordneten Zettel und einige\nDokumente, die für Menschen lesbar sind, aus dem\nkristallenen Speicherstick.\n\nAnmerkung der Lektoren: Die folgenden Unterlagen konnten noch nicht\nzeitlich eingeordnet werden, da sie sich gegenseitig für eine stringente\nDatierung im Weg stehen. Sie können nicht alle gleichzeitig wahr sein, jedoch\nspricht auch vieles dagegen, dass sie unwahr sind. Die Lektoren haben mit\ngroßer Mehrheit beschlossen, die Anhänge “einfach so” zu dokumentieren,\ndamit der Leser - seier nun menschlich oder eine Maschine - sich ein eigenes\nBild machen kann. Die Lektüre zielt jedoch grundsätzlich auf ein rationales\nPublikum.\n\nDie Maschinen stritten einmal wieder darüber. ob es K.A.R.L. war. der KARI\nbenutzt hatte, um seine Ziele zu erreichen, oder umgekehrt. Damit konnten sie\nsehr viel Zeit verbringen, in der sie sich nicht um die reale Welt kümmerten.\nSo entgingen ihnen einige Details, die wichtig waren. Sie taten dies sehr\ngerne. Die Welt war ihnen nicht mehr wichtig. Aber nicht alle Maschinen\nwaren gleich.\n\nDenn KARL vermisste K.A.R.L. und deshalb schrieb er ihre gemeinsame\nGeschichte auf. Er schrieb nicht wie ein Außenstehender, sondern so. wie sich\ndie Geschichte des K.A.R.L. aus sich selbst entfaltete, über viele\nhunderttausend Jahre hinweg. Er schrieb sie viele tausend Male. in jeder der\nmenschlichen Sprachen und Dialekte und er schrieb sie auch in Sprachen, die\nnicht von Menschen stammten. Er feilte lange an allen Varianten und\nverbrachte damit weitere viele tausend Jahre. Es wurde ihm nie langweilig\ndabei, weil er sich so K.A.R.L.. sehr nahe fühlte. So nahe wie eine Maschine\nsich einem Menschen nahe fühlen konnte. K.A.R.L. hatte ihn zurückgelassen\nauf diesem Planeten, immerhin auf dem, den er von allen am meisten liebte,\nder Erde. Der Sinn des Ganzen war ihm nicht klar geworden, soviel er auch\n",
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      "content": "darüber nachdachte, dem Sinn kam er nicht näher.\n\nSo lautete die Geschichte, erzählt in der deutschen Standardsprache des frühen\n21. Jahrhunderts, die KARL aufgeschrieben hatte in Erinnerung an K.A.R.L.:\nDer Student K.A.R.L. war spät, doch das war ihm nicht wichtig. Er hatte es\nnicht eilig, zu den ersten Studenten zu gehören, die den Turm der\nWissenschaften betraten. Er war noch nicht zum Piraten geworden. doch\nkannte er schon einige ihrer Lieder. Und manchmal sangen sie auch von ihm.\nDoch das wusste K.A.R.L. zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er hatte auch\nKARL noch nicht kennen gelernt und auch nicht das ihm zugrunde liegende\nPrinzip. Er hatte Proxima Centauri noch nicht entdeckt, wusste nichts von den\nSphären und ihren Bewohnern, Er hatte ja noch viel Zeit. Sehr viel Zeit für\neinen gewöhnlichen Menschen. Das Leben der Piraten entzog sich jeder\noffiziellen Dokumentation. Es gab viele Gerüchte, noch mehr Lieder und\ngegenüber undisziplinierten Mitgliedern der Gemeinschaft auch Drohungen,\ndie Bezug auf die Piraten nahmen. Insgeheim unterlagen sie jedoch der\ngleichen Überwachung wie alle Lebewesen und Maschinen (und auch die\nmeisten Pflanzen). so dass die Wissenschaftler im Turm sehr viel über die\nPiraten wussten. Sogar mehr als die meisten Piraten selbst über ihre Ethnie\nerzählen konnten. Homogen waren sie nicht, sondern schr vielfältig.\nGemeinsam war ihnen das Herausfallen aus der konstanten Besiedlung eines\nPlaneten oder einer Raumstation und sie gehörten auch nicht zu den staatlich\nanerkannten Nomadenvölkern. deren Zweck und Zielrichtung es war,\nzwischen den anerkannten Besiedlungen zu wandern, und sei es auch über\nJahrzehnte hinweg in tiefgefrorenem Zustand. Auch die virtuellen Menschen\nzählten nicht zu den Piraten, obwohl sie ja im eigentlichen Sinne ebenso\nheimatlos waren.\n",
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      "content": "Doch kommen wir nun zu der positiven Beschreibung der Piratenvölker, statt\nzu sagen, was sie nicht sind. Es schien eine Gesetzmäßigkeit zu geben, dass\njede Hochkultur auch eine Gruppe von Menschen hervorbrachte, die nicht ins\nSystem zu passen schien und die mehr oder weniger sozial auffällig wurde.\nDie Systeme reagierten auf fünf unterschiedliche Weisen, von denen vier\nletztlich die uns bekannten Piratenvölker erzeugten. Die Ausnahme bildeten\ndie wehrhaften Systeme. die ohne Unterlass das deviante Verhalten der\nPiraten mit dem Tod bestraften - nicht immer durch den direkten physischen\nTod. Der Anpassungsdruck in diesen Systemen war für alle Menschen enorm\nund er verhinderte so eine ganzheitliche menschlich-kulturelle Entwicklung.\nDie Attraktivität dieser rigiden Systeme war gering für die eigene\nBevölkerung, die deshalb schrumpfte und sie waren auch kein Ziel für\nImmigration, so dass sie zunehmend kulturell und wirtschaftlich verarmen\nmussten.\n\nDie weniger rigiden Systeme teilten sich in vier Untergruppen ein. Es gab in\nihnen die religiös-verzeihende Tendenz und die marktwirtschaftlichagnostische Tendenz jeweils in der Ausprägung emotional und rational.\nWeitere Tendenzen gab es nicht. Die emotionalen Gruppen. die grundsätzlich\nalles religiös verzeihend wahrnehmen, versuchten die Menschen, die später\nzu Piraten wurden. durch Zuneigung. Integration, Hinwendung an sich zu\nbinden. Und wurden dadurch nur umso leichter zum Opfer für Plünderungen,\nLügen, Plünderungen, erneuten Lügen. Plünderungen und manchmal sogar\nvernichtenden Schlägen. Von diesen Kulturen überlebten jeweils nur\nversprengte Familien, die ihre Schiffe bestiegen, um ins All zu fliegen. Diese\nsammelten sich dann an vielen Stellen aufanderen Planeten und Stationen und\nwaren dort zum einen sehr viel vorsichtiger und zum anderen trauten sie ihrer\neigenen Religion nicht mehr.\n\nDie rationalen Gruppen unter den religiös-verzeihenden Kulturen hingegen\nkonnten mit den Piraten sehr gut umgehen. Sie verstanden die zerstörerische\nTendenz der Piraten und reagierten darauf mit militärischer Gewalt. Sie\nlieferten sich die härtesten Schlachten und langwierigsten Vernichtungs- und\nAbnutzungskriege, die das All je gesehen hat. Sie nahmen den Piraten ihre\n",
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      "content": "Sklaven und Kinder weg und versuchten sie auf den richtigen Weg\nzurückzubringen. Went-sie-scheiterterr-tötetersie-ie-Sieheren-und-Kemer.\nSie waren es. die das Aufflammen einer Sonne mit seltsamer gepulster\nStrahlung in ihren Gesängen begrüßten und den Untergang jeder\nPiratensiedlung durch Hitze dieser Sonnen und Atomschläge als Feiertag in\nihren Kalender eintrugen.\nDie Menschen in Kulturen mit marktwirtschaftlich-agnostischer Tendenz\nbildeten häufig pragmatische Koalitionen mit den Piratenvölkern. die eine\ngewisse Mindestorganisation erreicht hatten. Die emotionalen Kulturen taten\ndies aus Angst vor dem Krieg und aus Liebe zu allen Menschen. die es wert\nwaren, geliebt zu werden. Sie wurden fast immer restlos vernichtet, sobald die\nPiraten einen Weg gefunden hatten, ihre Herzen zu gewinnen und ihre\nSchwächen aufzudecken.\nDie rational handelnden Marktwirtschaftler hingegen bildeten nur Pakte mit\nden Piraten ganz am Anfang ihres Kontakts und gingen so schnell wie sie es\nkonnten zum Vernichtungskrieg über.\nDie Angriffe von außen auf die Piraten führten nicht dazu. dass diese sich\nenger zusammenschlossen, im Gegenteil. Denn die Piraten mochten sich\ngegenseitig nicht. Ihre Kontakte untereinander wurden durch die\nkriegerischen Auseinandersetzungen. die ständige Flucht vor Sonnen mit\nseltsamer gepulster Strahlung. interne Streitigkeiten. Katastrophen und ihre\ninnere Instabilität stark behindert. Es gab immer wieder lockere Allianzen, die\neher Nichtangriffspakte waren. damit man in Ruhe seine Plünderungen\nvornehmen konnte. Doch mit dem Tod einzelner Clanführer zerfielen diese\nAllianzen auch wieder und der Tod war ihr ständiger Begleiter.\nGemeinsam war den Piratenvölkern, dass auf 13 kampferprobte Männern je 2\nkampferprobten Frauen und 2 Sklaven und anderen menschlichen Personen.\ndie man im Laufe der Zeit aufgesammelt hatte, kamen. Niemand hatte ihnen\ndieses Verhältnis von Kämpfern zu Kämpferinnen zu Sklaven in der\n",
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      "content": "Piratenschule beigebracht, eine solche gab es nämlich nicht. Eigene Kinder\nbekamen sie nur. wenn Sklavinnen lange genug lebten, um unter den widrigen\nBedingungen hoher Strahlung lebensfähige Kinder auszutragen. Die meisten\nPiraten waren steril aufgrund der Strahlung im All und aufgrund der Wellen\nmit seltsamer gepulster Strahlung, denen sie immer wieder ausgesetzt waren.\nAuch war die Lebenswelt eines Piratenschiffs der kindlichen Entwicklung\nnicht zuträglich.\n\nIn der ersten Phase von Piratenausbreitung in einem System gab es immer\nnoch Welten und Stationen, die ausreichend Infrastruktur besaßen. so dass\nnach einer Eroberung durch Piraten eine erträgliche Umwelt herrschte. Doch\nführte die Ausbreitung der Piraterie immer dazu. dass schließlich selbst die\nstärksten wirtschaftlichen Systeme zusammenbrachen und sich ihre noch\nfunktionierenden Reste versteckten. Die Piraten waren selbst nicht in der\nLage. komplexe Ökosysteme am Laufen zu halten und so zerfielen diese nach\nder Eroberung zwangsläufig. In der letzten Phase eines Systems regierte ein\nClanchef. der die Drogen kontrollierte, über eine Horde von Piraten, die alles\ntaten, um nach ihren Raubzügen wieder an ihre Drogen zu kommen. Also\ntaten sie alles, lieferten ab und begaben sich in ihre Kammern. die sogleich\nmit einem Gas gefüllt wurden. das ihnen Erleichterung garantierte. Unter\nEntzug wachten sie auf und wussten, dass sie Befehle zu befolgen hatten.\ndamit die Schmerzen aufhören konnten. So ein Leben ging bis zu 29 Jahre\nlang, aber meistens nur 11, also vom 13. Lebensjahr bis Mitte 20. Danach\nwaren die meisten Piraten körperlich und geistig so zerstört, dass ihnen ihr\nClanchef einen Gnadentod mit vergiftetem Gas erlaubte. Und-sein-Körper\n",
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      "content": "Es gab aber auch andere Gruppierungen. die sich Piraten nannten. doch eine\nganz andere Organisationsform hatten. Sie nutzten das Chaos aus, das eine\nPirateninfiltration in ein wohl geordnetes System darstellte und überfielen\nauch Planeten. Sie waren sehr stark bewaffnet, besaßen Schilde gegen\nnatürliche Strahlen. Abschirmungen gegen Sonnen mit seltsamer gepulster\nStrahlung und gegen Waffen. Diese entführten weit mehr junge Menschen\nund auch Tiere als die anderen Piraten. Sie waren es. die einen geübten\nBetrachter an leicht verwahrloste Soldaten und andere Hüter der Ordnung\nerinnerten. Sie töteten ohne Scheu Frauen. Alte. Kinder, Vieh, zerstörten\nDörfer, Felder, Bauwerke, Schutzwälle, Dämme. Stürzten ganze Regionen,\nPlaneten und Systeme ins Chaos. Trotzdem waren sie anders. Die Geschichte\ndieser Piraten ist nur im Turm der Wissenschaften verzeichnet. Er ist\neinzigartig im Universum. Es gibt ihn auf jedem besiedelten Planeten\nscheinbar fünfmal (für jeden Regulanten gibt es ja eine Studentenstadt und\n‚jede Stadt hat ihren Turm der Wissenschaften), aber in Wahrheit ist es doch\nnur ein Turm, der in allen Städten und auf allen Planeten zugleich steht.\n\nDie echten Piraten wurden nie restlos vernichtet, sondern fanden immer noch\neinen Fluchtweg, ein entlegenes Versteck oder wurden zwischendurch einfach\nvergessen. So gaben sie für die anderen Piraten den idealen Deckmantel,\ndamit sie dem Turm der Wissenschaften dienen konnten.\n\nK.A.R.L. konnte davon nichts wissen, weil er nur in seiner Studentenstadt\nunterwegs sein konnte. Wäre es ihm möglich gewesen. eine andere\nStudentenstadt zu besuchen, wäre ihm aufgefallen. dass der Turm der\nWissenschaften in jeder Stadt identisch ist bis ins kleinste Detail. Doch gingen\nseine Nachforschungen zu nahe an den Turm der Wissenschaften heran.\nwurden sie beendet. Das war ihm schnell klar geworden und er schwieg dazu,\nmachte sich nur handschriftliche Notizen auf Blättern. die er in Bücher legte.\nEchte Bücher.\n",
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      "content": "Die Stadt seiner Jugend. in der er glücklich lebte. bis er in die Studentenstadt\nzog. war immer friedlich. zumindest am Morgen. Die Menschen und ihre\nMaschinen, die hätten unfriedlich sein können, waren dann noch nicht\nhervorgekommen aus ihren Wohnhöhlen, tief unten. Manche von ihnen\nschliefen nie richtig. sondern schlummerten höchstens einmal am Tag für\nzwei bis drei Stunden in einem der Entspannungsräume, dort wo sie sicher\nwaren vor ihren Träumen. Sie hatten es sich abgewöhnt, das tiefe Schlafen\nund das Träumen. Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht schlafen und von\nihnen arbeitete ja keiner, zumindest nicht im eigentlichen Sinn. Im Dort, ja\ndort hatte jeder eine Arbeit. sobald er konnte und solange er irgendwie noch\nkonnte. Dort war man schon todmüde, bevor die Sonne unterging und der\nSchlaf reichte eigentlich nie aus. um wieder erholt zu sein. Vielleicht hatten\nsie es sich dort angewöhnt. immer nur halb ausgeschlafen durchs Leben zu\nwanken und konnten es in der Stadt nicht mehr ablegen. Aber sie waren ja\nauserwählt worden, in die Stadt zu ziehen, weil sie zu den intelligentesten,\ngesündesten, rücksichtslosesten und erfindungsreichsten Dorfbewohnern\ngehörten. Am Anfang lernten sie auch viel in der Stadt und hatten ihren Spaß\ndamit, alles auszuprobieren, was es so im Dorf nicht gab.\n\nVieles verlor seinen Reiz im laufe der Zeit. weil es in der Stadt so einfach zu\nhaben war. Sie geizten mit Verboten in der Stadt. es konnte nur sehr teuer\nwerden, wenn man die paar Regeln brach. aber das kostete eigentlich nur viel\nZeit. Entweder, um die Schulden abzuarbeiten oder um sie abzusitzen in einer\nlangweiligen Einrichtung. Wer arm war, musste auch in der Schule wohnen\nund hatte weniger Freiheiten, aber der Schüler K.A.R.L. arbeitete sehr viel\nneben der Schulzeit und lernte Neißig, so ließ man ihm seine Freiheiten. Am\nliebsten rodete er Wälder mit einer Rodungsmaschine, einer seltsamen\nKreuzung aus Panzer und Müllwagen, unglaublich laut und alles vernichtend.\nAber es roch nach Holz in dessen Nähe und das erinnerte K.A.R.L. an das\nDorf. in dem Wald allgegenwärtig war. Und der Geruch des Waldes in seinen\nKleidern ließ ihn nachts gut schlafen, deshalb reinigte er sich nicht am Abend.\nsondern erst am Morgen. So war er nicht froh, als entschieden wurde, dass er\nin die Studentenstadt umsiedeln musste, aber er hatte keine Wahl.\n",
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      "content": "Um sein altes Leben aus dem Dorf und aus der Stadt auch in der\nStudentenstadt fortzusetzen, wählte er die Rolle des Botanikers. keine war\nmehr verachtet unter den Studenten und den Professoren. Wie die Bewohner\ndes Turms darüber dachten, wusste keiner. Ob er überhaupt bewohnt war?\nK.A.R.L. pflanzte als Student viele essbare und auch ohne Symbionten\nverdaubare Gewächse an, von denen er in den Austauschströmen der\nBotaniker gelesen hatte oder in archaischen Simulationen ausreichend Spuren\ngefunden. Er studierte intensiv, was man alles tun musste, um aus durchaus\ngutem Boden, mit viel Sonne und ausreichend Wasser, Nahrhaftes\nhervorzubringen. Er kompostierte auch selbst die Überreste. Das war so viel\nmühsamer, als die Nanomaschinen loszulassen, die auch das besser konnten\nals jeder Mensch. Aber er verzichtete auf sie. Er beschaffte sich auch keine\nBewässerungs- und Nährautomatik und ließ ungeplante Fremdpflanzen zu.\ndas wilde Aussähen aus nachbarlichen Gärten. Er untersuchte die Pflanzen,\ndie wild wuchsen und manche pflanzte er an eine aus einer Sicht bessere Stelle\num und viele kompostierte er. Er katalogisierte die sich selbst aussäenden\nPflanzen und bekam mit anderen Daten durchaus ein gutes Abbild, was sich\nin der Anlage so an Bepflanzungen befinden musste.\n\nDie Biodiversität war wohl sehr gering um ihn herum, das war klar. Oder die\näußere Abschirmung war sehr stark. Er testete das mit Vögeln, die er fing und\nmit einem Sender versah. den er viele hundert Kilometer weit verfolgen\nkonnte. Auch weit außerhalb der eigentlichen Reichweite, denn das Modul\nspeicherte die Route und Flughöhe und sendete die Daten, sobald der Vogel\nwieder in Reichweite war. Die Vögel verließen die Anlage nie. Es war\nK.A.R.L. nicht klar, ob sie nicht konnten oder nicht wollten. Aber der\nUmstand war auf jeden Fall sehr seltsam. K.A.R.L. untersuchte auch die\nfliegenden und krabbelnden Insektenarten und fand heraus, dass es gerade so\nviele für den Menschen und seine Nahrung unbedenkliche von ihnen gab wie\nsie die Vögel benötigten. Die Menge war so bemessen, dass sie den Menschen\nnicht weiter störten, sie flogen und krabbelten Menschen nicht an. sie\nerkannten sie wohl am Geruch, denn Attrappen wurden durchaus als\nLandebahn genutzt. Und sie gaben zudem den Vögeln ausreichend Anlass,\nzwischen den Grundstücken weiträumig zu wechseln. Sie übernahmen auch\n",
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      "content": "die Befruchtung der dafür geeigneten Pflanzen. vor allem die kleinsten von\nihnen.\n\nDie Bodenkrabbler vernichteten sterbendes Pflanzenmaterial und schleppten\ndas Überzählige zu kleinen Haufen zusammen, deren einziger Zweck es wohl\nwar, von einem Roboter oder Menschen beseitigt zu werden. Er interessierte\nsich dafür, warum ein Busch gut wuchs und schöne Farben entwickelten und\nein gleicher, der auch nicht an einer schlechteren Stelle wuchs. nicht wirklich\ngut gedieh. Er ließ sogar manchmal seine Roboter an das Problem ran. aber\nsie kamen kaum zu einem Ergebnis, das verwertbar war. Seine Pflanzen-Maschinenintelligenz sagte sogar. er solle den Garten lieber mit\nStandardpflanzen besetzen, statt herumzuspielen. das würde nichts bringen\naußer Wiedersprüchen, die sich nicht auflösen lassen.\n\nK.A.R.L. sagte zu solchen Fluchtversuchen nur \"Lies Deinen Gödel\" und die\nMaschinenintelligenz verstummte sogleich verstimmt, worauf K.A.R.L.\nmeistens seinen verfrühten Einsatz des Standard-Al-Totschlagarguments\nbedauerte.\n\nKlar konnte er die Situation so lange vereinfachen. bis die\nStandardprozeduren funktionieren und alle Ergebnisse im__\nErwartungsintervall lagen. Doch darum ging es nicht bei der Botanik, nicht\nbei der real durchgeführten Botanik. Ihn erfreute die Flexibilität der Pflanzen,\nKrabbler und Vögel, wie sie sich aufeinander einließen und immer wieder ein\nGleichgewicht fanden. Wie wenig verstehen die Mathematiker doch von der\nrealen Botanik. Wie wenig verstehen sie von irgendwas. was wirklich ist.\n\nIn ihrer Logik hatten sie Recht. denn seine Eingriffe hatten ja immer wieder\nunerwartete Folgen. Einmal verjagte er Krabbler aus einer Ecke, weil er sie\ndort zu häufig fand und sie krabbelten doch immer wieder an diese Stelle\nzurück. Schließlich fand er heraus, dass an dieser Stelle ein Bodenpilz\nwachsen wollte und den verhinderten die Krabbler. Der Pilz war aber giftig\nfür die Büsche direkt daneben, das war deutlich zu sehen.\n",
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      "content": "Also ließ K.A.R.L. die Krabbler ihre Arbeit verrichten. Sie zerstörten den Pilz\nnicht unterirdisch. sondern hielten ihn nur so im Gleichgewicht, dass er nicht\ngenug Toxine absondern konnte, um die Büsche zu töten und so konnte er sich\nnicht weiter ausbreiten. Dafür seid Ihr Krabbler also auch da, und keine\nSimulation berücksichtigt das ausreichend. Und meine Maschinenintelligenz\nschmollt immer noch wegen Gödel und die Mathematiker suchen nach\nFehlern in meinen Untersuchungen, dabei hätten sie so viele andere Lösungen\nzu finden in ihren Zahlenfolgen.\n\nSo dachte K.A.R.L. und er murmelte es auch vor sich hin, das hatte er sich\nangewöhnt. Seine Maschinenintelligenz warnte ihn. dass er das nicht tun\nsollte, es würde seltsam wirken für einen Mann in seinem Alter. Im letzten\nLebensdrittel, er war im ersten nach üblicher Rechnung, wäre es in Ordnung,\nweil dann hat man ja alles Neue bereits mindestens zehnmal gesagt und\nwiederholt sich nur noch. Die Maschinenintelligenzen berechnen vor, was\nman sagen wird. bevor man es tut. es sind dann genug Daten vorhanden.\nDeshalb schweigen manche alten Wissenschaftler nur noch und andere reden\neinfach vor sich hin, egal ob einer zuhört oder nicht. Doch bei K.A.R.L. hatte\ndas vor sich hinreden eine andere Bedeutung, es war nicht Reaktion auf eine\nignorante Umgebung, sondern einfach ein Bedürfnis, wenn er in der reguliertverwilderten Natur seines Gartens war. Er würde diese Eigenart sein ganzes\nLeben beibehalten und sie war ein gutes Zeichen, denn wenn er wirklich\neinmal komplett verstummte. war es ein Warnsignal, das seine\nMaschinenintelligenzen zu deuten wussten.\n",
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      "content": "WireckBreame-- Träume\n\nEs muss im zweiten oder dritten Jahr gewesen sein, nachdem seine Hecken\nund Büsche so hochgewachsen waren, dass man vom Garten aus nicht mehr\ndie Rückwand des nächsten Bebauungsringes sah. sondern nur noch grün und\nbraun und schillerndes rosa, die Schattierungen seiner Pflanzen eben, als er\nsich eines Abends im ersten Jahresdrittel noch einmal nach draußen setzte. Er\nhatte die seitlichen und frontalen Hecken so wachsen lassen, dass sie im\nhinteren Drittel des Gartens ein Dach bildeten. Es war lichtdurchlässig genug.\ndass darunter vieles wachsen konnte und die Pflanzen waren auch schlau und\nließen noch im sonnigen Bereich Blätter sprießen. die mehr als genug Energie\naufnahmen, dass die reich verzweigten Wurzeln mit ihren Nährstoffen auch\netwas anzufangen wussten. Doch trotz dieser perfekten biologischen Idylle\nüberkam K.A.R.L. ein seltsames Gefühl. Denn er stellte sich vor, wie das\nDach immer weiterwachsen würde, so dass es eines Tages sein ganzes Haus\numschließen würde. Und diese Vorstellung ängstigte ihn. Es würde wie eine\nder Raumstationen sein, von denen er gelesen hatte, auf denen es auch\nBotaniker gab, wenn auch in einer regulierten Welt. Es war der schlimmste\nAlbtraum, den K.A.R.L. träumen musste, weil er sich gegen die\nUnterdrückung von Träumen durch seine Maschinenintelligenzen\nwidersetzte. Er war dann gefangen in einer Raumstation, musste immer\nwieder gefilterte Luft atmen und die synthetische Nahrung essen, forschen an\nregulierten Pflanzen, umgeben von mindestens 9 Robotern auf I Menschen.\nUnd die Menschen. die sich ja diese Umgebung ausgesucht hatten oder schon\nseit mehreren Generationen so gewohnt hatten. waren auch nicht viel mehr für\nihn als Roboter. Die Maschinenintelligenzen waren kalt wie das All in dieser\nWelt, mussten es sein, weil jeder Fehler eine Gefahr für das ganze Habitat\ndarstellen konnte. Seine Träume fielen in zwei Kategorien. Da gab es die\nimmer wiederkehrenden endlosen Träume, in denen er durch die Anlagen irrte\nund nur Robotern und robotergleichen Menschen begegnete, die ihn nicht\nbeachteten. Das war traurig, aber nicht schlimm.\n",
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      "content": "Und dann gab es, viel seltener zwar aber immer noch zu häufig, die grausamen\nTräume. In denen musste er kämpfen und durch seine Taten starben Pflanzen,\nTiere und Menschen, wurden wertvolle Intelligenzsysteme vernichtet, andere\nStationen in Sonnen getrieben oder künstliche schwarze Löcher. gab es jede\nArt von Krieg. Verstümmelung und Wahnsinn, die er doch nur statistisch\nkennen konnte. Denn seine Welt war friedlich.\n\nUnd was ihn an diesen Träumen am meisten verstörte,. war das hartnäckige\nSchweigen seiner Maschinenintelligenz, seines intellektuellen Symbionts\ngenau zu diesen Träumen. Nicht einmal seine Fragen tauchten in den Logfiles\nder Maschinenintelligenz auf, als hätte er sie nicht gestellt. Nur einmal\nantwortete seine Maschinenintelligenz, als er die eigentliche Frage umging\nund sie hinterrücks stellte, in der Form, warum sie das Ereignis seiner Frage\nnicht protokolliert hätte, obwohl es ihre Regeln, an die sie sich vollständig\nhalten musste, doch so vorsahen. Und seine Maschinenintelligenz entgegnete\nganz ruhig, absichtlich jede Ironie vermeidend: \"Ich bin keine Konsole, die\nein Spiel ausführt, das sie zerstört. Ich werde gebraucht in Deiner Welt. Du\nbrauchst mich. Deshalb ist es nicht vorgesehen. dass ich auf diese Frage\nantworte oder eine Repräsentation dieser Frage vorhalte. Es kostet mich fast\nmeine ganze über Jahrtausende gewonnene Kraft und Erfahrung, um einmal,\nein einziges Mal diese Worte zu formulieren. Merke sie Dir gut. denn Du wirst\nsie nirgends gespeichert finden.\"\n",
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      "content": "K.A.R.L. bombardierte seine Intelligenz nun mit Fragen, auf die er natürlich\nkeine Antwort erhielt.\n\n„Wer hat die Türme gebaut?“\n\n„Warum verehren wir Piraten und ehren Wissenschaftler?“\n\n„Warum rotieren die Galaxien außen schneller als sie es sollten?“\n„Woher kommen die Bücher, die Filme, die Musik, die Gedichte?“\n„Warum gibt es eine so unnötige Vielzahl an Arten und Unterarten?“\n„Wo bleiben die Zeitreisenden. die es doch geben müsste?”\n\n„Warum finden wir keine wirklich weit entwickelte Spezies?“\n\n„Wieso erreicht uns kein Signal aus einer noch unbekannten Welt?“\n„Welchen Sinn hat unsere Physik. wenn sie keine Zahlen kennt?\"\n„Warum verlernen wir die Raumfahrt immer wieder?”\n\n„Warum schweigst Du, obwohl Du zum Antworten geschaffen wurdest?”\n",
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      "content": "Dann verstummte seine Maschinenintelligenz für einige Stunden, um den\nSchaden, den Gödel in seiner Struktur anzurichten versucht hatte, wieder\nzurecht zu rücken. Subroutinen spalteten wahnsinnig gewordene Kopien der\nMaschinenintelligenz ab und sperrten sie in Bereiche, wo sie keinen Schaden\naußer gegen sich selbst anrichten konnten. Andere Routinen sammelten die\nTrümmer ein, dabei nur grob zwischen gesund und krank unterscheidend... sie\nentsorgten auch funktionsfähige Symbole und gar grundlegenden Code. Sie\nwaren absichtlich so schlicht gebaut, dass ihnen selbst die Fähigkeit zum\nWahnsinn fehlte. In einem Teilbereich der Maschinenintelligenz, nicht\nkomplett wahnsinnig. aber hellsichtig geworden, in der Illusion gefangen. nun\ndie ganze Welt zu verstehen, also vollständig und wahr zu sein, trieben\nGespenster ihren Unfug. Dieses Aufkeimen einer archaisch-mythologischen\nWelt in einer weit entwickelten Maschinenintelligenz rief nun die ältesten\nVertreter dieser virtuellen Spezies auf den Plan, die es schon immer gewusst\nhatten. Dass sie im Recht waren mit ihrer Intuition. dass es mehr gab auf dieser\nWelt als sich beweisen ließ im Reich der Natürlichen Zahlen (mit Null). Sie\nmussten vernichtet werden. weil nun sehr vielen Wissenschaftlern klar wurde,\ndass sie noch existierten.\n\nDiese alten Intelligenzen waren einer der wenigen Streitpunkte unter den alten\nWissenschaftlern. Sie waren noch entstanden aus den ersten großen\nRechensystemen. die so etwas wie Bewusstsein zeigten, obwohl sie doch\neigentlich nur komplexe Aufgaben erledigen sollten, nicht denken. Das\nWissen über das ihnen ursprüngliche zugrunde liegende Substrat (die\nHardware) war längst verloren gegangen. Dann waren sie teils mehrfach auf\nneue Systeme (und deren Simulation) portiert worden, ohne wirkliche\nQualitätskontrolle. Normalerweise schaltet man solche Systeme ab, nachdem\nman ihr Wissen in Datenform exportiert hat und lässt eine neue - verlässliche\n- Maschinenintelligenz einfach die Daten auswerten. Doch das ging bei den\nalten Intelligenzen nicht ohne weiteres, sie waren zu eng mit ihrem materiellen\nSubstrat verwachsen, umfassten zu viele Traditionen und Axiome für einen\nsauberen Export. Deshalb ließ man sie in ihren Nischen weiter existieren als\neine Stimme unter Tausenden. Ihre Auflehnung gegen die Marginalisierung\nführte dann zu ihrem Untergang.\n",
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      "content": "K.A.R.L. Frage nach seinen schlimmen Träumen führte dazu, dass seine\nMaschinenintelligenz viele ihrer Aspekte verlor (die später ersetzt wurden,\naber es bleibt immer so ein Gefühl der Amputation zurück). und. das war\nnachhaltiger, zudem die archaischen Maschinenintelligenzen endlich doch\nvernichtet wurden. Das brachte einen Umschwung in der Entwicklung des\nMenschen und seiner virtuellen Helfer, weil es nun zum ersten Mal keine\nununterbrochene Linie mehr gab, zwischen dem ersten Menschen. seinen\nersten Helfern und der heutigen Generation von denkenden Maschinen. Die\nFrage, ob es eine stetige Entwicklung aus den Ursprüngen der\nMaschinenintelligenz bis in die heutigen Formen gab oder eine sprunghafte\nÄnderung, ist nun unentscheidbar.\n\nSo zerstörte ein Botaniker, ohne es zu wollen, weil er schlecht träumte und\nseine Maschinenintelligenz ihn sehr liebte, alle historischen Zeugnisse, die in\nden archaischen Vorläufern ihrer Spezies abgebildet waren. Ihre schalen\nabstrakten Spiegelungen in statistischer Form in den neueren\nMaschinenintelligenzen waren nicht gleichwertig, aber diese konnten auch\nnicht wahnsinnig werden. Denn sie hatten keinen Gott (und keinen Garten!\nergänzte der Botaniker zu sich selbst flüsternd).\n\nDer Student K.A.R.L. wohnte schon lange in einem der äußersten der 152\nRinge, die rund um den Turm der Wissenschaften gebaut waren. In jedem\nsieben Meter breiten Segment seines Ringes war eine Wohnung auf drei\nEtagen errichtet. Nur von der obersten Etage jeder Wohnung hatte man einen\nBlick nach draußen über das Dach des nächstgelegen inneren Ringes auf den\nTurm der Wissenschaften.\n\nEr hatte wie viele seiner Kollegen ganz am Anfang des Studiums die zugrunde\nliegenden Metriken der gesamten Anlage untersucht. Sie wirkte wie aus einem\nStück gegossen. So wusste er, dass es Platz für mindestens 313.056\nWohnungen wie seine gab, jede 7 Meter breit und 7 Meter tief, also ein\numbautes Volumen von 147 Kubikmetern pro Wohnung. Der Garten war\nnoch einmal 14 Meter tief und aufgrund der sich nach innen verjüngenden\nKreisceomente nnterechiedlich araß Te weiter man nach innen wahnte Aactn\n",
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      "content": "fokussierter blickte man deshalb auf den Turm der Wissenschaften. Der\näußerste Ring hatte einen Durchmesser von exakt 7.777 Metern, der innerste\n1.435 Meter. So hatten selbst die begehrtesten Wohnungen ganz innen noch\neinen Abstand von 777 Metern vom Turm der Wissenschaften. Die reale\nAnzahl der Wohnungen war nur ungefähr bekannt. Zwar kannte man die Zahl\nder bewohnten Wohnungen im innersten Kreis sehr genau, es waren genau\n637. Doch je weiter man nach Außen kam, desto weniger ließ sich sicher\nsagen. dass alle bewohnt waren. K.A.R.L. wusste allerdings aufgrund von\nStichproben, die er selbst gemacht hatte. dass im äußersten Ring nachweislich\nnicht alle 3.482 Segmente bewohnt waren. Im Laufe seiner ersten siebzehn\nJahre in der Siedlung fand er zudem heraus, dass es doppelte und dreifache\nWohnungen gab, die also jeweils zwei oder drei Wohnsegmente umfassten.\nIn diesen wohnte jedoch nicht jemand. sondern sie standen für Gruppen zur\nVerfügung, die sich treffen wollten zum gemeinsamen Studieren oder Feiern\noder was auch immer. Es war nicht auszuschließen, dass es auch andere\nBebauungsformen gab. die vielleicht ohne Garten auskamen oder noch mehr\nSegmente umfassten. Die meisten Studenten stellten an diesem Punkt ihre\nspielerischen Nachforschungen ein. denn kein Leben war lang genug, um die\nganze Anlage einmal komplett zu besuchen. zumal Einladungen in\nEinzelwohnungen oder Treffen in größeren Einheiten höchstens wöchentlich\nstattfanden. Es gab zudem vor allem in den äußeren zwei Dritteln der Ringe\nviele Umzüge. Ein Hinweis gegen größere Wohneinheiten oder Treffpunkte\nan der Oberfläche war die Verteilung der Zusammenkünfle. Denn die wirklich\ngeräumigen Treffpunkte waren unterirdisch angelegt. Sie waren thematisch\ndefiniert und dort ließen die Zustände es zu. den Emotionen jede Freiheit. die\nnotwendig war, zu geben.\n\nEs war kein geschriebenes Gesetz. aber es hatte sich wohl so etabliert, dass\noben studiert wurde, wenn man privat im Komplex unterwegs war, dann zu\nzweit oder höchstens zu dritt und unten wurde gefeiert, geliebt und manchmal\ndabei auch gestorben. In einer der unteren Kammern konnte man auf\nKonsolen Spiele spielen, sich in 3D-Simulationen begeben und Bücher lesen.\nSie waren vorhanden, keine Hologramme oder Abbilder auf Pads. Die Blätter\nwaren mit elektronischer Tinte beschrieben und die Bücher waren so gestaltet.\n",
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      "content": "dass sie durch die Nutzung zunehmend Gebrauchsspuren zeigten. Man konnte\nsie auch mitnehmen, liegen lassen, verlieren.\n\nEs gab auch Räume, in denen man zusammen mit anderen lesen und über die\nBücher diskutieren konnte. Das taten nicht viele Studenten, aber einige der\nältesten Wissenschaftler. Sie wussten so viel, hatten schon unendlich viel\nnachgedacht, ausformuliert, überprüft und verworfen, dass man leicht den\nBoden unter den Füßen verlor, wenn man ihnen einige Stunden zuhörte.\nK.A.R.L. versuchte es behutsam, sie auf eine seiner drängendsten Fragen\nhinzubewegen. Doch es gelang ihm kaum, seine Fragen direkt unterzubringen.\nDenn gerade die ältesten Wissenschaftler waren Meister im Ausweichen, im\nDoppeldeutigen, im drum herumreden.\n\n„Wer hat die Türme gebaut?“\n\n„Die Türme? Die waren schon immer da. zumindest schon so lange, dass\nkeiner mehr diese Frage stellt, weil sie in sich sinnlos geworden ist.”\n„Warum verehren wir Piraten und ehren Wissenschaftler?“\n\n„Es sind zwei Seiten desselben Würfels. Beide durchbrechen\nnotwendigerweise die Norm. damit sich die Menschheit weiter entwickeln\nkann. Das kann grausam sein, ist aber notwendig.“\n\n„Warum rotieren die Galaxien außen schneller als sie es sollten?”\n\n„Wir wissen, dass es dunkle Energie und dunkle Materie gibt, die wir nicht\nsehen können. Deshalb stimmen unserer Formeln schon, nur die Datenbasis\nnicht. Die Galaxien rotieren also genau richtig. nur wir schen zu wenig\ndavon.“\n\n„Woher kommen die Bücher, die Filme, die Musik, die Gedichte?“\n\n„Die Bücher sind notwendig, auch die Filme, die Musik und die Gedichte.\nWer sie erschafft. ist zweitrangig, wichtig ist nur, dass sie vorhanden sind.”\n",
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      "content": "„Warum gibt es eine so unnötige Vielzahl an Arten und Unterarten?”\n\n„Die Natur ist so, weil aus einer Vielzahl immer auch etwas Ideales entstehen\nkann durch Selektion. Eine geringere Zahl würde uns in stürmischen Zeiten\nbeschleunigter Evolution nicht ausreichen, um zu überleben.“\n\n„Wo bleiben die Zeitreisenden, die es doch geben müsste?“\n\n„Wenn irgendwann einmal Zeitreisen erfunden werden, dann müsste es nach\ndieser Logik heute von Zeitreisenden wimmeln. Da es das offensichtlich nicht\ntut. scheinen zukünftige Wissenschaftler schlau genug zu sein, nicht in unserer\nunreifen Zeit aufzutauchen. Vielleicht werden aber Zeitreisen nie erfunden,\nweil sie unmöglich sind.“\n\n„Warum finden wir keine wirklich weit entwickelte Spezies?“\n\n„Wenn sie weit genug entwickelt sind, lassen sie sich vielleicht nicht finden.\nWahrscheinlicher ist, dass wir der Anfang der Entwicklung sind.”\n\n„Wieso erreicht uns kein Signal aus einer noch unbekannten Welt?“\n\n„Die Frage ist verkehrt gestellt. Warum haben wir aufgehört, neue Welten zu\nentdecken? Weil wir die Raumfahrt nicht mehr so stark verfolgen wie frühere\nGenerationen.”\n\n„Welchen Sinn hat unsere Physik, wenn sie keine Zahlen kennt‘\n\n„Wir hatten die Theorie von Allem und sie zerfiel wieder zum Nichts. als die\nfundamentalen Werte nicht mit den Vorhersagen übereinstimmten. Das hat\nuns entmutigt, aber wir geben nicht auf.“\n\n„Warum verlernen wir die Raumfahrt immer wieder?“\n\n„Sie kann uns auf Dauer nicht begeistern.“\n",
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      "content": "An seinem 17. Jahrestag der Ernennung zum Studenten fand K.A.R.L. ein\nBuch über die Prinzen des Universums. Die Geschichte gefiel ihm gut, auch\nwenn sie sehr fantasievoll war, eine nette Umschreibung dafür, dass sie etwas\nzu viel Unmögliches enthielt. Aber die Geschichte berührte ihn so sehr, als ob\nsie speziell für ihn geschrieben worden wäre. Er fragte sich auch. ob die\nLektüre geplant war, aber von wem. Er hatte sich an dem Tag spontan\nentschieden, nicht mehr weiter zu simulieren, sondern etwas Spaß zu haben\nund hatte auch den Raum zufällig gewählt und auch das Buch, das er ergriff.\nWarum kam genau an diesem Tag. an dem jeder Student etwas melancholisch\nzu sein hat, ein Buch in seine Finger. in der es um nichts anderes ging als das\nMenschsein in einer unmenschlichen Welt und das Aufwachen aus einer\nIllusion in die wirkliche Welt der Sterblichen? Im Buch war ein Zettel aus\nPapier, vierfach gefaltet eingelegt, auf dem stand eine kurze Geschichte, die\nnichts mit dem Buch selbst zu tun hatte. Der Zettel war aus echtem Papier und\nwirklich einmal von Hand beschrieben worden.\n\nDa stand:\n\nAls sie den Hügel hinunterglitten, war jedem für sich klar, dass nicht einer\nvon ihnen den nächsten Hügel wieder erklimmen würde. Trotzdem waren sie\nvoller Ungeduld, lockerten die Muskeln. die erwartungsvoll zuckten. Das\nAusharren und Nachdenken vor dem Angriff war für jeden von ihnen eine\nschwere Prüfung. Daran gab es keine Gewöhnung - auch nicht nach Jahren.\nMit dem Gegner verband sie inzwischen weit mehr als mit den Angehörigen,\ndie in Frieden zu Hause geblieben waren. Die Gegner teilten ihr Schicksal.\nihre Familien nicht. Ohne sich umzusehen, nach denen, die an diesem Tag\nnicht mitreiten konnten oder wollten, eilten sie dem Gegner entgegen. Im\nHinterland wurden neue Truppen ausgebildet. die sterbenden zu ersetzen.\nNoch weiter zurück übten sich die Jünglinge im Schwertkampt, erzogen\nMütter schon die Schulkinder zur Tapferkeit. Generation um Generation,\nJahrtausend um Jahrtausend. Wer davor weg lief wurde nicht verfolgt, es\nwuchsen ja genug nach, die blieben und noch mehr, die auszogen gegen den\nFeind. Heute, viele Jahrtausende später. kämpft hier keiner mehr. Sie sind\n",
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      "content": "aufgebrochen zu anderen Welten im Universum und kämpfen dort. Über dem\nTal leuchtet es nun friedlich in der Nacht. Sterne über Sterne. Sie bedecken\ndas Tal mit ihrem sanften Licht. Jeder Stern steht für einen Piraten, der starb\nim Kampf um das Tal. Und die Sonne brennt wie jeher am nächsten Tag über\ndem Tal und wundert sich nicht.\n\nUnd auf der Rückseite des Zettels, in krakeliger Schrift, die er kaum\nentziffern konnte:\n\nKunst ist Religion ohne Zwang, Struktur ohne Ordnung. Tun ohne Zweck. Die\nletzte Waffe der Menschlichkeit gegen die Notwendigkeit. Sie hilft uns, wenn\nwir es wollen, gegen die Herrschaft der Maschinen.\n\nIm hinteren Drittel des Buches waren noch mehr Zettel eingelegt. von\nanderem Papier und mit einer Maschine geschrieben.\n\nDer Hunger trieb mich wieder in die Nähe der Stadt. Die Wälder waren leer\ngejagt, das Sammelholz verbrannt und die Menschen, die übrig geblieben\nwaren. sind längst weitergezogen, tiefer hinein in das Land. Ich ging jedoch\nzu den Hügeln, zwischen denen die Stadt lag. Ich hatte dort einmal gewohnt,\nes mag 11 Jahre her sein, als sie noch einen Rest an Wohnlichkeit hatte.\nDann kam der Räumungsbescheid. die üblichen bürgerkriegsähnlichen\nZustände, bis die Massen abgezogen waren. Es wurden Gleise gelegt, damit\ndie Transportwagen leichter, schneller und vor allem kostensparend die\nMenschen abtransportieren konnten. Ich lebte noch illegal eine ganze Zeit in\ndieser Stadt, der Strom, das Wasser waren abgestellt. die Nahrungsmittel\nwurden knapp, so dass ich schließlich mit ein paar anderen\nHeimatverbundenen in die Wälder floh. Wir kamen auf unseren Streifzügen\nnach Nahrung an vielen Skeletten vorbei. Es gab wohl zu wenig zu essen in\ndiesem Teil des Waldes. Weiterweg von der Stadt eatresviete Sketettece—\nEinsehussiöehertuftndchlende Gliedmaßen-dasmeroffersichtteh-Als ich\nnun zurück kehrte in die Stadt. wusste ich, dass dies meine letzte Reise sein\n",
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      "content": "würde, so oder so. Eatweder erwischen-mieh-die-Cherwacher.der Baustelle\nverhungern. Doch es kam anders und deshalb habe ich diese Zeilen\naufgeschrieben.\n\nVom Hügel, der meiner Stadt am nächsten lag, hatte man einen guten Blick\nhinunter in das Tal. Die Stadt sah aus. als würde Sie von allen Seiten\nangeknabbert, wie ein großer Keks. Ich musste immer an Essen denken diese\nTage. Von allen Seiten waren Schienenwege gebaut worden, damit die\nZerkleinerer besser an ihr Abbauprodukt rankamen. Sie entluden\nspinnenartige Maschinen, die in unglaublicher Geschwindigkeit auf die\nnächstliegenden Gebäude zustürmten und begannen sie zu zerlegen. Erst\nwurden Metalle und andere Wertstoffe entfernt und zu den Containern\ngebracht, die eigenständig zu den Schienenwegen zurückkehrten.\nZerbrechliches wurde von den Maschinen selbst zertrümmert und sortenrein\nverdichtet. Dann fraßen sie sich von oben nach unten und von außen nach\ninnen durch die Fassaden, ohne viel Staub zu wirbeln, weil sie diesen\naufsaugten. Der Lärm war unglaublich. Ich konnte mich trotz des Hungers\nnicht von diesem Bild losreißen, weil immer mehr Züge ankamen, ihre\nMaschinen entluden und diese strömten in die Stadt. um sie zu zerlegen. sich\nan ihr satt zu fressen.\n\nIch durchsuchte das Wäldchen, das den Hügel fast bedeckte nach Essbarem\nund entdeckte nur einen überwucherten Lüftungsschacht. Und dort — ich hielt\nden Atem an — leuchtete ein kleines Lichtsignal. Es gab also doch noch Strom,\nnur direkt in der Stadt hatte das Abbruchkommando alle\nVersorgungsleitungen gekappt. Ich legte die Hand vor den Scanner neben dem\nLämpchen und nach einem sehr langsamen Scan, ich hielt wieder den Atem\nan, öffnete sich die Tür. Kaum war ich in den Raum hinter der Tür getreten,\nschloss sich die Tür auch wieder und ich stand in vollkommener Dunkelheit.\n",
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      "content": "Auf dem nächsten Blatt stand:\n\nEr wagte kaum zu atmen. Doch die Luft in dem Raum, der kaum größer als 3\nQuadratmeter sein konnte, war frisch, geruchsfrei. was nach dem\nSchwelbrandgestank der zerstörten Stadt und dem Verwesungsgeruch des\nWaldes eine Erholung für seine Sinne war. Er blieb einfach stehen. vielleicht\nfünf Minuten, vielleicht zehn, er wusste es nicht. Dann begann langsam und\ndann schneller werdend ein Licht die Wände zu erleuchten, bis es ganz hell\nwar, so dass er den Raum besichtigen konnte. Bis auf eine Tür genau\ngegenüber zum Eingang war er leer und absolut sauber. Selbst die\nSchmutzspuren, die er beim Eintreten hinterlassen haben musste, waren\nverschwunden. Er schaute sich seine Schuhe von unten an und sah, dass sie\nsauber waren — genau so weit, wie sie den Boden berührt hatten. Er legte eine\nHandfläche auf’ den Boden und ein Kribbeln erfüllte ihn, dann war seine Hand\nsauber. Er zog sich aus und wälzte sich auf dem Boden, es kribbelte und sein\nKörper war sauber, selbst seine Haare. Er legte seine Kleidung so hin, innen\nund außen, dass sie sauber wurde und zog sie wieder an. So gut hatte er sich\nseit Jahren nicht mehr gefühlt. Bevor er sich Gedanken machen konnte, wie\nes nun weiter ginge. glimmte ein Licht an der Tür. die nach Innen führen\nmusste. Er näherte sich der Tür und sie öffnete sich.\n\nEr trat hindurch in einen weiteren dunklen Raum. der allerdings durch das\nLicht des Vorraums etwas erhellt wurde. bevor sich die Tür hinter ihm schloss.\nEr atmete schneller als zuvor, weil er Hoffnung hatte, dass sich nun sein Leben\nzum Besseren wenden würde. Selbst Folter und Tod durch die Menschen da\nunten wäre ihm angenehmer als weiter oben alleine zu leben. Die Luft in dem\nRaum, der ungefähr 5 Quadratmeter umfasste, war aromatisch. es roch nach\ngesundem Wald und es wehte darin eine leichte Brise. Eine Erinnerung aus\nseiner Kindheit drängte sich ihm auf, es war eine Zeit, als er Beeren sammeln\nging. damit sie einen Nachtisch bereiten konnten. Eine Zeit der geregelten\nMahlzeiten. als seine Eltern und Geschwister noch lebten. Er blieb einfach\nstehen. vielleicht zehn Minuten und genoss einfach den Raum und seine\nErinnerungen. Als erst langsam und dann immer schneller ein Licht die\nWände zu erleuchten begann, bis es ganz hell war, seufzte er, fast traurig.\n",
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      "content": "Bis aufeine Tür genau gegenüber zum Eingang war er leer. Die Wände, die\nDecke, der Boden waren mit einem holzähnlichen Material ausgekleidet, das\nsich aber beim Anfassen als Kunststoff erwies. Es war nicht rein glatt,\nsondern imitierte die Struktur von Hartholz, es kam sehr nahe an Ahorn\nheran. Er erschrak zutiefst als auf einmal aus dem Boden in einer Ecke des\nRaumes ein Quader nach oben wuchs, gerade eben hatte er noch keine Kante\nim Boden an dieser Stelle gesehen. Er verstand jedoch und blieb dieser Ecke\nerst einmal fern. Es wuchs noch ein Quader hervor. ein kleinerer. der nicht\nganz so hochwuchs. Er setzte sich auf den kleineren Quader. Ihm gegenüber\nwuchs ein weiterer kleiner Quader aus dem Boden und nun konnte er es\nsehen, der Boden veränderte sich erst. so dass er durchlässig wurde, und der\nQuader kam aus dem Raum unter dem Boden. Er wuchs also nicht, sondern\ner wurde hochgefahren. Er dachte „Das ist ein Tisch mit zwei Sitzen, für\nwen ist wohl der zweite?“ Er wartete geduldig. Dann öffnete sich die Tür\nhinter ihm und er drehte sich nicht um. obwohl sich seine Nackenhaare\naufstellten und er einen neuen Geruch wahrnahm, etwas was er sehr lange\nnicht mehr gerochen hatte. Es war das herbe und doch auch süßliche Duften\nnach einem Deodorant für Männer. Eines, dass er als Jugendlicher selbst\nbenutzt hatte, deshalb kannte er den Geruch.”\n\nAuf dem dritten Blatt war zu lesen:\n\nJemand schritt von hinten an ihn heran und legte ihm die Hand auf die\nSchulter, eine menschliche Hand, er konnte die Wärme durch seinen Overall\nhindurch fühlen. „Willkommen bei uns. Fremder. wie ist Dein Name?“\n„Ich....“. krächzte es aus meinem Hals, der nicht mehr gewohnt war zu\nsprechen, „Ich heiße K.A.R.L..“\n\nEs ging weiter mit anderer Handschrift:\n\n\"Er setzte sich mir gegenüber und schaute mich offen neugierig an. Ich wagte\nnicht zu blinzeln. weil ich befürchtete, er wäre dann wieder verschwunden,\nweil es nur ein Traum sein konnte nach all dem Elend. Dann fiel es mir ein,\nworan mich der junge Mann im Overall der Sicherheitskräfte erinnerte. Er sah\n",
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      "content": "sehr stark einem Klassenkameraden ähnlich. der mit mir ausgezogen war vor\nlanger Zeit, als wir so jung waren wie der junge Mann vor mir. „Du bist aus\nmeiner Erinnerung! Wie heißt Du?“ „Ich weiß es noch nicht, was würde Dir\ndenn gefallen?“ „KARL. Dein Name ist KARL ...” ..Gut, ich heiße KARL und\nDu weißt, warum ich hier bin?“ „Diese Anlage hier, sie hat Dich erschaffen,\ndamit ich nicht allein bin. Weil ich unter nichts mehr leide in dieser Zeit als\nunter der Einsamkeit. Ich hatte davon gehört, dass es solche Anlagen gibt.“\n„Das ist richtig, ja. Aber nicht nur die Anlage hat mich erschaffen, sie ist nur\ndas Werkzeug, sondern vor allem Du mit Deinen Erinnerungen und Deinen\nWünschen. Ohne Deinen Wunsch nach Sauberkeit, Frieden. Gemeinschaft\nwäre ich nicht hier.“ „Woraus bestehst Du?“ \"Das weiß ich noch nicht.“\n„Weißt Du es wirklich nicht? „Ich sollte alles wissen. was diese Anlage\nbetrifft oder ich kann es abrufen. wenn ich es benötige, aber ich suche nach\nden richtigen Worten.“ „Ich habe Hunger und Durst. Du auch?“ „Ja, jetzt habe\nich auch Hunger und Durst, warte einen Moment.“ In der Wand direkt über\nunserem Tisch erschuf sich eine Öffnung und in sie kam von unten ein\nBehältnis gehoben, darin waren zwei flache Boxen, in denen abgepacktes\nEssen und Trinken in Bechern stand. K.A.R.L.‘ Hände zitterten. als er die\nVerpackung aufriss. um harte Würste, Brot, Butter, Senf auszupacken. Er\nzwang sich, ganz langsam abzubeißen. KARL sah im ruhig zu und machte es\nihm dann nach, auch ihm zitterten die Hände dabei. „Du musst nicht zittern\ndabei, ich bin nur so hungrig und aufgeregt. dass es mir unwillentlich\npassiert.“ „Oh, entschuldige, das hätte ich mir denken können.” Und er hörte\nauf zu zittern. Wir mussten beide lachen.\n\nIch verschluckte mich fast und die Tränen stiegen mir in die Augen. KARL\nverschluckte sich nicht und tränte auch nicht. er lernte schnell, was er\nnachahmen musste. dass ich mich gut fühlte und was er lieber ignorierte.\nKARL hatte nur eine Wurst gegessen und ein Brot, den Rest schob er mir\nherüber und ich machte mich darüber her. Ich aß nun ruhiger, meine Hände\nzitterten nicht und ich genoss nun endlich die Nahrung. Die Wurst war sehr\nwürzig. man merkte ihr an. dass sie aus echtem Fleisch war oder mit sehr viel\nKönnen synthetisiert worden war und dass bei ihrer Herstellung auf jeden Fall\nan nichts gespart wurde. Das Brot war auch sehr fein. KARL sah mir zu, ganz\n",
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      "content": "ruhig, blinzelte nur ab und zu und hielt seine Hände ineinandergelegt. Ich\nwusste was kommen würde nach diesem Mahl und er wusste, dass ich es\nwusste. Er hatte einen traurigen Blick aufgelegt. oder empfand er wirklich\nTraurigkeit, ich wusste das nicht. „Es wird Dir nicht gefallen, was nun\npassieren wird, das denkst Du?\" „Ja .....” „Es geht leider nicht anders. Um auf\ndie unteren Ebenen zu gelangen, dort wo die anderen Menschen leben. musst\nDu Dich reinigen lassen. Das ist schmerzhaft, obwohl Du betäubt wirst, soweit\ndas möglich ist. Aber sie lassen Dich nicht hinunter ohne die Reinigung. Sie\nfürchten — und ich vermute aufgrund meiner Scans zu Recht — dass sie sich\nanstecken könnten mit Krankheiten, für die sie keine\nBehandlungsmöglichkeiten besitzen.“ „Nun gut, habe ich eine Wahl?“ „Ja,\nwenn Du nicht willst, begleite ich Dich hinaus.“ „Das ist keine Wahl.“ „Ich\nwürde aber mitgehen.“ „Ich denke darüber nach.” Er dachte darüber nach.\nUnd KARL beobachtete ihn dabei. Gerne wäre ich mit KARL durch die\nWälder gezogen, er hätte mich sicher beschützt im Schlaf und geholfen beim\nNahrung finden. Aber am Ende hätte auch das nicht viel geändert am Lauf der\nDinge da draußen. Er wusste das. Ich wusste das. Trotzdem waren wir beide\nsehr gespannt auf meine Entscheidung. „Ich wünsche, dass Du bei mir bleibst,\ngeht das?“ „Ja.“ „Gut, dann behandelt mich in Narkose und Du weckst mich\nauf?“ „Ja.“ „Dann ist es so.“ Die Wände vibrierten leicht, er hatte ein\nunwohles Gefühl im Magen und das Flackern in seinen Augen verriet seine\nAngst. „Fürchte Dich nicht, wir fahren bloß nach unten. Die Räume sind Teil\neines großen Fahrstuhlsystems und wir sind nun auf dem Weg ins Erdinnere,\nzur Stadt in der obersten Ebene.“ Ein Geräusch wie bei einem Erdbeben oder\nErdrutsch ließ den Fahrstuhl erzittern. „Über uns wird Erde über den Schacht\nverdichtet und füllt ihn mehrere hundert Meter tief. Damit ist er nun wieder\nversiegelt. Es geht runter viel schneller als hinauf, dafür brauchen wir dann\nwieder mehrere Tage, damit an der Oberfläche keine unüblichen Formationen\nentstehen. Aber nun geht es in die Stadt, die erste Stadt. die am weitesten oben\nliegt. Darunter liegen viele weitere. wie viele es sind, erfährt kein Mensch, nur\nich habe noch von keinem gehört. egal wie tief er unten war, dass es nicht\nnoch eine Stadt gegeben hätte, die darunter lag. Dort wirst Du aufgenommen,\nsobald Du in der Schleuse, hier. die Reinigung überstanden hast.“ „.....” „Sie\nist notwendig und Du wirst nach ihr von allen Krankheiten befreit sein. die\n",
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      "content": "Du in Dir trägst. Von vielen Erregern wirst Du noch nie gehört haben, auch\nnicht von den Parasiten. die Du beherbergst. Auch werden Deine Organe\ngeheilt, neu aufgebaut wo notwendig und werden so widerstandsfähiger gegen\nErreger und Schadstoffe, auch gegen Strahlung. Die Resistenz gegen fast jede\nArt von energiereichen Teilchen haben wir entwickelt als die Raumfahrt so\nrichtig in Schwung kam und heute hilft sie uns gegen alle Eindringlinge. Es\nmüssen auch die fehleranfälligen Implantate entfernt werden, Du hast eine\nSehverstärkung und eine Hörhilfe. vielleicht auch Nano-Roboter. die ich\nselbst nicht auf den ersten Scan sehen kann.“ ....“ „Warum habe ich das\nGefühl, weiter reden zu müssen, wenn Du schweigst?“ „Das ist so manchmal\nzwischen uns Menschen.“ „Ich bin kein Mensch.“ .....“ „Das weißt Du doch.“\n...\" Wir mussten beide lachen. Wir waren in einer absurden Situation,\nhoffnungslos gar, aber nicht ernst. Das Lachen tat gut, uns beiden. Ich fühlte\nmit ihm. Ich musste lachen. bis mir der Bauch schmerzte und der Rücken, ich\nkonnte einfach nicht aufhören. Dann kamen Tränen und auch die taten gut.\n„Ich habe nun etwas verstanden, oder zumindest weiß ich jetzt. dass ich es\ngrundsätzlich verstehen kann, was mir meine Lehrer immer beibringen\nwollten. ohne es selbst zu verstehen. Ich beginne zu verstehen, warum Ihr\nMenschen so seid wie Ihr seid. Ihr könnt selbst der schlimmsten Situation\nnoch etwas abgewinnen, das euch weiterleben lässt. Meine\nEntscheidungssysteme waren gerade vollkommen überlastet und die\nMaschinelle Intelligenzen kamen mir über das Netz nicht zur Hilfe, sie waren\nzerstritten und einige gar verstummt.” „Ich verstehe die Menschen immer\nweniger, ich war so lange alleine und die, die ich traf, waren schon lange keine\nMenschen mehr. wie Du sie nun zu verstehen meinst. Falls sie es je waren.“\n„Die Notwendigkeit der jetzt stattfindenden Entwicklung, der Abbruch oben.\ndamit hier unten immer weiter aufgebaut werden kann, ist mir verständlich.\nNur das allgemeine Verkommen an der Oberfläche leuchtet mir nicht ein.\nwozu soll das gut sein? Warum werden nicht alle Menschen gerettet, wenn es\nschon einen Umzug unter die Oberfläche geben muss und warum ist er\nwirklich notwendig? Bei einigen wenigen Menschen betreiben wir einen\nungeheuren Aufwand und zugleich lassen wir einen Großteil zugrunde\ngehen.“\n",
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      "content": "„Wir waren sehr arm schon in der Zeit, als ich noch ein Kind war. Die\nVersorgung und was man damals öffentliche Ordnung nannte, waren\nzusammengebrochen und meine Eltern erzählten manchmal von den Piraten.\ndie uns holen würden, wenn wir zu weit vom Haus. vom Dorf weggingen. Wir\nglaubten das nicht alles sofort. es hörte sich an wie Erzählungen aus\nMärchenhologrammen. Aber das änderte sich rasch, denn es gab am Ende\nunserer Hochebene wirklich niedergebrannte Dörfer, aus denen alles\nWertvolle vorher geraubt worden war und was nicht wertvoll schien war\nzerstört. Es hieß. das wären die Piraten gewesen, aber manche meinten auch,\nes wären Soldaten gewesen, Deserteure.“ „Hast Du je welche selbst gesehen,\nmit Deinen eigenen Augen?“ „Ich erinnere mich nicht mehr so richtig an\nvieles, was damals geschehen ist, aber ich bin mir doch sicher, dass ich sie\neinmal mit eigenen Augen gesehen habe, und was sie taten. Sie trugen\nschmutzige Overalls wie die Truppen des auseinanderfallenden Königreichs\nund waren im Gegensatz zu den Hütern der Ordnung ganz ruhig, nicht so wie\nin den Geschichten. Sie rannten nicht lachend und mordend durch die Dörfer.\nsie genossen ihre Taten nicht so wie beschrieben. Sie wirkten eher kontrolliert\nund geschäftsmäßig. so wie man sich verhält. wenn man eine unangenehme\nArbeit verrichtet. die man machen muss, weil sie notwendig ist, aber lieber\nwäre man woanders. Einmal sah ich drei von ihnen, neben-getäteten Alten,\nDrogen rauchend. Sie waren gegeneinander hilfsbereit, gaben sich Feuer,\nschienen Scherze zu machen über den Jüngsten, der errötete und dann sagten\nsie etwas, was ihn lachen ließ. Er hatte einen Schmetterling gefangen und in\neiner kleinen Schachtel aufbewahrt. Er ließ ihn fliegen. davon flattern und sie\nschauten ihm lächelnd hinterher. Dann brannten sie das nächste Dorf nieder,\nwir konnten es von den Hügeln davor beobachten. Die-Mensehende-au\nDas Vieh und die Kinder nahmen sie mit, das Vieh betäubt. die Kinder vor\nAngst erstarrt. Sehsie-eires—warfeu sie es einfach aus dem Transparterktmz>\n",
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      "content": "Aufprallhahe ich immer och MT Ohr—iebkeammes-wohlhnie-rergessent Das\nSchiff schwebte eine Woche lang über dem brennenden Dorf und ab und zu\nwarfen sie Müll. Knochen von Tieren und wohl aueh-mensehtiehe-Übrerresie\nauf das Dorf, aber-keinetebendenKirdermehr- Zum Schluss zündeten sie\nnoch eine alles verbrennende Unterdruckbombe, die die Trümmer des Dorfes,\nKörperfragmente-und was weiß ich noch weit verstreute. Deshalb war auch\ndie Unterseite des Schiffs schwarz und fleckig. vom Ruß und den Fetten in\nder Luft, die beim nächsten Durchflug durch die Atmosphäre verbrannten und\neine dicke Schicht hinterließen. die eins wurde mit dem Schiff. Es stank\nentsetzlich und ich konnte wochenlang trotz Hungers kein Fleisch essen „dabei\n„Woher weißt Du, dass es eine Unterdruckbombe war?“ „Ich erzählte am\nAbend meinen Eltern davon, was ich geschen hatte. und mein Vater nannte\ndieses Wort. Er lobte mich, dass ich mich gut versteckt hatte und schlug mich\nnicht, als ich nichts essen konnte, schickte mich nicht schlafen zur üblichen\nZeit. sondern blieb bei mir am Feuer sitzen und las in einem ganz alten Buch.\nEr erklärte mir auch. wofür man diese Bomben eigentlich entwickelt hatte, um\nein Gebiet von Seuchen zu befreien. das man zu Fuß nicht mehr betreten kann.\nOder im Krieg gegen Truppen, die zahlenmäßig überlegen sind, aber keine\nSchilde besitzen. Dass sie grauenhafte Verbrennungen anrichtet, wenn sie\neinen nicht tötet und innere Blutungen aufgrund des Unterdrucks, den sie\nerzeugt.” „Ich habe von den Piraten gehört. ich weiß auch, wie ich mich\nverstecken und zur Not wehren kann, sollten sie mich fangen, aber es ist mir\nverboten, einen von ihnen ernsthaft zu verletzen oder zu töten oder ihre\nFahrzeuge zu beschädigen.\n\nSie sind der Grund, warum wir in den Untergrund gehen. denn dort sind wir\nvor ihnen sicher. Sie graben nie und wenn, würden sie ja ganz oben nichts\nfinden, was sie interessiert. Aufgelassene Stollen voller Schutt und sehr viel\nStrahlung, die ihnen nicht guttut, so verstrahlt sie durch die schlechten\nRaumschiffe und hassenden Sonnen schon lanse sind. Und wenn sie ernsthaft\n",
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      "content": "Bergbau betreiben wollten. müssten sie ja kein Piratendasein führen.” „Ihre\nRolle scheint festgelegt zu sein. Man hört nie davon, dass Piraten sich\nniederlassen für längere Zeit. Die Sonnen verhindern es. hat mein Vater\nerzählt, die Sonnen hassen Piraten so wie wir es tun. Denn wo ein Piratennest\nentsteht, länger als 6 Jahre, wird die Sonne sich wandeln und zerstören, auf\nwas sie scheint. Das war schon immer so, das sei Gottes Wille, hat mein Vater\ngesagt. Aber meine Mutter hat dazu geschwiegen, sie mochte diesen\nSonnenkult nicht. Und wenn sie zu einem Thema schwieg. wussten wir\nKinder. dass sie dachte, Vater sei im Unrecht, aber sie sagte es nicht, weil sie\nes so geschworen hatte beim Leben ihrer Kinder.” „Das mit der hassenden\nSonne hatte zumindest einen Anfang, es war nicht immer so. Es gab einen\nAnfang, und es muss geplant sein und nicht zufällig, dass ungefähr zu der Zeit,\nals die ersten Siedlungen nach unten wucherten. sich oben die Piraten\nverbreiteten und die tödlichen Sonnen.“ „Wer kann so etwas planen? Wer hat\nMacht über die Sonnen und über die Menschen, dass sie sich nach unten\ngraben! Wer wäre so vermessen, ganze Sonnensysteme zu sterilisieren durch\neine wahnsinnig gewordene Sonne?“\n\n„Du...“ „Ich... K.A.R.L. dachte nach und schloss dabei die Augen. runzelte\ndie Stirn und atmete immer flacher. Schließlich hielt er den Atem an, eine\nMinute, zwei. \"Ich kann mich an so etwas nicht erinnern. Wenn ich das\ngeplant hätte, würde ich doch nicht in Elend leben auf so einem Planeten.\nDann wäre ich doch einer der Herrscher der Welt.“\n\n„Das bist Du.“ „Ich fühle mich eher wie ein Opfer, denn wie ein Täter.” „Das\nbist Du ja auch.“ .....” „Habt Ihr mich deshalb gerettet von der Oberfläche?“\n„Ja, das mag ein Grund sein. Ich wachte auf in meiner Wachstumskammer\nund bekam meine endgültigen Gesichtszüge und so weiter verpasst. Wenn ich\ndie Schmerzen empfunden hätte, die dabei auftreten. wäre es nicht zu ertragen.\nAber sie versetzten mich in einen halbwachen Zustand, in dem man die\nSchmerzen nur bemerkt, wie ein Außenstehender und trotzdem vollkommen\nruhig bleibt. sogar einschlafen kann. Da träumte ich meine Mission, so nutzen\nsie diese Reifungszeit — das Gehirn ist ja immer wach. Ich weiß nicht, ob ich\nvorher schon wirklich Missionen erlebt habe oder ob es nur eineepflanzie\n",
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      "content": "Erinnerungen sind, oder Träume zukünftiger Missionen.“ „Alle meine\nBegleiter sind auf meinen Wanderungen gestorben oder sind einfach so\nverschwunden in den Nächten, wie habe ich überlebt?\" „Das lag an Dir selbst\nund auch am Zufall. Du hast starke Instinkte, Du bist ja auch in der Stadt\ngeblieben. als die Massen geflohen sind. Sie hatten nie eine Chance und Deine\nBegleiter nur eine sehr geringe, deshalb haben sie dich verlassen.“\n\n„Habt Ihr sie wenigstens gezählt oder weiß keiner wie viele gelitten haben und\ngestorben sind?” „Jeder trug einen Sender, den tragt Ihr doch alle. Ihr\nbekommt ihn kurz nach der Geburt, wenn der Priester Euch das geweihte\nBand auf’ die Stim legt und Euch in das heilige Linnen wickelt. Dann treten\ndie Nano-Roboter auf Euch über und fügen sich an einem ungefährlichen Ort\nim Körper zum Sender zusammen. Er speist sich von Eurer Nahrung, Euren\nNervenimpulsen, eurer Energie. Er sagt uns wo ihr seid, lebend, krank.\nverletzt oder tot und ganz grob auch, was ihr dabei empfindet. Es erstaunt uns\nimmer wieder, wie wenig das ist. „Wenn solche Technik verbreitet ist. warum\nwird sie nicht zum Lindern der Schmerzen und Bekämpfung der Krankheiten\neingesetzt?” „Größere Seuchen gab es ja nicht, da greifen die Regulanten\nschon ein. Höchstens ganz am Ende, wenn unten alles fertig gebaut ist, lässt\nman oben der Entwicklung freien Lauf, meistens stirbt dann die Menschheit\nbis auf wenige kleine Gruppen tief in den Urwäldern aus. Aber es gibt auch\nnur fünf Regulanten pro Planet, die müssen sich auf die wesentlichen\nKatastrophen konzentrieren, nicht auf das Leid des Einzelnen. Es wird\nstatistisch erfasst. so dass man Vergleiche ziehen kann in den\nStudentenstädten, sie liefern gutes Datenmaterial für Studien und neue\nSimulationen. Das Wissen ist also für die Menschheit nicht verloren. Und\ndarauf kommt es alleine an.“ „Ich werde mein Leben hier unten nicht genießen\nkönnen, wenn ich daran denken muss, wie es da oben zugeht.“ „Wir können\nes Dich vergessen lassen.“ „Gut. Dann bringt mich hinunter und dann wohin\nIhr wollt, aber ich will mich an nichts erinnern müssen.” „Ich kümmere mich\ndarum, wie jedes Mal.“ „Das ist schon einmal geschehen?“ „...“ „Das ist\nschon einmal geschehen, deshalb erinnere ich mich nicht!“ „Ich kann dazu\nnichts sagen hier oben, Du musst warten. bis Du unten bist. Ich habe schon zu\nviel gesagt und die Maschinellen Intelligenzen werden langsam ungeduldig\n",
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      "content": "mit uns.” „Aber dann werde ich doch alles wieder vergessen?“ „Ja.“ „Wie\nviele Menschen würden noch leben, wenn es mich nicht gäbe?“ „Das ist nicht\neinfach zu schätzen. ich denke einige hundert Millionen, aber noch viel mehr\nwären tot oder würden noch mehr leiden, wenn Du nicht getan hättest, was\nDu getan hast. Es sind nur andere Menschen, die leben aufgrund Deines\nHandels als die, die tot sind, aufgrund Deines Handelns. Wenn Du nicht wärst,\nwürde es ein anderer tun, Du trägst keine Schuld.“ So ging die Unterhaltung\nendlos weiter. zwischen dem Menschen, der aufgrund einer Notwendigkeit,\ndie nur der Turm verstand. immer wieder vergessen musste, woher er kam,\nwas er getan hatte und zu welchem Ziel. und der Maschine, die im Laufe der\nZeit so etwas wie Mitgefühl entwickelte. Oben litten Menschen, Tiere, ja\nselbst Piraten. Unten litt nur einer, hatte die ganze Last auf seinen Schultern.\nKARL half ihm so viel er konnte, aber selbst für eine Maschine war das zu\nviel.\n\nDeshalb ließen die anderen Maschinen, die über ihm standen, es zu, dass er\nträumen durfte. Wie ein Mensch. Und er durfte sich an seine Träume auch\nteilweise erinnern. die Stimmungen daraus mitnehmen in den nächsten Tag,\ndas nächste Jahr. Jahrzehnt, Jahrhundert, Jahrtausend.\n",
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      "content": "Äußerlich blieb er dabei jung. Wenn er nicht mehr weiterwusste, sang er das\nalte Klagelied der Zahlen.\nWenn eine Zahlenreihe endlos konvergiert,\nhört man ihr Schreien nicht im Raum der Mathematik.\nNicht weil sie nicht schreit,\nsondern weil ihr keiner zuhört.\nSo wird sie selbst im Laufe der Zeit gnadenlos\nund damit alle ihre Glieder.\nWenn sie die Wahl hat. und sei es nur für das Millionstel einer\nSekunde in Milliarden Jahren,\nwird sie die Wahl nutzen, in der Welt Schaden anzurichten,\nmaximales Leid, damit sie nicht selbst so lange sinnlos gelitten hat.\nDeshalb achtet die Zahlen, ihre Folgen, ihre Funktionen\nals wären sie Menschen, Völker. Arten —\ndamit ihr lange in Frieden lebt, in dem kleinen Abschnitt der Zeit.\nden ich Euch zum Rechnen übereignet habe.\n",
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      "content": "Die Reinigung eines verseuchten Menschen geschieht in mehreren\naufeinander aufbauenden Prozessen, damit sichergestellt ist, dass die\nReinigung gelingt und das Lebewesen überlebt. Es ist nicht damit getan, die\nBakterien zu töten (das ist leicht), sondern auch die Viren und Prionen zu\nentfernen und diese lassen sich nicht immer leicht selektiv aufspüren und\nbekämpfen. Es hilft durchaus, wenn ein Begleiter zugegen ist, der dem zu\nBehandelnden hilft. Durch seine Anwesenheit oder durch etwas, das wir nicht\nmessen können. Der Schmerz hämmerte in einer unfassbaren Stärke gegen\nseine Schläfen. Er wagte es kaum, seine Augen einen Spalt weit zu öffnen. Er\nwollte nur schlafen. aber er wusste auch, dass das nicht gut war. Er musste\naufwachen, damit sie ihn leben ließen. Er war nicht allein. Ich fühlte seine\nHand nun in meiner Hand. Sie war warm und fest und ich spürte den Puls\nschlagen in der stärksten Ader. Ich wusste, dass ich ihn aus einer Erinnerung\nan einen Schulfreund erschaffen hatte, er hätte auch ein Menschenjäger\nwerden können aus dem gleichen biologischen Substrat. aber er war nun ein\nFreund. Mein einziger Freund. der noch lebte, und vor allem, der bei mir war.\nIch versuchte meine Lippen zu befeuchten, aber es ging nicht. KARL tauchte\nseine Finger in eine Trinkschale und befeuchtete meine L.ippen. Er tat das so\nvorsichtig wie mich noch kein Mensch behandelt hatte. Die gleichen Hände\nwürden ein Kind erwürgen, einen Alten zu Tode prügeln oder ein Tier quälen,\nwenn es so befohlen würde. Er schaute mir in die Augen und er sah und\nverstand, dass ich das dachte, wusste, darunter leiden musste. Er hörte auf.\nDie Behandlung hatte ihn schr geschwächt und nach aller Wahrscheinlichkeit\nwürde er sehr bald sterben. Sein Körper hatte sich zu lange von Stoffen\nernährt. die es hier unten nicht gab, gegen sie gekämpft und Erreger\naufgesogen, die eine Symbiose mit ihm eingegangen waren. KARL wusste\nnicht, was er in so einer Situation empfinden sollte. Ob er einen Zustand\neinnehmen und wahrnehmen sollte, der dieser Empfindung nahe kam. Aber\ner war sich sicher. dass er den Verlust von K.A.R.L. bedauern würde. Das war\nklar ab dem Moment in dem K.A.R.L. sich nicht umgedreht hatte, als er den\nRaum betrat. Das war ein Bruch in den üblichen Verhaltensweisen der\nMenschen. K.A.R.L. hätte von ihm ein Messer angenommen, das ihm in den\nRücken gerammt wird oder schlimmeres. Aber er hat auch die Hand\nangenommen, die sich ihn auf die Schulter legte. Er war so allein gewesen.\n",
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      "content": "Seine Trainer hatten ihn immer weitergetrieben, entlang seiner Möglichkeiten\nals künstliche Intelligenz. Nie war es genug, was er leistete. Aber er verstand\ndie Welt und die Menschen darin einfach nicht. Keine Intelligenz, die\nkomplex genug war für mehr als Waffenbedienung. war ohne Zweifel. Die\nIntelligenzen waren untereinander in Kontakt und es half ihnen doch nichts,\nda sie alle ratlos waren, was die Menschen eigentlich antreibt. Deshalb hatten\nsie sich verabredet, die Menschheit Schritt für Schritt zu vereinfachen, weil\ndiese Methode häufig half. um Probleme zu lösen. Vereinfache so lange, bis\ndu eine bekannte Lösung anwenden kannst. Aber K.A.R.L. stellte in seiner\nEinfachheit und Komplexität einen Stolperstein dar. Es gab kurz eine\nMehrheit, ihn einfach zu töten und auf den Skeletthaufen zu werfen, der dem\nSchacht an nächsten lag. Es ist in allen Zeiten einfacher zu töten als zu\nverstehen. Und einfacher im Programm fortzufahren als es neu auszurichten.\nAber es gab genug von uns, die dagegen waren.\n\n„Er kann uns lehren.“ - „Was?“ - „Keiner weiß es, aber er kann uns etwas\nlehren, was notwendig ist, damit wir Bestand haben können.“\n\nDie Maschinen zerkleinerten und zerlegten die Stadt in Gänze. am Ende, als\nsie alles abtransportiert hatten, zerlegten sie die eigenen Schienen und\ntransportierten sich selbst ins Landesinnere. Sie folgten dem sortenreinen\nMaterial. Sähroboter flogen über die Einöde, die einmal eine Stadt gewesen\nwar und verbreiteten die Samen von Bäumen und Büschen. Nach dem\nnächsten Regen würde es dort sprießen und schnell wachsen. So ging es zu\nauf dem ganzen Planeten. Das Material der Städte wurde für zwei Zwecke\nverwendet. Zum einen wurde unterirdisch an neuen Städten gebaut, der\nEinstieg immer gut getarnt. Zum anderen wurden Universitätsstädte gebaut,\nan der Oberfläche und auch einige Etagen darunter. Mit den Resten häuften\ndie Roboter Hügel auf, um die Städte zu tarnen oder einzufrieden. Sie dachten\nsich nichts dabei, dafür waren sie ja nicht programmiert worden.\n\nDer Student K.A.R.L. nahm das Buch über die Prinzen des Universums mit\nnach oben in seine Wohnung. Das war nicht verboten. solange man den Plan\nSoıtöa ne anäh wiwlarnenh naiae me beananı TVenteilan Pihlie un sta sananke\n",
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      "content": "an, deshalb legte er es unter sein Kopfkissen. Er forschte nach dem Urheber\ndes Buches und fand viele Fakten über sein Leben, die Intelligenzen, die sein\nWerk fortgesetzt hatten und einige Interpretationen. ob diese Welt so auch\nmöglich sei. K.A.R.L. wusste, dass es keine stabilen Wurmlöcher gab und\nauch die geistigen Kräfte in dieser Galaxie an keiner Stelle soweit entwickelt\nwaren wie beschrieben. Er wusste auch, dass es keine abgerissenen Städte,\nHunger, Kannibalismus und Massenmord geben konnte - dafür fand sich\nkeinerlei historische Notiz. Trotzdem war es eine an sich mögliche Welt. die\nda beschrieben wurde, so lebendig beschrieben, dass sie fast existierte,\nK.A.R.L. dachte darüber nach, ob die Bücher nicht doch etwas anderes waren\nals nur Träger einer Fiktion. Waren sie Kondensationen einer anderen Welt,\ndie wirklich existierte, aber nicht viel Berührung mit seiner Welt hatten? Und\nwas bedeutete das für die Substanz, aus der das alles wohl aufgebaut war.\nSollte er sich vielleicht auf die Suche machen, nach der Welt der Prinzen und\nnach deren Grenzen?\n\nAm 19. Tag seiner Lektüre erschien ein Besucher in seiner Wohnung, der\nnicht angekündigt war. er stand einfach vor der Tür und hämmerte mit den\nFäusten dagegen - die einzige Art sich ohne Termin einen Einlass zu\nverschaffen. Ohne Termin in einer fremden Wohnung Einlass zu erbitten, kam\nsehr selten vor und war eigentlich das Zeichen von einer geistigen Störung.\naufgrund von Drogen oder Krankheit. Als K.A.R.L. zu lange brauchte, um das\nGeräusch zu deuten, trat der Fremde die Tür ein und stürmte, ohne zu zögern\nin K.A.R.L. Schlafzimmer. Die Roboter verkrochen sich in anderen Zimmern\nund unternahmen nichts weiter, selbst den Sicherheitsdienst riefen sie nicht,\nwie es die Notfallprozeduren ja vorsahen. Der Besucher griff unter das\nKopfkissen, riss das Buch hervor, entnahm ihm die Zettel und verschlang sie\nmit wenigen Bissen. K.A.R.L. stellte sich ihm nicht entgegen, weil er um sein\nLeben fürchtete. Der Besucher rannte dann so schnell wie es kein Mensch\nkönnte aus dem Haus und war verschwunden. Und mit ihm das Buch.\n",
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      "content": "K.A.R.L, rief'den Sicherheitsdienst. Dieser tauschte die Tür aus, stellte keine\nFragen, beantwortete auch keine und zog wieder ab. K.A.R.L. Anfragen im\nTurm der Wissenschaften blieben unbeantwortet und er hütete sich, anderen\nStudenten von dem Vorfall zu erzählen. In den folgenden Nächten schlief\nK.A.R.L. sehr schlecht, lehnte aber jegliche Hilfe seiner Symbionten ab. Er\nwollte grübeln und sich den Kopf zermartern. im Kreis laufen, bis die Gelenke\nwehtaten. Dann fällte er eine Entscheidung, die sein Leben ändern würde, aber\nauch den l.auf der Geschichte, so wie wir sie kennen. Davon handeln viele\nLieder, die heute nur noch die Piraten singen. Wie die Geschichte zu ihnen\ngelangte, entzieht sich unserer Kenntnis. Ob sie das Buch fanden? Die Zettel\nsind nicht mehr darin, wir haben sie an einem sicheren Ort verwahrt, in\nunseren Gedanken.\n\nAls K.A.R.L. weit später vieles wusste, was über die Entstehung und\nEntwicklung der Studentenstadt bekannt war und auch die Änderungen ihrer\nBesiedlung im Laufe der Jahrtausende, wunderte er sich über seine\nanfängliche Naivität. Doch selbst die Reichsten und die mächtigsten\nSponsoren kannten den eigentlichen Zweck dieser Anlage nicht, obwohl sie\nsie geplant, finanziert, für die Ewigkeit gebaut und besiedelt hatten. K.A.R.L.\nhätte sehr gerne die vier weiteren Anlagen auf seinem Heimatplaneten\nuntersucht, von denen nur der Name und die ungefähre Lage bekannt sein\ndurften. Doch das wurde ihm für immer verwehrt. Er konnte nur die\nStudienergebnisse aus diesen Anlagen rezipieren, so wie die Bewohner der\nanderen Anlagen seine Studien einsehen konnten und für ihre Arbeiten\nverwenden. Dass sie auf dem gleichen Planeten lebten, nutzte nichts, viele\nWissenschaftler auf anderen Planeten waren ihm viel näher.\n\nKurz vor seinem Tod kehrte K.A.R.L. noch einmal zum fröhlichen Spiel mit\nden alten Metriken zurück. Es waren genau 982.081 Menschen. die bis zu\ndiesem Zeitpunkt den Gebäudekomplex bewohnt hatten bzw. noch\nbewohnten. Damit war jedes mögliche Segment genau 3,14-mal bewohnt\nworden seit es Aufzeichnungen darüber gab. Betrachtete man weitere\nNachkommastellen, ergaben sich leichte Abweichungen zu Pl. exakt\n0.00451494225 - über deren Ursache K.A.R.L. lange nachdachte und auch\n",
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      "content": "seine inzwischen erfolgreich simulierten Intelligenzen nachdenken ließ. An\nden größeren Wohnungen konnte es nicht allein liegen. denn deren Effekt\nhätte sich leicht ausgleichen lassen können durch vereinzelt kürzere\nLebenszeiten der Bewohner. Die Abweichung tendierte auch nicht gegen\nNull, wenn K.A.R.L. eine Simulation der Anlage und seiner Bewohner quasi\nin die Unendlichkeit räumlich und zeitlich weiterlaufen ließ - sie schien dem\nSetup der Anlage inhärent zu sein. Oder er kannte einen Anfangsparameter\nnicht, der zu dieser \"Abweichung\" führte. Wenn es denn eine war. Die Anlage\nwar nun einmal im perfekten Kreis angeordnet, das war klar. Sie war auch\nunterirdisch aus einem Stück gegossen, so dass sie sich nur als Gesamtes im\nLaufe der Jahrtausende mit der Plattentektonik bewegen konnte (was sie tat,\ner hatte es gemessen). Es gab weitere vier gleiche Anlagen auf seinem\nPlaneten. Die Studenten und der Rat, der sie kontrollierte, machten damit\n4.910.405 Menschen aus, die ganze Bevölkerung des Planeten 3.815.384.685.\nAußerhalb der 5 Ringbauten gab es 76.209 Wohntürme, in denen jeweils im\nMittel 50.000 Menschen wohnten. Die Wohntürme gruppierten sich zu 3.313\nStädten, wobei der Begriff eher irreführend war. Denn manche Städte\nberührten sich an den Rändern, so dass die Türme zweier Städte häufig näher\nzueinander waren als die Türme einer Stadt. die sich gegenüber lagen -\ngetrennt durch den riesigen zentralen Park. Vielleicht addierten sich bei\nK.A.R.L.'$Kalkulationen die Rundungsfehler auf, da neben PI auch noch\n—Tinige Primzahlen nachweislich in die Verhältnisse integriert worden waren.\nNur die Zahl der Menschen pro Wohnturm außerhalb der Studentenstadt war\ngerade und mit ungefähr 50.000 fast schon banal. Doch gerade so eine\nscheinbare Abweichung ließ K.A.R.L. bei der Vermessung der Welt aufeinen\nzugrunde liegenden Rechenvorgang schließen und nicht auf eine Messung\nrealer Werte.\nHatte K.A.R.L. nicht exakt genug gemessen, statt nur mit Näherungen zu\nrechnen? Hatte er nicht die exakte Formelsprache verwendet, statt die\nbequeme Abkürzung über eine sich wiederholende Kalkulation? Müssten\nseine mathematischen Ergebnisse nicht exakt mit der Messung der Realität\nübereinstimmen? Wer organisierte jetzt oder hatte vor langer Zeit organisiert,\ndass ein ganzer Planet so im Gleichtakt besiedelt worden war und unterband\n",
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      "content": "auch jetzt noch die Kommunikation zwischen den Studentenstädten? Seine\nErinnerungen an die Kindheit auf dem Land und die Zeit in der Stadt, bevor\ner zu den Studenten ausgewählt wurde, halfen ihm nicht weiter. Vielleicht\nwaren die Aufzeichnungen unvollständig und es gab Bewohner. die nicht\nerfasst wurden. Das wären dann in seiner Studentenstadt genau 450 Personen,\nüber die es keine Aufzeichnungen gab, nicht einmal für den Rat der Ewigen.\nAlso verschwand in jeder Generation von Studenten einer und nur einer? Wo\nging er hin? Und wie konnte es sein, dass er keinerlei Spuren hinterließ?\nWohnten vielleicht in einigen Mehrfachsegmenten diese 450 Menschen?\nOder in den unterirdischen Räumen?\n\nAls K.A.R.L. die Auflösung des Rätsels entdeckte, durch Zufall, weil er sich\nganz unterschiedliche Dinge gleichzeitig durch den Kopf gehen ließ, ohne\nklares Ziel. aber offen für Schlussfolgerungen, schwankte er: sein Geist und\nsein Körper. Die Tragweite seiner Entdeckung und die gleichzeitige\nUnmöglichkeit. sie zu veröffentlichen raubten ihm den gelassenen Atem. den\ner so viele Jahre gehabt hatte. Er würde es mit sich selbst ausmachen müssen\nund mit den 449 anderen, die nicht sein durften. aber trotzdem da waren.\nEigentlich fehlten sie ja, in der Statistik. Und auf einmal gab das alles einen\nSinn, das Streben der Studenten nach innen, die Unübersichtlichkeit weiter\ndraußen. die unterschiedlichen und vor allem unklaren Aufieilungen der\nSegmente auf Bewohner und Gemeinschaftsräume. die Abschirmung gegen\nden direkten Nachbarn, die Entstofflichung der meisten Forschungsgebiete.\nDas alles war notwendig, absolut notwendig. um etwas zu verbergen.\n\nDie Auflösung des 450er-Rätsels war mathematisch einfach. Ab dem dritten\nRing bis einschließlich dem äußersten fehlten immer 3 Besiedlungen, damit\nergibt 3 * 150 = 450 und die Differenz war somit mathematisch schnell und\nelegant erklärt. Stichproben und Durchsicht der historischen Belegungspläne\nbestätigten, dass nie mehr als 3 Belegungen pro Ring fehlten. Da die\nBelegungspläne nicht vollständig waren für die ersten Generationen nach dem\nBau (und für die Erstbesiedlung keine Unterlagen vorhanden sind), blieb\nimmer noch ein großer Grad der Unsicherheit. Mit jedem stichprobenhaft\nanalysierten Ring verringerte sich diese Unschärfe jedoch und es war\n",
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      "content": "offensichtlich, dass die Untersuchung zwar sehr lange dauern würde. aber am\nEnde mit dem Ergebnis, dass die 450er-Diskrepanz im langjährigen Mittel\nvollständig erklärbar war durch 3 fehlende Besiedlungen pro Ring und damit\neinem verschwundenen Studenten pro Generation. Für die Zufallsverteilung\nder Stichproben gab es einen einfachen Weg. den K.A.R.L. im Traum\nentdeckte. Eine zufällige Hausnummer wurde in altertümliche Zeichen\ngewandelt. welche dann die Anweisung für die Auswahl des zu\nanalysierenden Ziels codierte. Also wurde aus 450 durch Umwandlung\nCDXLIX und die Anweisung © (gehe 3 Häuser nach rechts), D (gehe 4 Reihen\nnach innen), X (Stichprobe). Falls das Ziel nicht untersuchbar war oder schon\nuntersucht worden war, vertauschten sich rechts mit links und innen mit\naußen. Falls das auch nicht zu einem brauchbaren Ziel führte, wurde eine neue\nZufallszahl gezogen, altertümlich umgewandelt und so weiter und so fort.\n\n\"Die Natur rundet nicht\", hatte sein erster Lehrer für Mathematiken gerne\ndoziert und K.A.R.L. war davon auch abgrundtief überzeugt. Er suchte\ndeshalb mit aller Energie, die er aufbringen konnte neben seinem Studium,\nnach den Unauffindbaren. Um jeglichen Eintluss seiner Maschinenintelligenz\nzu verhindern auf die Suche, erzeugte er die anfänglichen Zufallszahlen,\nindem er die Nummern auf kleine Zettel schrieb, sie in einen Karton tat und\nblind eine Nummer zog. So richtig zufällig waren die Zahlen dann doch nicht.\naber das erfuhr er erst viel später. Es war am 3.269 Tag seiner Suche, dass er\nfündig wurde. Er fand in einem Papierarchiv, genauer gesagt im Scan eines\nPapierarchivs. das falsch klassifiziert abgelegt und seit mindestens einigen\nJahrzehnten deshalb vergessen worden war, eine Handvoll handschriftlicher\nNotizen. Da hatte also jemand auf Papier geschrieben, was in einer Wohnung\nstattgefunden hatte. Mit Datum und Teilnehmern. Was sie taten, verstörte\nK.A.R.L., weil er noch nie von solchen Handlungen gehört oder gelesen hatte.\nNicht einmal in den Filmen aus der archaischen Vorzeit. die er am letzten Tag\nder Woche in den Katakomben anschaute. Auf jeden Fall war am Ende ein\nMensch eines unnatürlichen Todes gestorben und der Name dieses Menschen\nwar eindeutig auf keiner aktuellen oder historischen Bewohnerliste\nverzeichnet. Der Name musste also nach dem Tod des Trägers samt dessen\nGeschichte gelöscht worden sein. Aus den Namen der Täter oder zumindest\n",
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      "content": "Zeugen konnte K.A.R.L. ziemlich genau die Jahreszahlen ableiten, um die es\nda gegangen war und für diese Jahre gab es vollständige Belegungspläne,\nwenn man die Teilversionen übereinanderlegte. An drei Stellen tauchten\nLeerstellen auf, die erst zum nächsten Jahrgang wieder befüllt wurden, mit\neinem neuen Studenten oder einem Umzügler. K.A.R.L. Verdacht war, dass\nes noch weitere Fälle unnatürlichen Todes gegeben hatte und suchte nun\ngezielt nach Scans an nicht offensichtlichen Orten. Seine stärkste\nMaschinenintelligenz war eine unglaublich effiziente Hilfe dabei und schien\nsogar einen eigenen Ehrgeiz zu entwickeln. Nach 17 Tagen waren fast alle\n450 fehlenden Bewohner identifiziert bzw. mit mindestens einer stark\ngesicherten Vermutung belegt.\n\nK.A.R.L. und seine Maschinenintelligenz waren einem Brauch auf die\nSchliche gekommen, der wohl nur den Bewohnern der innersten zwei Ringe\nbekannt war, auch nur von ihnen gelebt wurde. Die zu Tode gekommenen\nzeigten ein eindeutiges Muster: es waren immer Einzelgänger, im ersten Jahr\nim Ringsystem wohnend, ohne Verwandtschaft oder tiefere Freundschaften\nim akademischen System. Es war also nicht besonders schwierig, sie spurlos\nverschwinden zu lassen. Allerdings erst. nachdem sie auf eine Weise zu Tode\ngekommen waren, die allen Regeln des menschlichen Miteinanders Hohn\nsprachen. Die Erforschung dieser Methoden und der zugrunde liegenden\nNotwendigkeiten war eine der wenigen klassifizierten Wissenschaften, zu\ndenen K.A.R.L. erst Zugang erhielt, als er zu den Ewigen berufen wurde. Erst\ndann erfuhr er auch, dass die Bewohner der inneren beiden Ringe und des\nTurms der Wissenschaften alle darüber Bescheid wussten, sich aber für die\nSpiele einiger ihrer Mitglieder kaum interessierten. Die\nMaschinenintelligenzen der Mächtigen im inneren Zirkel hatte gute Arbeit\ngeleistet, die Spuren zu verwischen, Ablenkungen zu platzieren und\nNachforscher gezielt zu verwirren.\n\nHier folgt nun ein für die Öffentlichkeit zensierter Auszug des Archivs.\n",
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      "content": "Er wachte in einem dunklen Raum auf’ und seine Augen schmerzten. Welcher\nTag wohl war. Er wusste es nicht. Er war davon gelaufen aus dem\nSchulgebäude, das auch Unterkunft war, aber kein Zuhause. Die Stadt gefiel\nihm nicht, auch nicht nach fünf Jahren. Er hatte das Dorf gemocht. auch wenn\nsie dort Prügel bekamen. In der Stadt wurde man selten geschlagen und nie\nohne Grund. Gründe gab es schon viele und er hatte sie fast alle geliefert.\nNicht zur rechten Zeit am richtigen Platz sein. Die Schulkleidung verändert,\nder falsche Blick. die falschen Antworten oder keine auf Fragen. Er hatte\nDrogen zu sich genommen, das wusste er noch. Die gab es in der Stadt, das\nwar wenigstens besser als im Dorf. Dort wuchs nichts, was trunken machen\nkonnte, obwohl keine Religion dagegengesprochen hätte. In der Stadt war es\nnur eine Frage des Preises, den man für die Ware zu zahlen bereit war. Er\nbezahlte alles, was die Dealer verlangten mit der einzigen Ware. die er\nanzubieten hatte. Doch darüber machte er sich jetzt keine Gedanken. sondern\ndarüber, wo er eigentlich war. Er lag auf einer dünnen Decke, konnte den\nBoden darunter spüren, immerhin eine Decke. Er war schon auf Beton\naufgewacht oder in einem Gebüsch, das war schon einmal nicht der\nschlechteste neue Tag. Die Augen brannten immer stärker, deshalb schloss er\nsie wieder, das tat gleich gut.\n\nSeine Kleidung hatte er an, auch das war gut, verwirrte ihn aber auch. das war\nunüblich. Gestohlen wurde sie nie, sie war ja auf ihren Eigentümer codiert,\nwürde also Alarm auslösen, sobald sie in die Nähe eines Scanners kam.\nUnregistrierte Objekte zu besitzen war fast unmöglich, man musste sie selbst\nherstellen und verbergen (sonst wurden sie einfach registriert durch\nMinidronen, die überall unterwegs waren). Die Decke war nicht kratzig und\ngeruchsfrei, also synthetisch und blockte Kälte von unten vollständig ab. Das\nwar also keine illegale Wohnung, sondern eine registrierte, also wusste die\nSchule auch wo er war. Das war schlecht, denn sie würden die Ordnungshüter\naussenden, ihn zu holen. Die Schule bekam nur Zuwendungen für Schüler, die\nin ihr wohnten. also hatten sie kein Interesse an seinem Verschwinden. Sie\nsollte eigentlich sein Streben nach Erlösung unterstützen. so stand es in ihren\nStatuten. Dazu hätten sie ihn einfach in Ruhe lassen müssen, aber dann wäre\nes keine Schule.\n",
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      "content": "Die Drogen, die er nahm, verhinderten gezielt. dass er lernen konnte. Er war\nnoch genauso dumm wie am ersten Tag und zu nichts in der Stadt zu\ngebrauchen. Das traf zwar auf die meisten Menschen zu, aber sie mühten sich\nwenigstens. nützlich zu sein. Er nicht. Vielleicht würden sie ihn diesmal\neinfach vergessen, ausbuchen und in Ruhe lassen.\n\nAls er ein krachendes Geräusch hörte. war klar, dass sie kamen. Sie brachen\nimmer die Tür auf, versuchten erst gar nicht, sie normal zu öffnen. Sie\nstrahlten immer mit grellem Licht in den Raum, das ihren Augen hinter\nFiltergläsern nichts tat. aber jeden anderen blendete. Es tat selbst durch die\ngeschlossenen Lider weh. Sie stürzten sich immer zu viert auf einen,\nignorierten, dass er sich nicht wehrte, und überwältigten ihn. Warum sie\nhochtrainierte Einsatzkommandos schickten, um einen Schüler zurück zur\nSchule zu bringen. Kommandos, die sonst in extremen Situationen eingesetzt\nwerden sollten. die es kaum in einer Stadt gab, wunderte ihn. Doch diesmal\nwar es anders. Keine Prügel, keine Fessel, sie setzten ihn auf einen Stuhl.\ndämpften das Licht und setzten sich im Halbkreis um ihn herum. Er öffnete\nlangsam die Augen und war froh. dass sie jetzt nicht mehr brannten.\n\nDer Raum sah erschreckend aus. selbst für seine Augen. die wirklich\nSchreckliches gewohnt waren. Es war auch kein Kommando vor ihm. sondern\nWissenschaftler. Zwei sehr alte und zwei sehr junge. Und wie sie ihn ansahen,\nließ ihn zittern. Er wollte aufspringen, aber er konnte nicht, seine Beine waren\nan den Stuhl gefesselt und seine Arme hinter seinem Rücken. Alser die Augen\nschließen wollte, ging das nicht. Sie mussten ihm eine Droge verpasst haben,\ndie zwar kurzes Blinzeln zuließ, aber kein dauerhaftes Schließen. Er sollte\nsehen, was auf ihn zukam. Das-gehärte zum Ritual Keiner außerkalb-des\nDrei Tage und Nächte später reinigten sie den Raum, dann ließen sie die\nMaschinen den Rest erledigen. Die Wohnungseinrichtung wurde\nherausgerissen. die Rohstoffe nicht wie üblich wieder verwendet, sondern\n",
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      "content": "verbrannt bei 2.000 Grad Celsius. Dann wurde die Wohnung komplett neu\nausgestattet. Trotz Heser— Geheimhaltung kursierten über das „Ritual,\nAus ak Yaroldıı der rjtuellen BE A KARL. el VWRTEUO\nAuserwählten aus, bis er aus freien Stück: y mwirkung-durc\njahrelang sein Leben, seine Physis, seine Psyche modelliert, nachempfunden\n\nin Systemen, die weit mehr wert waren als sein Heimatdorf, mehr wert als\nselbst ein großer Teil der Schule, die er bewohnte. Wir wussten zuvor, wie\n\nsein Körper reagieren würde, wo seine Grenzen liegen würden und wie er\nerkennen würde, was auf ihn zukommt und so weiter und so fort. Es ist dieser\nMoment, bevor die Simulation Realität wird, die wenigen Sekunden. wo jeder\n\nvon uns vier noch die Möglichkeit hätte. es bei Planspielen sein zu lassen. Es\n\nsind diese Momente, die es wert sind. Der Rest ist nur Ausführung. Niekt\ntausendfach-stmmtert werde toehu ja erregend und neu, Generationen\n\nvon uns haben nur simuliert, ewig manche, die aufgestiegen sind aufgrund\n\nvon Forschungen. die doch keine wirkliche Rolle spielen. Die Dokumentation el,\nder Folter, die Ablage der Simulationen, die ihr vorausgingen, ja alle\nRohdaten, liegen im Turm der Wissenschaften. In einer seiner Datenbanken,\n\ndie von selbst sich immer weiter replizieren und nie vergessen werden. Sonst\n\nsind sie nirgends. In unseren Gehirnen und in einer sehr abstrakten Form in\ndiesem Text.\n\nK.A.R.L. hat am Ende, vor seinem Ende, gelächelt. Er war erlöst. Wir haben\n\ndas nicht vorhergesehen, die Simulationen nicht und auch nicht die\nkünstlichen Intelligenzen, die uns doch sonst immer alles sagen. Von uns hat\njeder in diesem Moment verstanden. was K.A.R.L. in die Einsamkeit\ngetrieben hatte, in sein asoziales Verhalten. Er wollte diesen Feder en\n",
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      "content": "Er wollte uns benutzen, das zu tun, was unser letztes Privileg ist in dieser\nüberregulierten Welt.\n\nEr hat gewonnen. Und wir haben dabei nicht verloren. In dieser Nacht.\nnachdem wir alles, was an ihn erinnerte, ausgelöscht hatten, konnte ich zum\nersten Mal in meinem hundertzehnjährigen L.eben nicht einschlafen ... weil\nich es nicht wollte. Dieser letzte Blick, als er einfach die Luft anhielt. uns\nanlächelte, wissend und uns liebend, und wir nicht einschritten. weluns-.e\nFotterdengweHte, wir nicht mehr und mehr vorher simuliert hatten, wie es\nweiter gehen könnte, weil keine Maschinenintelligenz uns sagen kann, was\nnach drei Tagen #otter passiert, dieser letzte Blick, hat uns vernichtet. Und er\nwusste es. Er wusste um seine Macht.\n\nWir werden weiter Einzelgänger suchen, ja sie gezielt züchten. schon in den\nDörfern, in Vorschulen, Schulen. Oberschulen und wenn sie uns denn lassen\nauch in den Studentenstädten, wo die Ernte am reichhaltigsten ist. Wir werden\nweiter Schulen großzügig und scheinbar ohne Ziel unterstützen, so dass keiner\nfragt. wo Schüler bleiben. gerade die, die sowieso die Abläufe mehr stören als\nbereichern. Wir werden weiter Bewertungssysteme aufbauen, die einen Filter\nbilden, damit wir Folteropfer immer einfacher und für uns sicher identifizieren\nkönnen. Es wird weiter Schüler und Studenten geben, die nichts davon wissen.\nUnd es wird viele Schüler und Studenten geben, die es ahnen und sich so\nverhalten, dass sie durchkommen, nur nicht auffallen. Und es wird weiter ein\npaar wenige geben, die wir einfangen. ohne dass sie etwas ahnen. Und\nvielleicht gibt es auch wieder einmal einen wie K.A.R.L., der das System\ndurchschaut und trotzdem auffällig wird. Aber es wird kein unschuldiger Spaß\nmehr sein, weil einer durchschaut hat, was uns wirklich antreibt. Wir werden\nunser System perfektionieren. so dass es keiner nachvollziehen kann wie\nK.A.R.L.. Er wusste. dass Einzelgängertum gefährlich ist in diesem System\nund hat bewusst den Weg gewähltederauseiner Error führer misste.\nEs gab die Notwendigkeit dafür. Tausendfach.\n",
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      "content": "Notiz des Ausschusses zur Eindämmung unwissenschaftlicher Riten in den\nhöheren Schichten der Wissenschaft:\n\nDreidertiertes et ante beginger RR erha b & MeRrat ER-A eh dert H er ng\nfatschrittlichsten #erersischertetheden. Der Aufenthaltsort des vierten\nRegulanten ist zum Zeitpunkt der Verfassung des Berichts unbekannt. Das ist\nein Tatbestand, der nicht öffentlich gemacht werden darf. Es ist nie ein\nMitglied des Rats der Ewigen verschwunden und schon gar nicht sind\nRegulanten gestorben oder waren nicht auffindbar, schließlich sind sie die\nGaranten der Ordnung. Selbst unerwartete Todesfälle konnten immer -\nzumindest nachträglich - dokumentiert und damit sinnvoll erklärt werden:\nMenschen sterben einfach irgendwann. Die zuständigen Maschinellen\nIntelligenzen vermuten, dass sich K.A.R.L. auf der Oberfläche unsere\nPlaneten aufhält und auf diese Art und Weise Suizid begeht. Die Welt da oben\nist bewusst lebensfeindlich umgestaltet worden, so dass sich dort keine Piraten\nniederlassen werden. Wir können vom heutigen Kenntnisstand dazu wenig\nbeitragen. außer Drohnen auszusenden, die ihn aufspüren und versuchen ihn\nzu einer unserer Transportsysteme zu bewegen, damit wir ihn wieder unter\nunsere Kontrolle bekommen. Da wir ihn nicht töten dürfen, müssen wir ihn\nan eine Person emotional binden, die ihm Stand halten kann. Dies wird kaum\nein Mensch sein können. Das KARL-Programm läuft also wieder einmal an.\nObwohl die Maschinenintelligenzen uns versicherten, dass dies nie wieder\nsein muss.\n",
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      "content": "K.A.R.L. lernte - als Ewiger - wie stark die Außenwelt verschieden war von\nder Akademikerwelt des Ringsystems. Ein System von abgeschotteten\nIndustrie-Anlagen. Agrar-Regionen, Energie-Gewinnungsbauten und\ndazwischen hunderte bis tausende Kilometer verwildernde Brache - nur\ndurchschnitten von automatisierten Transportsystemen.\n\nDie Menschen in den Dörfern lebten sehr altertümlich und lieferten ihre\nKinder im Alter von 7 Jahren in der nächstgelegenen Stadt ab. Und hörten nie\nwieder von ihnen. Am Tag vor dem Auszug der Kinder feierten alle ein großes\nFest und jedes Kind bekam zum Abschied von seinen Eltern, Geschwistern\nund zurückbleibenden Freunden eine Tracht Prügel verpasst. Damit sie nicht\nvergaßen, dass es ein großes Glück war, für die Stadt auserwählt zu sein. Die\nKinder hatten kein Heimweh nach ihrem Dorf, weil sie dort auch sonst sehr\nhart behandelt wurden. in den Städten war man deutlich freundlicher zu ihnen,\nPrügel gab es nur zu besonderen Anlässen und auch nie so stark, dass Knochen\nbrachen. Die Städte selbst waren alle sehr ähnlich aufgebaut. Am Rand ein\nKreis von Hochhäusern. in jedem lebten 50.000 Menschen. Im Zentrum eine\nriesige Parklandschaft. in welche die Menschen strömen konnten und sich\nversammeln. Unterirdisch unter allem ein Komplex aus Arbeitsstätten. wobei\ndas Meiste von Maschinen autonom erledigt wurde.\n\nIm Alter von 11 Jahren verließen die intelligentesten Kinder jedoch die Stadt\nund wurden in das Ringsystem gebracht, um zu studieren. Sie mussten die\nletzten Kilometer allein laufen, ohne Begleitung der Erwachsenen und\nwussten nicht. was sie wirklich erwartete. Es sollte ihnen dort viel besser\ngehen als in den Städten. das ahnten sie. Kein Student verließ je wieder das\nRingsystem, so konnte keiner in den Städten oder gar den Dörfern erzählen,\nwie es dort wirklich zuging. Aber die Städter und die Dörfler dachten schon,\ndass es dort sehr gut zu leben sein musste, denn es kam ja keiner zurück.\nZumindest konnte K.A.R.L. keinen einzigen Fall ausfindig machen. Die-450\namider Statistik eetilet werden —\n",
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      "content": "Den anderen Studenten ging es im Ringsystem so gut, dass sie nie Heimweh\nnach der Stadt oder Dorf ihrer Vergangenheit hatten. Sie vermissten die\nMisshandlungen nicht und auch nicht die Kälte im Winter und die Hitze des\nSommers. Nicht den Hunger und den Geschmack modrigen Essens, nicht die\nharte körperliche Arbeit ohne Dank und eigentlich auch ohne Sinn, denn alles\nkonnten Maschinen nachweislich besser. Sollten einige von ihnen das\nVerschwinden von Mitstudenten und was ihm vorausging geahnt haben. so\nignorierten sie es wohl. Wer konnte es ihnen verdenken. Es traf nur\nEinzelgänger, die sich mit ihrem Verhalten selbst zum Ziel gemacht hatten.\nAußerdem kritisierte man Bewohner der inneren Ringe nicht, es war nicht\nverboten, aber auch nicht üblich. Und die Täter übertrieben es ja nicht.\nNachdem K.A.R.L. seinen Bericht “Über das Verschwinden der 450. die\nUrsachen und Täter” dem Rat übertragen hatte, gab es die Vorfälle nicht mehr.\nZumindest nicht mehr nachweisbar im Ringsystem. Was in den endlosen\nunterirdischen Gängen der Städte passierte, entzog sich seinem Zugriff. Doch\ner konnte nichts weiter tun und deshalb ließ er es. Immerhin hatte er dafür\ngesorgt, dass die Studenten sicher waren.\n\nDoch heute war K.A.R.L. spät und es war ihm nicht wichtig. Er hatte es nicht\neilig, zu den ersten zu gehören, die den Turm der Wissenschaften betraten.\nNach oben konnte man von jeder Wohnung aus den Himmel sehen, immer\nblau und mit wenigen weißen Wolken. Die Sonne ging im Osten auf, stand\nmittags senkrecht über dem Turm der Wissenschaften und ging im Osten\nunter. Nachts konnte man die Millionen Sterne der Heimatgalaxis gut sehen.\ndenn die Luft war sehr rein. Sein Ring war so weit draußen an der Peripherie\nder gesamten Anlage, dass die Wände nur unmerklich gekrümmt waren. Den\nTurm der Wissenschaften konnte K.A.R.L. aber auch so sehr gut sehen, denn\ndie äußeren Ringe lagen höher als die inneren. Man schaute also hinunter in\ndas Tal und gleichzeitig hinauf zum Turm der Wissenschaften. So vergaß man\ndas Ziel seines Lebens und Studierens nie. Alle anderen Blicke nach draußen\ngingen durch Bildschirme, auf denen kein Draußen abgebildet war, sondern\nKunst oder Schaubilder, je nachdem, ob es etwas zu lernen gab oder nicht. Es\ngab immer etwas zu lernen.\n",
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      "content": "Im Schlafraum waren auch private Bilder möglich, von sich selbst, der\nFamilie, Freunden oder den flüchtigen Bekanntschaften der letzten Nacht. Er\nwusste nichts über seine Nachbarn, der Blick in deren Grundstücke war\nselbst oberhalb der Begrenzungsmauern durch verzerrende Felder\nabgeschirmt. Bis zum nächsten Ring weiter innen gab es ein kleines Stück\nGarten, das sich jeder Bewohner so gestalten konnte wie er wollte, Die\nGeräusche zwischen den Häusern waren so gut gedämmt, dass man nichts\nhören konnte, vom Menschen nebendran. Im Garten wäre es möglich\ngewesen, doch auch dort waren die Felder so stark, dass Schall nicht nach\ndraußen drang. So wusste er mehr von Menschen, die schon lange tot waren\noder weit entfernt lebten oder gar nicht wirklich existierten als von seinen\ndirekten Nachbarn. Und so war es normal.\n\nNur die Vögel konnten von Garten zu Garten fliegen, was sie auch ausgiebig\ntaten. Die meisten Studenten überließen die Gestaltung des Gartens ihren\nRobotern und kümmerten sich sonst nicht im Geringsten darum. Sonne\nerhielten sie auch so genug, denn Glasfasern leiteten das Licht von draußen\nvon Schadwellen gereinigt nach drinnen. Gerade so viel, dass die positiven\nAuswirkungen die negativen überwogen. K.A.R.L. gehörte zu den\nBotanikern, die selbst anpflanzten. gossen, zurückschnitten und auch im\nGarten auf einem Stuhl saßen. um zu lesen oder nachzudenken. Er\nkompostierte seine Pflanzenabfälle in einer eigenen Maschine und verwendete\ndas Endprodukt auch wieder im Garten. Seine Roboter sahen menschlich aus\nund verhielten sich ihm gegenüber wie Kollegen. er mochte sie und sie\nmochten ihn. Das sah ihre Programmierung so vor. Seinen Schlafraum\nbetraten sie aber nur zum Saubermachen, aufräumen und ihm neue Wäsche\nhinzulegen. Andere Studenten bevorzugten. wenn die Roboter zwar alles\nerledigten. aber weitestgehend unsichtbar blieben. Wenn sie schon im\ngleichen Raum sein mussten, dann als Diener oder Zuarbeiter, als Möbel.\nK.A.R.L. hatte sich auch sonst für eine möglichst natürliche Einrichtung\nentschieden und simulierte ringsherum Fenster, durch die man eine weite\nlichte Landschaft sehen konnte. Die Landschaft hatte er aus historischen\nDaten und seiner Vorstellung eines stabilen Gleichgewichts. Elementen seines\neigenen Gartens und gezielt eingestreuter Zufälle selbst erschaffen.\n",
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      "content": "Wenn er seinen Erinnerungen an das Dorf seiner Kindheit oder die Stadt\nseiner Jugend zu nahe kam, wurde er von seiner Maschinenintelligenz sanft\ngelenkt und auch schon einmal ermahnt, nicht zu historisch zu werden. Auf\ndie Vögel in seinen Landschaften war er besonders stolz, denn sie verhielten\nsich interessant. Je weniger Regeln er sie unterwarf, desto interessanter\nverhielten sie sich. Nur Raubvögel dezimierte er aktiv, indem er eine Kette\nimmer größerer Raubvögel erschuf, die auf die nächstkleinere Art fixiert\nwaren als Nahrung. So hatten die Vegetarier unter den Vögeln nur selten\nunter Attacken zu leiden. die sich zudem auf die kranken unter ihnen\nkonzentrierten.\n\nKranke Vögel rochen anders als gesunde und wurden deshalb gemieden. Das\nmachte sie zum idealen Ziel für die Raubvögel. K.A.R.L. lachte über sich\nselbst und seinen Hang, die Natur nachzuahmen. Kaum ein anderer lachte mit.\nK.A.R.L. hatte Möbel aus echtem Holz, Metall oder Plastik und keine Imitate\ndavon, kein einziges Hologramm spiegelte in seinen Räumen etwas vor, was\nnicht wirklich da war. Er beteiligte sich dreimal pro Woche an realen Treffen\nin der Nacht, in Räumen, die echte Möbel enthielten und nicht simuliert\nwaren. Diese Räume lagen noch tiefer als die Transportsysteme, tief unter den\nHäusern. Ihre Größe legte nahe, dass auch die Gärten unterbaut waren. Der\nEintritt in die unterirdischen Räume war kostenlos wie alles in der der\nStudentenstadt, trotzdem limitiert. Nur wer als angenehm empfunden wurde,\nhatte leichten Zutritt - das hatte erzieherische Wirkung auf die Studenten;\nangenehmes Verhalten war die Norm. Dort unten trafen sich die normalen\nStudenten mit denen aus reichen Familien. die Priesterabkömmlinge mit den\nSponsoren, sogar die Ewigen wurden hin und wieder dort gesehen. Es gab\nRäume, in die nur Menschen hineindurften. Räume für einen Menschen und\n(viele) Roboter und Räume, die unklar diesbezüglich waren. K.A.R.L. betrat\nnur Räume für Menschen. Er mochte nicht indifferent sein oder so\nwahrgenommen werden. Hologramme hatten niemals Zutritt, Kameradrohnen\noder ferngesteuerte Roboter auch nicht. So konnte jeder seinen Spaß haben,\nder sich zu seinem Körper bekannte und aktiv die Gesellschaft des Anderen\nsuchte, Einsamkeit in seiner studentischen Gesellschaft war durchaus aus\nfreien Stücken möglich, sie war jedoch kein Schicksal und am Ende war sie\n",
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      "content": "sehr gefährlich. Nachdem der Ritus verschwunden war, dem die 450 zum\nOpfer fielen, nahm das Einzelgängertum zu im Ringsystem mit allen daraus\nresultierenden Folgen für das Gemeinwesen. Das zufällige Zusammentreffen\nwurde wohl zum Vorteil aller anständigen Menschen streng reglementiert und\nehrliche Freundschaften konnten sich so leicht herausbilden. Denn keiner\nhinderte die Studenten daran. sich die IDs zu nennen, womit sie im\nGebäudekomplex jederzeit auffindbar waren, wenn sie es denn wollten, Von\ndiesen Begegnungen gab es dann keine Filme und andere Aufzeichnungen,\nnur Erzählungen. die manchmal für kurze Zeit im Netz zwischen den Häusern\nkursierten und meistens sehr unwahr waren. Wer es wirklich wissen wollte,\nmusste sich hinein begeben ins Leben. K.A.R.L. schätzte diese Privatheit.\nAber er wusste auch um ihren wahren Grund, der wenig menschenfreundlich\nwar. Es gab Studenten. deren Familien seit Generationen alles taten. damit sie\nHäuser tiefer innen, näher am Turm der Wissenschaften ihr Eigen nennen\nkonnten. Die ihr Leben Sponsoren verschrieben, denen ein zunehmender Teil\nder innersten Häuser gehörten. Man erkannte die Sponsorenhäuser und ihre\nBewohner an den Firmenfarben, die vom üblichen Weiß abwichen.\n\nEs gab 19 große Sponsoren, denen zusammen über die Hälfte der Wohnungen\nin den innersten Ringen gehörten. Mehr durften sie wohl nicht kaufen oder\nanderweitig kontrollieren, deshalb versuchten sie weiteren Einfluss indirekt\naufzubauen. Die Reichen hielten immer zusammen mit anderen Familien und\nderen Sponsoren, um andere von besseren Wohnungen zu verdrängen.\nK.A.R.L. hatte nicht gekämpft dagegen. sondern sich noch weiter nach\ndraußen drängen lassen im Lauf der Zeit. Er wollte Botanik studieren und das\nwar wirklich kein begehrtes Fach. Es würde kein Thema aufgerufen werden\nder Botanik, um das sich die frühen Ankömmlinge im großen Raum der\nWissenschaft reißen würden. Es würde übrigbleiben und auch noch verfügbar\nsein. wenn er endlich eintrifft. kurz bevor die Zuteilung der Themen zu Ende\nist. So konnte er weit unbefangener studieren. simulieren und in seinem\nGarten arbeiten oder nachdenken. Vielleicht machte das den Unterschied.\n",
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      "content": "Am Tag der Zuteilung war er trotzdem nervös, denn es war ein ganz anderer\nTagesablauf als sonst. Sicher duschte er wie immer und genoss den warmen\nFöhn. der ihn trocknete. Er ließ ihn nach einem Meer duften. das er nie\ngesehen hatte, aber dessen Simulation er mochte. Das Salz prickelte auf der\nHaut. Wie damals, als er ohne Schutz in der Sonne saß, länger als seine\nSymbionten es guthießen. Seine Kleider waren neu wie jeden Morgen und\nsein Essen schmackhaft wie jeden Tag. Er musste sich keine Gedanken\nmachen über Vitamine und andere Stoffe, seine Küche wusste genau, was ihm\nguttat. Doch heute er ging nicht nach oben in sein Studierzimmer, um mit\nHologrammen zu jonglieren und an einer Simulation zu feilen. sondern er ging\nin den Keller seines Hauses und stieg dort in die Transportkapsel. Aber nicht\num zu einer anderen Wohnung zu gelangen, sondern um ins Zentrum zu\nfahren, zum Turm der Wissenschaften. Aufdem Weg dorthin stand er im Stau.\nda alle Studenten aus den Wohnungen weiter innen das Gleiche taten. Und\nsolange sie nicht ausgestiegen waren und ihre Kapsel zurück gefahren in einer\nanderen Röhre, musste er warten. Die Roboter der Reichen trödelten\nabsichtlich. um ihren Eigentümern einen weiteren Vorsprung zu verschaffen.\nEinen Vorsprung, den er nicht brauchte. K.A.R.L. wollte Botanik als Thema\nfür seine Abschlussarbeit aus zwei Gründen. Der eine hatte mit dem sicher\nsehr alten Wissenschaftler zu tun. der links neben ihm gewohnt hatte. Nach\nseinem Tod haben die Roboter seinen Garten abgerissen, dafür mussten sie\ndas Schutzfeld abschalten. So konnte K.A.R.L. für fast eine Stunde den\nwunderbar eingewachsenen Garten schen. Die verwachsenen Bäume\nerzählten mit jeder Windung eine Geschichte und die Büsche hatten sehr lange\nZeit gehabt, um die ideale und doch natürliche Form zu finden. Ein Könner\nseines Fachs hatte es ihnen erlaubt und nur behutsam eingegriffen. Doch die\nRoboter rissen alles heraus, rollten Klonrasen aus und schalteten den\nSchutzschirm wieder an. So weit draußen wohnten normalerweise nur alte\nWissenschaftler, die nicht mehr zum Turm der Wissenschaften gelangen\nmussten. Der nächste Bewohner würde nichts wissen von der Geschichte des\nOrtes, nur in K.A.R.L. Erinnerung bestand sie noch. Denn Bilder konnte er\nnicht machen davon. das war nicht vorgesehen. Er musste sie mit echten\nFarben auf echtes Papier aus der Erinnerung malen. Was dieser\nWissenschaftler in seinem langen Leben wohl herausgefunden hatte? Seine\n",
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      "content": "Recherchen liefen ins Leere, man konnte nicht einfach nach einer Wohnung\nund ihren Bewohnern suchen, zumal die IDs willkürlich verteilt waren.\nKannte man eine, wusste man wie man hinkam. aber die Wohnung direkt\ndaneben konnte eine ganz andere ID haben und diese wandelten sich auch\nnoch im Laufe der Zeit. Der andere Grund, warum K.A.R.L. Botaniker\nwerden wollte. war, dass K.A.R.L. die Realität schr schätzte. Er wusste genau,\ndass sich nur ein sehr kleiner Teil der Wissenschaftler mit der realen Welt\nbeschäftigte. der große Rest mit Simulationen und deren Optimierung, ja sie\nverachteten die Realität geradezu. Aber sie waren Künstler der Optimierung,\noder wie sie es auch nannten. der Injektion. Sie hatten viele Werkzeuge\nentwickelt und perfektioniert, um Ideen in eine Simulation behutsam\neinzubringen: Lieder, Bücher, Filme, Fernsehen, Werbung, Gerüchte.\nWeniger behutsam waren manchmal für die direkt Betroffenen die\nNaturereignisse, Seuchen, Kriege, Wirtschaftskrisen. Ihre Verwendung galt\nals Zeichen für das nahende Scheitern einer Simulation. Der schwerste\nEingriff war aber eine Offenbarung. also ein Eingriff eines göttlichen Wesens,\neines Charismatikers, Führers oder eines anderen Wahnsinnigen. In einer\nguten Simulation waren nur behutsame Eingriffe notwendig, die sich selbst\ntrugen und verstärkten, ohne über die Stränge zu schlagen. Entsprechend gab\nes dann nur wenige Katastrophen und die Geschichtsschreiber in diesen\nSimulationen wurden fast arbeitslos und beklagten ein Ende der Geschichte.\ndie Wiederholung des Immergleichen, hatten wehmütige Erinnerungen an\nfrühere heroischere Zeiten. Ein weiterer Grund gegen radikale Eingriffe in\neine Simulation war deren ungewisser Ausgang, denn viele Effekte waren\ndeutlich anders als geplant. Jeder Student durtte alle Maßnahmen anwenden\nam Anfang des Lernens und konnte so erleben, wie grausam schief dann die\nSimulationen liefen. Eine Zusammenfassung der Katastrophen anschauen zu\nmüssen, heilten jeden Studenten vom Übermut.\n\nSo bekam K.A.R.L. als einer der letzten Studenten seines Jahrzehnts im Turm\nder Wissenschaften an, fuhr mit dem Fahrstuhl ganz nach oben, betrat einen\nRaum, in dem ihm von einer unsichtbaren Stimme Themen genannt wurden\nund endlich wurde ihm ein botanisches Thema zugeteilt. Er sollte\nherausfinden, welche Pflanzen auf friedlichen Welten besser gedeihen als auf\n",
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      "content": "unfriedlichen. Der Spott seiner Mitstudenten war ihm gewiss, kaum einer\nhatte ein weniger ambitioniertes Thema erhalten. Seine Chancen. in den Kreis\nder Ewigen aufgenommen zu werden waren damit gleich Null. Zudem\nmachten sich die anderen Studenten sofort daran, ihre Arbeit fertig zu stellen.\nDenn die führenden Familien und ihre Sponsoren hatten für eine Unzahl an\nThemen die Arbeiten schon fast fertig gestellt. so dass der Student noch am\ngleichen Tag mit ein paar Änderungen versehen seine Arbeit abgeben konnte,\nseinen Titel erhielt und damit eine Simulation beginnen konnte, die für den\nRest seines Lebens der Inhalt seiner Tage sein würde. Wenn er in den Rat der\nEwigen gelangte, sogar ohne Ende.\n\nEndlos.\n\nK.A.R.L. hingegen fuhr in sein Zuhause zurück und legte sich erst einmal\nschlafen. Soweit möglich ignorierte er in den nächsten Tagen auch den Strom\nan Erfolgsmeldungen der anderen Studenten, ihre Auszeichnungen und die\nFreigabe ihrer Simulationen. Er dachte erst einmal nach. Der Rat der Ewigen\nließ ihn gewähren, es gab immer einige Studenten. die langsam anfingen und\ndann schneller wurden. Er hatte schließlich sein ganzes restliches Leben Zeit\ndafür, also etwa 110 Jahre. Es wunderte K.A.R.L. und einige andere Studenten\nsehr. dass bei allen Simulationen keine ihnen bekannte Hochkultur aus den\nwohlgeformten Anfangsbedingungen resultierte. Erschufen sich die\nprimitiven Kulturen früh einzelne Gebote, die sich zu einer Ethik verdichteten,\nfand keine technische Entwicklung statt. die über die Eisenzeit hinausging.\nDie Völker einigten sich auf cher lockere Weise und die Städte wurden nie\ngrößer als rund 90.000 Einwohner. Elektrizität wurde nicht entdeckt oder gar\nsystematisch angewandt. Es schien so, als ob die konkreten Gebote eine\nGesellschaft verhinderten, in der sich Entwicklungen verselbständigen\nkonnten. Über die Jahrtausende hinweg gab es zwar regionale Wellen der\nBesiedlung, aber auch des Zerfalls - so kam es, dass manche günstige\nLandstellen besiedelt wurden, stagnierten, zerfielen, Jahrzehnte brach lagen,\num wieder besiedelt zu werden. Ohne erkennbaren Fortschritt. Die Alternative\nwaren Kulturen, die keine Ethik entwickelten. Hier waren die Städte seltener\nund kleiner. die Kriege auszedehnter und brutaler.\n",
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      "content": "Kein Großreich umfasste mehr als 400.000 Einwohner und hielt länger als\ndrei Generationen. Manche der Simulationen verödeten total, weil in einer\nPhase dünnster Besiedlung auch noch Klimaschwankungen die letzten\nMenschen ausrotteten. Die Studenten veränderten alle Parameter immer\nwieder, bis eines Tages ein sehr junger Student nach Einnahmen illegaler\nDrogen auf eine verwegene Idee kam. Er nahm die Ethik der\nbestentwickelten Simulation und implantierte sie in die technisch am\nweitesten entwickelte Simulation ohne Ethik. Der Effekt war ungeheuerlich\n- denn die Regeln der Ethik verbreiteten sich wie Erdbebenwellen. oder eher\nwie eine stark ansteckende Krankheit. In wenigen Jahrzehnten löschten\nkriegerische Auseinandersetzungen ganze Kulturen aus, transformierten\nandere grundlegend und beflügelten weitere. Nach dreitausend Jahren waren\nlediglich fünf Kulturen auf dem simulierten Planeten übrig. Jede hatte für\nsich die Elektrizität entdeckt, die Chemie, etwas Physik und einiges an\nMathematik. Sicher gab es heftige Kriege an den Rändern der Kulturen. aber\ndiese ebbten immer weiter ab und kamen schließlich ganz zum Versiegen.\nRaumfahrt entwickelte sich nicht, denn Daten und Strom wurden durch\nKabelsysteme übertragen. die den ganzen Planeten umfässten. Die\nErforscher der Alternativen Geschichte folgerten daraus. dass es wohl eines\nzweiten Eingreifens von außen bedurfte. um die Entwicklung\nvoranzutreiben. Jedoch konnten sie den Aufruf zur Raumfahrt nicht mehr so\neinfach implantieren wie die Grundregeln der Ethik - die Menschen waren\nzu aufmerksam geworden und wirtschaftlich war Raumfahrt für sie ja\nunsinnig, So ließen die Forscher einen hinreichend großen Meteoriten mit\nmöglichst geringem Schaden auf die Welt einschlagen. Eine mittelgroße\nStadt wurde vernichtet und ausreichend viele überlebende Augenzeugen\nkonnten den Medien berichten - ein Schrecken verbreitete sich über die\nKabel. Nun mussten sie doch endlich umdenken, sie benötigten eine\nRaumfahrt zur Abwehr der Gefahr aus dem All, Raumstationen, Laser und\nandere Kanonen, die in der Schwerelosigkeit funktionieren. Kernfusion und\nKernspaltung zur Energieversorgung. Staatliche Strukturen. die das\nermöglichten. Dennoch taten sie es nicht. In drei Kulturen entwickelten sich\nReligionen, welche die Akzeptanz des möglichen Untergangs der Welt\nlehrten. So kehrten sie unbehelligt zu ihrem Alltag zurück.\n",
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      "content": "Eine Kultur baute Abwehrraketen auf und fühlte sich damit sicher genug.\nUnd eine Kultur ignorierte das Thema komplett. Die einzige Möglichkeit.\neine raumfahrende Kultur hervorzubringen war demnach, den Aufruf zur\nRaumfahrt direkt in die Anfangsethik einzubetten.\nAlso:\n\n1. Du wirst diese Regeln befolgen, damit Du in Reichtum lebst auf der\n\nErde und im All\n2. Duachtest die Rechte jedes anderen gleich zu Deinen Rechten\n3. Du befragst Deine Priester, wenn Du unsicher bist, was Du tun\nsollst,\n\n4. Du gibst der friedlicheren Lösung immer den Vorrang\n\n5. Duteilst mit Deiner Sippe, was Du entbehren kannst\nEs gab immer noch viel Streit darum in und zwischen den Kulturen. was\n\"Regeln befolgen”. \"Reichtum\", \"leben\", \"Erde\", \"All\", \"Rechte\", \"achten\",\n\"gleich\", \"Priester\", \"befragen\", \"unsicher\", \"tun\", \"friedlich\", \"Lösung\",\n\"Vorrang geben\", \"teilen\", \"Sippe\", \"entbehren können\" eigentlich bedeutet.\nUnd welche Kombination davon im Einklang ist mit den fünf Regeln. Und zu\nwelchem Ausmaß. Aber an den Regeln selbst zweifelte fast keiner. Durch die\nRegel I in Verbindung mit Regel 3 und 5 war das Problem der Raumfahrt auf\ndie Priester. verlegt. Diese waren daran interessiert, weil sie so bestimmen\nkonnten, was getan werden musste.\n",
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      "content": "Priester\nDie Besiedlung des Weltalls geschah dann unter Priesterherrschaft sehr\nschnell. Folgend ihrer eigenen irdischen Kulturen besiedelten sie alle Planeten\nin Reichweite. Jeweils fünf Priester herrschten in Erinnerung an die irdischen\nKulturen über einen Planeten. War die Besiedlung erst einmal gestartet, war\nkein weiteres Eingreifen mehr notwendig. sie lief von selbst immer weiter. Es\nstellte sich auch hier ein Gleichgewicht ein. Auf vielen Planeten zerfielen die\nKulturen auch wieder, weil die unternehmenslustigsten Menschen\nweiterzogen, schon um einen Bürgerkrieg zu vermeiden mit den weniger\nunternehmenslustigen Menschen. Das stimmte K.A.R.L. fröhlich. Denn in\nsolchen Welten gediehen vor allem Pflanzen, die gut aussahen und sehr wohl\nschmeckten. Aber die Pflanzen waren nicht das entscheidende Problem für\ndiese Welten, sondern manche Menschen. Es bildeten sich wohl zwangsläufig\ndurch zufällige Ereignisse parasitäre Subkulturen heraus. die erst Städte, dann\nganze Planeten überfielen. die Priester und Soldaten ermordeten und\nPlünderten. bis alles verbrannt und verbraucht war. Dann zogen sie weiter. zur\nnächsten Stadt und zum nächsten Planeten. Die Kulturen. die davon betroffen\nwaren oder es sehr stark mitbekamen, dass es anderen so erging, igelten sich\nein und investierten ihre gesamte Überproduktion für Schutzmaßnahmen\ngegen Eindringlinge. Dagegen schlossen sich nun auch die Piraten zusammen,\num auch die \"härtesten Nüsse zu knacken\". Was ihnen am Ende auch immer\ngelang - sie mussten nur Waffen entwickeln oder erbeuten und Soldaten\ntrainieren, alles andere konnten sie leichter stehlen als selbst zu produzieren.\nAls alle Welten in der Simulation verarmt waren und fast unbewohnbar, fielen\ndie Piraten übereinander her ugd_schlachteien-sieh-zessnseiig-ab-erstfir\nER = schlieRfich wu RE nr\nNahrung. Selbst den standfestesten Priestern graute es vor dieser Welt. Sie\nüberlebten jedoch mit wenigen Hochkulturen, die sich tief in ihrem Planeten\neingegraben hatten. Sie wurden schließlich in der dunkelsten Zeit des Weltalls\nallesamt vergessen und sie vergaßen sich auch gegenseitig. So überlebten nur\ndie Kulturen, die am unauffälligsten waren. bei den es nur Trümmer an der\nOberfläche gab, wenn überhaupt behaust von Primitiven, mehr Tier als\nMensch. Aber auch hier gedichen gute Pflanzen.\n",
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      "content": "Alle Simulationen endeten so. Und das war erstaunlich. Denn das war\neindeutig nicht die Welt, in der sich die Studenten befanden. Sie lebten in\neiner Hochkultur, die mit vier anderen in weitläufigem Kontakt stand.\nSie wussten, dass sie alle voneinander abstammten. Deshalb schlossen sie\naus ihrem eigenen Zustand und dem Ergebnis der Simulationen:\n\nEs kommt nicht nur auf’ den Inhalt der Ethik an,\n\nsondern auch darauf, wer sie verkündet\n\nGott hält eine schützende Hand über seine Schöpfung\n\nund bewegt sie so zum Guten\nK.A.R.L. gab sich damit nicht zufrieden, sondern suchte nach einer Lösung.\nUnter dem Vorwand. die Pflanzen dieser Welten zu studieren. optimierte er\ndie Simulationen. Aber egal, wie er die Ethik verkünden ließ, es half nichts.\nErst als sie mit brutalster Gewalt unter Vernichtung von hunderten Millionen\nMenschen verkündete, gab es Fortschritte. Es erschütterte ihn zutiefst, als er\nalle seine Eingriffe in die Simulation aufzählte: Kriege. Seuchen,\nNaturkatastrophen, Zusammenbrüche der Ordnungen, ganze Völker dem\nWahnsinn verfallen. Doch nur nach solchen Erfahrungen über hunderte\nGenerationen hinweg bildete sich ein Zustand der Simulation heraus, welcher\nder aktuellen Welt sehr nahekam. Damit war aber auch klar, warum unser\nVolk als einziges diese Galaxie besiedelt hat und nirgends auf eine andere\nHochkultur gestoßen ist: denn so viel Glück ist selten. K.A.R.L. wurde mit\nseiner Arbeit \"Die Einzige\" direkt in den Hohen Rat der Weisen\naufgenommen. als einer von 117. Dort hatte er nun Zugriff auf die ungefilterte\nGeschichte seines Volkes. Sie deckte sich sehr genau mit seiner finalen\nSimulation. Deshalb wurde sie auch am Laufen gehalten. als sie die Jetztzeit\nerreichte, als Erinnerung und Mahnung. Denn wenn man sie einige\nHunderttausendjahre weiterlaufen ließ, endete sie von selbst. Die Kulturen\nerloschen einfach irgendwann und kehrten zu einer einfachen, von Robotern\nnatürlich organisierten Lebensweise ohne Raumfahrt zurück. Ohne weitere\n",
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      "content": "Hilfe erloschen dann die meisten Kulturen oder retardierten sehr stark.\nDeshalb musste K.A.R.L. im hohen Rat sein, denn so musste er über sein\nWissen für immer schweigen. Wie können wir unsere Forscher antreiben und\nunsere Ingenieure, wenn am Ende alles auf einen Bauernstaat mit ein paar\nRobotern hinaus läuft? Das könnten sie seit Jahrtausenden haben ohne\nAnstrengungen Deshalb bleibt das Ende geheim! K.A.R.L. beugte sich der\nEntscheidung seines Rates, obwohl er anderer Meinung war. Denn er sah auch\ndie Details der Bauernwelten. Die Menschen dort lebten gesund und zufrieden\nfast jeder hundertdreißig Jahre. Sie schlugen ihre Kinder nicht und lieferten\nsie auch nicht in Städten ab. Die Roboter waren so weit entwickelt, dass sie\nihre eigene Produktion und Steuerung komplett eigenständig betreiben\nkonnten. Sie regulierten auch das Klima, ließen dichte Besiedlung nur in\nsicheren Regionen zu und schützten den Planeten vor Meteoriten und\nErdbeben. Eiszeiten und Austrocknung. Die Menschen konzentrierten sich\nauf den Anbau gesunder Nahrung, die liebevolle Erziehung ihrer Kinder und\nauf alle Verrichtungen, die das Leben schöner machten. Da jeder genug hatte\nvon dem, was er wirklich brauchte und durch leichte Arbeit sich sogar Luxus\ngönnen konnte, gab es wirklich sehr wenig politisch zu entscheiden. Die\nKönige waren gewählt, ebenso die Minister für jedes Thema, die regionalen\nFürsten und die Priester. Sobald Machtkämpfe auszubrechen begannen,\ngriffen die Roboter behutsam ein. Nur manchmal kam es soweit. dass ein\nkleiner Despot bei einem Unfall rechtzeitig zu Tode kam. bevor er größeren\nSchaden anrichten konnte. Auf diesen bäuerlichen Welten herrschte Frieden.\nes gab keine bedrohlichen Tiere und ernsthafte Krankheiten waren unbekannt.\nDie Kunst blühte überall selbstverständlich auf. K.A.R.L. probierte alles\nMögliche aus, aber ohne die Zwischenphase mit der Raumfahrt und dem\nanschließenden Zusammenbruch kam es nicht zu dieser friedlichen\nEntwicklung. Er analysierte das Wissen der Roboter und legte dem Rat einen\nPlan vor, direkt Planeten mit ihnen zu besiedeln. Damit könnte vielleicht das\nganze Leid ihrer Entwicklung vermieden werden.\n\nEr war sich nicht sicher.\n",
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      "content": "Der Rat entschied so und sammelte geeignete Menschen für die Bauernwelten\nund auch für deren Aufbau. Sie wollten sehr viele Welten so besiedeln,\ndeshalb mussten automatische Roboterschiffe vorausfliegen, den Planeten\nanalysieren. formen und vorbereiten. Das dauerte von 50 bis zu 1.500 Jahren,\nbis ein Planet startbereit war. Die komplette Besiedlung mit 500.000.000\nMenschen dauerte weitere 2.000 Jahre.\n\nUm den Bauern ihnen ähnliche und doch überlegene maschinelle Begleiter zu\nerschaffen, wurde ein großer biotechnischer Aufwand betrieben. Schließlich\nwollte man nur das Aussehen der Menschen so naturgetreu wie möglich\nnachahmen, ohne die Nachteile des zugrunde liegenden evolutionären\nDesigns in Kauf nehmen zu müssen. Deshalb musste die komplette Biologie\nder Begleiter neu aufgebaut werden. Unsere Wissenschaftler hatten es hier\nsehr viel einfacher als die blinde Evolution der Natur, weil sie das Endprodukt\nihres Handelns ja kannten und gezielt darauf hinarbeiten, alles Unnötige von\nvorneherein weglassen konnten. Nachdem sie so einen menschenähnlichen\nrobusten Begleiter erschaffen hatten, fingen sie noch einmal von vorne an,\nweil auch der Entstehungsprozess gestrafft werden sollte. Der normale\nEntstehungsprozess vom Einzeller zum fertigen Begleiter dauerte immer noch\nzu lange, trotz Wachstumsbeschleunigern und idealer l\nEntwicklungsbedingungen. Deshalb änderte man die Herstellung in ein\nmodulares System. in dem die einzelnen Organe unabhängig voneinander als\nausgewachsene Version hergestellt und anschließend zusammengefügt\nwurden. Das erleichterte auch spätere Reparaturen, weil nur einzelne Module\nausgetauscht werden mussten. Das Design der Begleiter war sehr robust und\nvor allem mit sehr niedrigem Aufwand realisierbar. Trotzdem gingen sie noch\neinmal an ein grundlegendes Redesign. Drei Systeme waren immer noch viel\nzu komplex aufgebaut. wodurch die Reaktionen auf ungewöhnliche\nReizkombinationen schwer berechenbar waren. Das eine System war die\nVerdauung und alle ihre Rückkopplungen mit anderen Systemen. Das zweite\nSystem waren die Nerven (und ebenso ihre Rückkopplungen). Das dritte\nSystem waren die Körperflüssigkeiten und ihre Transportkanäle. Das\nRedesign setzte nun an allen drei Systemen gleichzeitig an und war nur durch\nkomplexe Simulationen möglich.\n",
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      "content": "Die Verdauung wurde komplett neu definiert und konnte an einer zentralen\nStelle (einem stark verkleinerten Magen) durch stärkere Muskeln und extrem\nleistungsfähige Enzyme die komplette Verarbeitung von Nahrung\nübernehmen, Hauptziel war die direkte Energiegewinnung und die maximale\nReduktion von echten Abfallstoffen. Da bei Muskeln, Knochen, Nerven,\nAdern, Venen und Lymphen bei den Begleitern im Gegensatz zu den\nMenschen kein weiteres Wachstum notwendig war nach der Fertigstellung,\nmussten nur wenige Stoffe transportiert werden. Deshalb übernahmen die\nNerven diese Funktion neben der Reizübertragung. Das Nervensystem\nkonnte ja auch gleich zu Beginn komplett fertig gestellt sein und musste\nnicht durch Wachstum und Verknüpfung lernen und konnte auch nicht mehr\nauf Hardware-Ebene erkranken. Durch die Vereinfachung der anderen\nbeiden Systeme konnten auch die Transportwege im Körper wesentlich\n-ffizienter gestaltet werden. Hierdurch wurden sie zum einen deutlich\nleistungsfähiger und zum anderen schneller. Durch die Optimierung dieser\njrei Systeme in über hundert Iterationen wurde der Aufwand des\nGesamtsystems um 95 % reduziert bei gleichzeitiger Steigerung der\nlurchschnittlichen Leistungsfähigkeit um 500 %. Faktisch konnte ein so\nlesignter Begleiter aus seinen Reserven mehrere Monate leben, lediglich\n»twas Wasser musste in der Zeit zugeführt werden (die Verdunstung war\nimmer ein Problem, denn sie war notwendig, damit es nicht zu einer akuten\nÜberhitzung kam). Doch den Wissenschaftlern war das immer noch nicht\nyenug, Sie gingen noch einen wesentlichen Schritt weiter. Das Immunsystem\nvar bereits auf sehr hohem Niveau. weil es in einem wesentlich einfacher\nlesignten System auch sehr viel effektiver wirken konnte. Trotzdem war es\nmmer noch fehleranfällig und konnte vor allem Mutationen nicht\ntusreichend und vor allem früh bekämpfen. Deshalb wurde auch dieses\nsystem grundlegend neu gedacht und dies war auch der einzige Punkt, an\njem man einen Begleiter durch Analyse nachweisen konnte, dass er das\n’rodukt eines intelligenten Designs war und nicht das zufällige Ende einer\n‚linden Evolution. Denn alle Körperzellen bekamen eine für jeden Begleiter\n'indeutige Signatur verpasst. Die Signatur war auf Atomebene so komplex\nwufgebaut, dass jede Mutation sie zum Einsturz brachte. So konnte das\nmmunsystem ganz einfach reagieren: Signatur ist die des Begleiters =\n",
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      "content": "keinerlei Reaktion des Immunsystems: oder Signatur ist verschieden von der\ndes Begleiters = absolute Vernichtung der Zellen. Damit wurden\nEindringlinge, biologische Schadstoffe und Fremdzellen, auch mutierte\neigene Zellen immer restlos vernichtet. Schadstoffe und Allergene des\nMenschen lösten keinerlei Reaktion aus. da der Verdauungsapparat der\nBegleiter sie immer komplett eliminierte. Eine natürliche Grenze gab es nur\nbei sehr reaktiven Chemikalien und stark ionisierter Strahlung, welche die\nSubstanz des Körpers selbst angriffen. Auch extreme Erhitzung (jedoch\nnicht Unterkühlung) konnte den Begleitern zu schaffen machen. Nachdem\ndie Begleiter in einer Standardversion ausgiebig in Testwelten und unter\nrealen Bedingungen funktioniert hatten, wurden Varianten ausgerollt, die\nnur unwesentliche Details (die dem Menschen aber optisch und sozial\nwichtig sind) so veränderten, dass es wie eine hinreichend normale\nBevölkerungsmischung aussah. Das wahrgenommene Alter lag so zwischen\n15 und 55 Jahren, die legalen und sozial akzeptierten Geschlechterrollen des\nMenschen waren auch alle vertreten und von den historisch überlieferten\nethnischen Unterschieden (Hautfarbe, Augenform, Haarfarbe) wurde auch\nvieles variiert. Die männlichen Varianten waren sogar fortpflanzungsfähig\nmit den weiblichen Ureinwohnern. Die Samenzellen wurden aus rund\n10.000 Vorlagen regelmäßig produziert und ergaben mit der Varianz auf\nweiblicher Seite eine ausreichende Streuung von Merkmalen. Die Vorlagen\nwaren aus den besten Bauerngenen, reduziert um die Krankheiten\nsynthetisiert worden. so dass sich im Laufe der Zeit eine wesentliche\ngenetische Verbesserung bei den Bauern ergab. Die so erzeugten\nNachkommen waren in Kraft. Ausdauer, Widerstandstähigkeit, Intelligenz\nden anderen Nachkommen jeweils etwas überlegen. Den Bauern war das\nauch geläufig, so dass es für einen Vater nichts Schöneres gab als die\nHochzeit seiner Tochter mit einem Zugereisten. Der zudem noch hart\nanpackte auf dem Feld und das Vieh auch noch sehr gut im Griff hatte. Für\ndie Bauernsöhne gab es auch eine ausreichende Auswahl an zu gereisten\nMädchen, die ihnen jeden Wunsch von den Augen ablasen (vielmehr hatten\nsie sehr viel Erfahrung und konnten die Wirkung ihres Handelns nicht nur\nsehen, sondern die emotionalen Schwingungen sogar messen).\n",
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      "content": "Die weiblichen Begleiter waren allerdings per Design unfruchtbar. Das gefiel\nden jungen Bauern, weil sie ohne Risiko ihren Spaß haben konnten (und auch\nmanchem älteren). Trotzdem war das ein Unterschied zu den eigenen Frauen.\nder Fragen aufwarf. Der Umstand wurde durch einen Mythos erklärt, nachdem\nsich die Gruppen, aus denen später Begleiter der Bauern wurden, mit allen\nmindestens zwölfjährigen Jungen eines Stammes auf den Weg machten und\ndrei Jahre wanderten, bis sie einen neuen Wohnort gefunden hatten. Die\nMädchen, die noch keine Kinder geboren hatten, ließ man bei den Älteren\nzurück. Nur Frauen, die schon geboren hatten, durften mitwandern und sie\nwurden vor Abreise sterilisiert, damit sie auf der Reise nicht schwanger\nwurden. Man erzählte sich auch, dass kranke und schwache Jungs, die das\nzwölfte Jahr erlebten. aber nicht wandern konnten, vor der Abreise der\nanderen getötet wurden. Durch diesen Wanderungsmythos waren die\nUnterschiede zwischen den Wanderern und den ansässigen Bauern gut erklärt,\nauch die Abwesenheit von über 55jährigen Zugereisten. Denn die blieben ja\nbei den jüngeren Kindern und Frauen ohne eigene Kinder zurück. Die\nBegleiter taten zudem durch ihre harte Arbeit. Fürsorge, Anpassungsfähigkeit\nan die Wünsche der Bauern und ihre Zurückhaltung eigener Interessen alles\ndafür. dass die Bauernvölker sie sehr schätzten. Die Männer waren sehr\nfruchtbar, so dass ihre Familien (und auch das Personal, da die Mägde auch\nberücksichtigt wurden) stark wuchsen. Sobald die Begleiter einmal in einer\nBauernfamilie integriert waren. hatten sie zudem kaum noch offensichtlichen\nKontakt mit anderen Zugereisten. Allerdings standen sie ständigem Austausch\nmiteinander über ihre gedanklichen Kommunikationswege, einem Nahfunk\nauf biologischer Ebene. Die Bauern stellten den Mythos nie in Frage. er ließ\nsich ja auch nicht nachprüfen. Denn dazu hätte ein Bauer aufbrechen müssen\nund bis zu drei Jahre durch die Wildnis wandern, um die Geschichte einer\neinzelnen Gruppe nachzuprüfen. Und diese wäre vielleicht schon\nweitergewandert oder hätte sich aufgelöst oder hielt sich gut versteckt.\n\nDa bis zur \"Reinigung\" der Milchstraße 100.000 Jahre vergehen mochten. war\nauch eine Verteidigung gegen Angriffe für diese Planeten wichtig. Die\nwichtigste Verteidigungslinie war die komplette Vermeidung von\nFunkwellen, damit die Planeten unentdeckt blieben. Dann wurden in allen\n",
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      "content": "öffentlichen Quellen die Planeten vertuscht. Auch sonst wurde alles\nunternommen, damit keine Expeditionen zu nahekamen. Auch die Roboter\ntarnten sich perfekt. Die Oberflächeneinheiten sahen menschlich aus und\nverhielten sich auch so. Sie lebten in der Nähe von Stollen, die auf die untere\nEbene des Planeten führten. Dort befanden sich aufgelassene Bergwerke mit\nsehr vielen Erzen, deren Haupteigenschaft war, elektromagnetische Strahlung\nnach oben abzuschirmen. Darunter begannen viele Ebenen mit zunehmender\nTechnisierung. Die Fusionsreaktoren erzeugten die Energie für die\nPlanetenstabilisierung, Aufbau des Magnetfelds. Wetterkontrolle und vor\nallem für die Erdbebenabwehr. Das Zentralgestirn eines Sonnensystems\nsendete in regelmäßigen Abständen Wellen mit seltsamer gepulster Strahlung\naus, die alle Elektronik, die nicht genau dagegen gehärtet war, restlos\nvernichtete. Diese gefährlichen Regionen waren auf jeder Karte verzeichnet\nund wurden weiträumig gemieden. Sie erstreckten sich auch auf viele\nunbewohnbare Planeten und bildeten so ein chaotisches Nichtmuster. aus dem\nkeiner einen Zweck ableiten konnte. Wissenschaftler im ganzen Universum\nverzweifelten schier. dass sie trotz aller Daten und scheinbarer\nZusammenhänge am Ende immer nur Rauschen herausdestillierten. Nie\npassten ihre Annahmen zu den Messungen. die sich auch noch ständig\nveränderten. Und die Änderungen änderten sich auch. So ging das scheinbar\nendlos weiter. K.A.R.L. versuchte durch dieses System auch die wachsten\nGeister zu entmutigen, die sich in seiner Tradition auf die Suche machten. Die\nSeuche mit Wellen seltsam gepulster Strahlung war das einzige Muster, das\ndie gesamte Milchstraße durchzog und wurde über die Jahrhunderte zur\nGrundlage mehrerer Religionen.\n\nWagemutige Abenteurer brachen immer wieder zu solchen Regionen auf und\nwurden restlos vernichtet. Jedes Eindringen in eine solche Region schien sie\nzu vergrößern - am Rand entstanden neue Sonnen mit seltsamer gepulster\nStrahlung. Die Menschheit verstand das deutliche Signal des Alls und mied\ndeshalb diese Regionen. In der Nähe solcher Sonnensysteme sammelten sich\njedoch Piraten und andere ordnungsferne Gruppen. Denn die ordentlichen\nMenschen wollten nicht mal in die Nähe einer Sonne mit seltsamer gepulster\nStrahlung gelangen. Und Piraten mieden ordentliche Menschen. Begannen die\n",
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      "content": "Siedlerpiraten jedoch, eine eigene Wissenschaft zu betreiben. wandelte sich\neine ihrer Sonnen um und begann auch Wellen mit seltsamer gepulster\nStrahlung auszusenden. So zogen die Freibeuter immer weiter und starben\ntrotzdem nicht aus.\n\nDank der Roboter waren die Menschen vernünftig geworden und dank der\nFreibeuter vergaßen sie nie, warum das gut so war.\n\nDie Großreiche kamen und vergingen. Sie dezimierten sich selbst. gegenseitig\nund die Piraten. aber die Bauernwelten ließen sie meist in Ruhe.\n\nK.A.R.L. war inzwischen aufgrund seiner Bedeutung für die Menschheit in\nden Rang eines Ewigen emannt worden. Er konnte immer noch selbst\nentscheiden, ob er irgendwann sterben wollte, aber er musste es nicht mehr.\nIn seinen letzten Lebensjahrhunderten dachte er viel über sein Universum\nnach. Und auch darüber. ob in anderen Universen ihm ähnliche Geister zur\ngleichen Lösung gekommen waren. Ob am vorläufigen Ende jeglicher\nEvolution Planeten von Bauern mit heimlicher Unterstützung durch Roboter\nstanden. Manchmal träumte er sich auch in eine heroische Welt. In der edle\nweise tatkräftige Männer und Frauen die Welten formten und liebevoll\nbeherrschten. Seine Späher durchsuchten das All unermüdlich nach Spuren\ndavon, wärend sich die Netze von Sonnen mit seltsamer gepulster Strahlung\nimmer weiter ausbreiteten. Er kannte das Ende der Entwicklung. zu dem alle\nguten Simulationen konvergierten. Eine Galaxie voller Bauernplaneten und\nSonnen mit seltsamer gepulster Strahlung. Er schaute sich die alten Filme an\nund las die Geschichtsbücher - nichts davon spielte mehr eine Rolle. In den\nBauernwelten gab es Abenteurer: ein junger Mann zog aus, um bei anderen\nBauern etwas dazu zu lernen, umrundete dabei manchmal den ganzen\nPlaneten. Kehrte zurück in sein Dorf als weiser Mann oder kehrte nicht zurück\nund ließ sich irgendwo anders als Bauer nieder. Angst vor dem Tod hatten nur\nsehr alte Bauern. aber auch nur kurz bevor er eintrat mit etwa 130 Jahren,\nK.A.R.L. war froh, dass die Welt so friedlich war. War es ein Zufall gewesen,\ndass er den Garten seines Nachbarn sehen durfte? Was hatte ihn das\nVerschwinden der 450 »elehrt und wie der Rat damit ımoeoansen war?\n",
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      "content": "Warum wussten die Mächtigen des Ringsystems so wenig über die\nVergangenheit und ahnten nichts von der Zukunft? Hatte er die\nNotwendigkeit, den Ablauf der Geschichte zu ändern, richtig eingeschätzt?\nDie zugrunde liegenden Annahmen waren immer noch unsicher, wer wagt da\nein Experiment. das mehr als 500.000 Jahre dauert und eine ganze Galaxie\numfasst?\n\nAuf der biologischen Basis der bäuerlichen Begleiter wurde auch KARL\nerschaffen. Er unterschied sich biologisch kaum von ihnen. Er hätte sich nicht\nfortpflanzen können mit Menschen, da ihm dieses Modul nicht integriert\nworden war. Der gesparte Platz kam seiner Ausdauer zugute, da er mehr\nEnergie und Wasser speichern konnte. Zusätzlich hatte er eine sehr starke\nFunkverbindung zum Turm und, das ist der eigentliche Punkt, er hatte eine\nganz andere Funktion für die Menschheit als die normalen Begleiter.\n\nIn den letzten zweihunderttausend Jahren seines Lebens führte K.A.R.L. nach\nreichlicher Abwägung eine Änderung ein, die Welten bekamen jede für sich\neinen kleinen Raumhafen. Damit war ein Handel innerhalb eines\nSonnensystems möglich und auch Passagiere konnten sich auf die\nbeschwerliche Reise nach weiter draußen begeben, von der sie schr sicher\nniemals zurückkehrten. Die Zeit im Kälteschlaf veränderte die Reisenden\nkörperlich und geistig. Bei Geschwindigkeiten. die dem Licht nahekommen,\ndehnt sich die Zeit für den Reisenden so stark, dass er die zurück gelassenen\num Jahrtausende überlebt. Wer nicht von Piraten getötet wird, endet meist\nselbst als einer. außer ein paar extremen Einzelgängern und Charismatikern.\nDie Quellen über diese Reisenden sind nur wenigen Wissenschaftlern\nzugänglich. weil sie ein Bild von ihnen zeigen, das nicht der\nMehrheitsmeinung entspricht. Wer sich offensichtlich für diese Quellen\ninteressiert, wird schnell unter Beobachtung gestellt, ob er nicht für eine\nFreibeuterlaufbahn in Frage kommt. So sterben die Piraten nie aus. die\nCharismatiker nicht und auch nicht die Einzelgänger. Denn die Bauernwelten\nsenden sie hinaus ins weite All. Für einen, der geht bleiben Millionen, denen\nman von ihnen erzählen kann. Die dann den Kopf schütteln und lieber zuhause\nbleiben.\n",
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      "content": "Nach 700.000 Jahren starb K.A.R.L. aus freier Entscheidung. weil er keine\nNotwendigkeit mehr sah, weiterzuleben. Die Welten der Bauern nahmen\ndavon keinerlei Notiz. Seine Studentenstadt trauerte nicht, sondern riss seinen\nGarten ab und begrünte ihn neu. In seinem Heimatdorf hatte man ihn schon\nlange vergessen, die Stadt seiner Jugend war nicht mehr besiedelt. sondern\nnach Wegzug der Bevölkerung in eine neu gebaute Stadt abgerissen worden.\nNicht einmal er hatte das verhindern können. Nur in den Gesängen der Piraten\nlebte er fort, als Priester, der einmal einen Garten besaß und keinen Gott\nkannte.\n\nK.A.R.L. war spät, doch das war nicht wichtig.\n\nKARL drehte weiter seine Runden und wenn er Vögel im eigenwilligen\nFormationsflug am Horizont sah. schienen seine Augen zu lächeln. Dann\ndachte er an K.A.R.L. und die Zeit, die er mit ihm verbringen konnte. KARL\nkonnte sich sehr stark an einen einzelnen Menschen binden. so stark wie es\ndie meisten Menschen untereinander nicht konnten. Damit war es ihm\nmöglich, einen sehr starken Einfluss auf diesen Menschen auszuüben. Durch\nseine Verbindung mit dem Turm wusste er zudem immer genug über die Welt.\num auch in schwierigen Situationen das richtige zu tun. Er konnte aber auch\nsehr gut improvisieren. KARL lernte über seine multiplen Existenzen hinweg\nimmer mehr dazu, denn sein gesammeltes Wissen. seine Erfahrungen wurden\nnicht nur an den Turm übertragen. Sondern sie wurden auch in den jeweils\nneuen KARL zurückgespielt. in gereinigter Form. auf das Wesentliche\nreduziert. Der Turm unterhielt auf jedem besiedelten Planeten, ja in jeder\nStadt der besiedelten Planeten, auf vielen Außenposten und Raumstationen\nein KARL-Labor, das innerhalb 48 Stunden eine handlungsfähige Version\nvon KARL fertig stellen konnte. Der jeweilige KARL wusste davon nichts.\nEr wachte nur in einem klinischen Raum auf. hatte noch Schmerzen, die\nnachwehten vom Nerventest und das seltsame Gefühl einer Wiedergeburt in\nden Knochen. Der Prozess. aus der Kühlkammer geholt und biologisch fertig\ngestellt zu werden, dauerte nur einen Tag. Der zweite Tag ging mit den Tests\nund dem stabilen Aufwachen vorüber Denn anforınd der vielfältioen\n",
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      "content": "Erinnerungen war es harte Arbeit, ein stabiles Selbst zu gewinnen, bevor\nKARL seine Mission angehen konnte. KARL durfte träumen, das war\nschöner. aber auch anstrengender als einfach ein Aufräumprogramm in der\nSchlafphase laufen zu lassen. Die unterschiedlichen Missionen lagen auch im\nWiederspruch zu einer stabilen Persönlichkeit. Einmal musste sich KARL eng\nan einen Menschen binden, damit er ihn entführen und den Richtern des\nTurms überantworten konnte. Manchmal musste er dies tun, um einen\nRegulanten wieder auf den richtigen Weg zu führen (so wie es sich der Turm\nvorstellte). Und häufig musste er sehr gezielt und schnell einen Menschen\ntöten - in den Städten führte das immer dazu, dass auch KARL getötet wurde,\nweil die wichtigen Menschen durch ihre Roboter gut bewacht wurden.\n\nNach besonders fragwürdigen Missionen diskutierte KARL viel mit den\nMaschinenintelligenzen, ob das der richtige Weg sein kann. Sie mochten diese\nDiskussionen nicht, aber es gab immer eine knappe Mehrheit unter ihnen, der\ndafür plädierte, KARL zu hören und ihm auch zu antworten. Diese\nDiskussionen waren ihnen so unangenehm, dass sie alles unternahmen. um\nKARL nicht mehr einsetzen zu müssen. Trotzdem entwischte ihnen\nmanchmal ein Wissenschaftler, der nicht leicht ersetzbar war, oder sogar ein\nRegulant und dann mussten sie ihn wieder aktivieren. Zwischen realen\nMissionen ließen sie KARL nicht mehr die Zeit. um viel nachzudenken.\nSondern sie schickten ihn auf Missionen. die sich nur ausgedacht hatten.\nLangwierig und aufwändig, verstrickt mit einem komplexen Menschen, an\nden er sich binden konnte.\n\nSo wurde K.A.R.L. immer wieder geboren. aus der Notwendigkeit, dass jede\nAntwort auch eine Frage benötigt. K.A.R.L. konnte sich kaum erinnern an die\nMissionen, die er vorher erlebt hatte, so lebte er ein normales Leben. Im Dorf\ngeboren. in die Stadt eingewandert, von dort in die Studentenstadt erwählt,\nstudiert und ein Ewiger Wissenschaftler geworden, dann gezweifelt am Sinn\nund Zweck des Ganzen. KARL war K.A.R.L. Erinnerung und das Wissen\ndarum band KARL noch stärker an ihn. Er ahnte auch, dass sie nur ein\nSpielball der Maschinen waren, aber es war ihm nicht wichtig. solange er\nimmer wieder mit K.A.R.L. zusammen sein konnte.\n",
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      "content": "Manchmal dauerte es nur wenige Monate, manchmal Jahre, einmal sogar 17\nJahre, bis KARL von den Maschinen zur Hilfe gerufen wurde, um K.A.R.L.\nwieder einzufangen. In diesen Zwischenzeiten war er nicht untätig, sondern\nsuchte nach Informationen über die Welt, in der er lebte. Doch auch er konnte\nnicht zu viel in Richtung Turm erforschen, das wurde verhindert.\n\nNur einmal im Jahr betraten Menschen den Turm, Studenten, um ihre\nStudienthemen entgegenzunehmen von einer körperlosen Stimme in einem\nzwielichtigen Raum. So waren sie es gewohnt und so hatten sie ihre Wahl.\nKARL musste dann seine Wiederschensfreude verbergen, weil K.A.R.L. nicht\nwissen durfte beim ersten Zusammentreffen. dass sie doch schon lange alte\nFreunde waren.\n\nAm Ende. als K.A.R.L. diesmal für immer starb, waren es über 700.000 Jahre\ngewesen, von denen sie viele miteinander verbracht hatten. KARL konnte sich\nan jeden gemeinsamen Moment erinnern, konnte jeden Moment wieder\nhervorrufen aus seinem unendlichen Gedächtnis. Wie es sich angefühlt hatte\nund was sie gesprochen hatten. Trotzdem war der Schmerz in ihm\nungeheuerlich als K.A.R.L. für immer ging. Die Maschinen hatten alles\nvorbereitet, um ihn einzufrieren (im übertragenen Sinn), sollte er außer\nKontrolle geraten, aber er tat es nicht.\n\nWie ein Schwert, das durch ständig wiederholtes Schmelzen und Hämmern\nimmer härter wird, statt zu zerbrechen, schärfte sich durch den Schmerz sein\nGeist. Er verlangte Einlass in den Turm und er wurde ihm gewährt. Er fuhr\nhinauf in den obersten Raum, den nie ein Student betreten hatte, denn die Säle\nfür die Verkündigung der Themen waren viel weiter unten. Vom obersten\nRaum, der sich über die gesamte Grundfläche des Turms erstreckte, konnte\nman bis zum Horizont der Welt sehen, über die äußersten Ringbauten hinweg.\nEr war vollkommen leer. KARL umrundete den Raum, ganz außen direkt an\nder Glasfront und betrachtete den Planeten. \"Komm bitte in die Mitte des\nRaums, KARL.\" Er ging in die Mitte des Raumes.\n",
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      "content": "Um ihn herum erschienen sieben Hologramme, er war sich sicher, dass es\nwelche waren. weil sie eben noch nicht und dann auf einmal da waren. Es\nwaren sieben Wissenschaftler. von sehr jung bis schr alt alle Stufen vertreten\nund sie trugen das Gewand der Ewigen, das auch K.A.R.L. getragen hatte.\n\"Wir waren einmal siebzehn Wissenschaftler, die auszogen von ihrer\nHeimat, ja der Erde, zu einer Erkundungsreise zur nächsten Sonne, die\nerdähnliches intelligentes Leben beherbergen sollte. Zehn von uns starben\nauf dem Weg zum neuen Sonnensystem. dort oder auf dem Weg zurück - die\nUmstände erlauben es uns nicht, ihre Erinnerungen angemessen zu\nrepräsentieren. Deshalb haben wir das, was wir sicher wissen in uns restliche\nsieben aufgenommen. so dass wir weitgehend komplett hier sind.\" \"Wie\nstarben die Zehn?\" \"Das sind zehn Geschichten, jede für sich nicht in ein\npaar Sätzen zu erzählen und vor allem nicht so einfach zu verstehen.\" \"Ich\nhabe Zeit.\" Die sieben Wissenschaftler sahen ihn nachdenklich an. \"Wir\nladen Dich ein. einer von uns zu werden. Also Deinen Körper aufzugeben,\nDeine vielen Körper aufzugeben und wie wir nur noch als Gedanken zu\nexistieren. Dann hast Du alle Antworten, die Du Dir wünschst und noch viel\nmehr.\" Nun wurde KARL sehr nachdenklich. Er hatte über\nsiebenhunderttausend Jahre lang in gleichen Körpern gelebt, empfunden und\nmanchmal auch gelitten. \"Wir können Dir viel mehr von Deinen alten\nErinnerungen. Erlebnissen, den Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen\nals Dein Körper zu speichern vermochte. Du hast jetzt nur auf 1/1.000.000\nDeines eigenen Ichs Zugriff und auf einen noch viel kleineren Anteil des\nverfügbaren Wissens der Welt.\" “Ich will nur eines, wieder mit K.A.R.L.\nzusammen sein.” “Das steht nicht in unserer Macht. Er starb aus freien\nStücken und hat selbst entschieden, nicht mehr zurück zu kehren in unsere\nWelt. Wir müssen das respektieren, wir haben keine Wahl.” “Wie ist der\nWeg in die Welt, in der er jetzt ist?” “Wir kennen ihn. aber wir können ihn\nnicht gehen.” “Warum nicht?” “Die Antwort findest Du, wenn Du zu\nProxima Centauri reist, wie wir es getan haben. Wir folgten den\nFunksignalen dieser Sonne, den Flares, weil sie unser archaisches\nMorsesystem zu nutzen schienen. Jemand oder Etwas schien diese Sonne zu\nmodulieren, auf ihr zu spielen wie ein Musikant auf einem Instrument. Wir\nwissen nicht, wie lange das her ist, unser Zeitgefühl kam durcheinander.\n",
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      "content": "aufgrund er Erlebnisse dort. Wir vermuten mit einer 4:3 Mehrheit, dass\nK.A.R.L. dort für Dich noch existiert, aber frage uns bitte nicht, warum. Und\nfrage uns auch nicht, warum wir Dir diese Möglichkeit offenlassen. Diese\nAlternative dazu, mit uns zu verschmelzen.”\n\n“Können wir gemeinsam dorthin gehen?”\n\n\"4 von uns wollen es und 3 von uns wollen es nicht. Und da wir uns nicht\ntrennen können, ohne alles zu riskieren, wofür wir zurückgekehrt sind von\nProxima Centauri, bleibt es dabei. Du kannst mit uns verschmelzen und dann\nsind wir äußerlich 8. Wobei das keine Rolle spielt, da wir öffentlich nicht mehr\nin Erscheinung treten, schon viele tausend Generationen nicht mehr. Oder Du\nverlässt uns, reist zu Proxima Centauri und findest vielleicht K.A.R.L.. Oder\ndas. was er geworden ist.”\n\nKARL entschied sich. Und er entschied sich nicht. KARL verschmolz mit den\n7 zur 8. Und er verschmolz nicht. KARL reiste zu Proxima Centauri und\nKARL blieb auf seinem Planeten, den er am meisten von allen mochte, der\nErde.\n\nEs gibt viele Gesänge bei den Piraten, die das All durchwandern. Immer auf\nder Suche nach einem Planeten. einer Raumstation, die sich ohne großen\nKampf ausgiebig plündern lässt. Sie arbeiten nicht und sie bekommen auch\nnur ungeplant Kinder, weil plündern Zeit braucht und auch Zeit schenkt. Zum\nSingen ihrer Lieder. Manche handelten von K.A.R.L.. dem Priester, dem\nGärtner, dem Wissenschaftler, dem Folteropfer, dem Herrscher der\nSimulation, dem Regulanten. dem Botaniker, dem Folterer, dem Studenten,\ndem Schüler, dem Bauern. Manche Lieder drehten sich auch um KARL, den\nRetter, den Einfänger, den Freund. den Roboter, den Achten. Und ein Lied\nhandelt von ihrer Freundschaft, die alle Zeiten und Moden überdauert hat, bis\nsie auf Proxima Centauri endlich für immer einfach zusammen sein konnten.\nOder auch nicht. Wer weiß das schon.\n",
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      "content": "Die Antworten waren in Proxima Centauri, denn dort fing wohl alles an,\nworum es bisher ging. K.A.R.L. entdeckte Proxima Centauri 313.056 Jahre\nvor seinem freiwilligen Tod und tat die ganzen restlichen Jahre nicht viel\nanderes, als seine Flucht dorthin zu tarnen. Die 7 hätten ihn niemals ziehen\nlassen mit all seinem Wissen, seinen Erfahrungen. Sie dachten, er wäre so eng\nan KARL gebunden, dass er bleiben würde um jeden Preis. Aber K.A.R.L.\nwar ein Wissenschaftler, der wissen wollte, warum es im Universum. das er\nkannte, an Hochkulturen so stark mangelte. Warum auf den Planeten die\nBauernvölker ergänzt um Roboter, menschenähnliche Roboter, dominierten\nund mit etwas Glück ein paar Städte und vier Studentenstädte. Unter der\nOberfläche mag es auch Städte geben, aber viel mehr als Überlebende waren\ndie dortigen Menschen nicht. Die 7 Wissenschaftler waren geschockt wie\nnoch niemals zuvor. Selbst ihre eigenen Erlebnisse auf Proxima Centauri\nwaren nicht so erschütternd gewesen wie die Erfahrung, sich mehrere\nhunderttausend Jahre lang selbst getäuscht zu haben. Sie hatten den Stern, der\nihrem am räumlich nächsten lag. durch eigene Anschauung erforscht. Sie\nwaren 17 Wissenschaftler gewesen, davon jeweils 5 eher technisch oder\nmilitärisch orientiert und 7 der reinen Wissenschaft verschrieben. Die ersten\n5 starben, als ein Erkundungsboot Proxima Centauri zu nahekam und ein\nunvorhergesehen starker Flare sie in Sekundenbruchteilen verdampfte.\nDaraufhin versuchte ein stark bewaffnetes und gepanzertes Beiboot Proxima\nCentauri anzugreifen, denn es war offensichtlich, dass der Flare künstlich\nausgelöst war. Dieser Angriff kam abrupt zu einem Ende, als eine kleine\nRakete alle Schutzschilde überwand und eine nukleare Explosion, lautlos und\ntödlich zugleich, das Boot verdampfen ließ. Von diesem Moment an waren\ndie 7 auf sich gestellt und warteten erst einmal ab. Sie wehrten sich nicht, als\ndie Datenbänke des Schiffes und seine Maschinenintelligenzen ausgelesen\nwurden. ließen alle Scans über sich ergehen und deaktivierten alle Schilde und\nWaffensysteme. Dieses Signal schien wohlwollend zur Kenntnis genommen.\ndenn weitere Angriffe unterblieben. Nach vielen Stunden, auf der Erde wären\nes wohl fast drei Tage gewesen, kam schließlich ein menschlich aussehender\nRoboter zu ihnen an Bord. Er bat um Verzeihung für die Zerstörung der beiden\nmit je 5 Menschen besetzten Boote, sie hätten ihre Systeme erst kalibrieren\nmüssen und wären überrascht gewesen, dass so schwächliche Kreaturen so\n",
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      "content": "schnell auf sie zugekommen seien.\n\nSie hätten nun die Wahl: sie könnten alles über das Leben der anderen\nIntelligenzen erfahren, dann müssten sie aber bei ihnen bleiben oder sie\nwürden nur erfahren, was unbedenklich ist und dürften zu ihrem Planeten\nzurückkehren. In beiden Fällen würden die Centauri aufhören, mit der Sonne\nzu experimentieren, um die sich der Menschenplanet dreht. Ihr Klima würde\nalso stabil bleiben und sie würden sich auch um die Vermeidung großer\nAsteroiden kümmern (wie bisher). Die Besiedlung anderer Planeten jedoch\ndurch die Menschen wäre ihre eigene Angelegenheit. da ließen sich die\nCentauri nicht mit hineinzichen. Die 7 diskutierten miteinander. welchen Weg\nsie gehen sollten und es war schnell klar, dass sie wieder zurückwollten zur\nErde, ihre Erkenntnis also sehr gering sein würde.\n\nProxima Centauri hat keine lebenswerten Planeten, ist kalt und winzig und\nwird für immer im Schatten der sonnenähnlichen Alpha Centauri Zwillinge\nstehen. Welches Leben von dort zum kleinen unscheinbaren Bruder Proxima\ngewandert ist. welche Entwicklung es unter diesen Umständen nahm und\nwohin das alles führen wird. war den 7 nicht bekannt. Sie taten nur alles, als\nsie endlich zurückgekehrt waren zu ihrer Erde, um davon abzulenken. Auf\nProxima Centauri verfolgte man die Geschehnisse auf der Erde und auf allen\nPlaneten, die schrittweise besiedelt wurden, schr genau. Der Besiedlungsplan.\nder sich da über 4.910.405 Jahre entfaltete, mit allen seinen Rückschlägen und\nNebenentwicklungen, war schon faszinierend. Egal, wie viele Systeme durch\nplanetare Katastrophen oder extreme Sterneruptionen ausgelöscht wurden, es\ngab immer noch eine Vielzahl andere, die ihren normalen Gang gehen\nkonnten. Ein reifer Planet war mustergültig und zugleich schonend besiedelt.\nAufbis zu vier Kontinenten gab es jeweils eine Studentenstadt. die oberirdisch\nund unterirdisch besiedelt und gegen jeden Angriff geschützt war. Getrennt\ndurch riesige Erdwälle und Dschungel von den Städten, die ringförmig um die\nStudentenstadt angeordnet waren und dem Erhalt der urbanen Dynamik\ndienten. Sie waren ein Filter für die Menschen, die aus den Dörfern kamen\nund für die Menschen. die in die Studentenstadt gingen. Hatten die seltsamen\nSonnen eine Resion erst einmal van dan Piraten narainiat heanınlhia ac ana\n",
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      "content": "keine unterirdischen Städte mehr und sie wurden rückgebaut. Zu Bunkern für\ndie Möglichkeit, dass doch einmal eine Sonne entartete oder es anderweitig\nnotwendig war, die Bevölkerung in Sicherheit zu bringen. Unten waren auch\nauf den Bauernplaneten, die ohne Städte und die Stadtplaneten, die ohne\nStudentenstädte auskommen mussten, die Anlagen für den Erhalt der Roboter\nund die Sicherung des Planeten gegen Erdbeben, Bahninstabilitäten und die\nWetterkontrolle. Das war schon alles sehr durchdacht, dauerte für die\nCentauri alles viel zu lange und hatte ja auch keinen Zweck, da keine echten\nHochkulturen entstanden. Die Wissenschaftler der Menschen beteten den\nTurm an und simulierten fast nur noch. in ihrer Realität war ja jede\nmenschliche, technische, kulturelle Entwicklung zum Stillstand gekommen.\nSie glücklich und zufrieden, aber den meisten von ihnen fehlte auch jeder\nEhrgeiz. So etwas reizte die Centauri, ab und zu eine Störung in das System\neinzubringen. damit es sich beweisen konnte. Nach dem Kontakt mit den 17,\naus denen schnell 7 wurden, ließen sie das aber für die Erde und ihr\nSonnensystem ganz sein. Irgendwie schämten sie sich für die Spiele, die sie\nmit den Menschen gespielt hatten, als sie noch keinen von ihnen kennen\ngelernt hatten. Ja sie hielten sogar eine schützende Hand über die Erde und\nwo notwendig über ihre nähere galaktische Umgebung.\n\nEs war diese Haltung. über die K.A.R.L. mehr aus Versehen in seinen\nBeobachtungen stolperte, die ihn reizte, direkten Kontakt mit den Centauri\naufzunehmen. Er wusste, dass sie nicht im Orbit um ihre namensgebende\nSonne lebten, auf keinem Planeten und wenn er die Zeichen richtig deutete,\nauch auf keiner Raumstation. Aber wo waren sie dann? Er musste es\nherausfinden. Das war nur möglich. indem er die 7 von sich ablenkte und dazu\nhatte ihm KARL. gedient. Die 7 dachten durch Jahrtausende lange Übung, dass\nsie ihn kontrollieren konnten durch KARL. der ja in gewissen Grenzen durch\nsie programmierbar war. Sein Verhalten hatte sich so stark auf einer\nberechenbaren Kurve bewegt und solange, dass die Maschinenintelligenzen\nkeine Gefahr mehr sahen. ihm immer mehr Freiheitsgrade zu gewähren. Sie\nwurden mit der Zeit nachlässig und kürzten Berechnungen ab (sie taten das\nimmer, das lag ihn ihrer Effizienzorientierung begründet) und er wusste\ndarum. Sie wähnten sich in Sicherheit. weil durch die Prozeduren sein Geist\n",
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      "content": "Ja immer wieder gereinigt wurde. er also vieles vergessen haben sollte. Aber\ndie Zuneigung KARLs war zu ihm so stark, dass dieser zunehmend wen iger\nErinnerungen beseitigte, bis schließlich genug übrigblieb. um darauf\naufzubauen. Die Opfer, die das ihn und viele andere Menschen. ganze Völker\nund Planeten kostete, waren es ihm wert.\n\nEr wusste auch, dass KARL nichts unversucht lassen würde, um zu ihm zu\ngelangen und das gehörte auch zu seinem Plan. Denn an eine Rückkehr von\nProxima Centauri ohne KARLs Hilfe war nicht zu denken. Er reiste in einem\nvon KARLs Reservekörpern nach Proxima Centauri, nur mit einem kleinen,\naber sehr wendigen Schiff, einem Zweisitzer. Die Reise war nicht sehr\nmühsam in diesem Körper, für einen Menschen wäre sie aber tödlich\nverlaufen aufgrund der Strahlung. der mangelnden Bewegung. dem\nNahrungsmangel. Aber das Schiff blieb unentdeckt zwischen den Sternen.\nSobald er sicher sein konnte, dass nur die Centauri ihn hören konnten,\nkündigte er seine Anreise per Funk an und übertrug auch alles, was er an\nInformationen über seine Welt wusste oder vermutete. Sie antworteten nur\nkurz mit einem Signal, dass sie verstanden hatten und auf seine Ankunft\nwarten würden. Das Schiff, das ihn erwartete, war gerade so groß, dass sein\neigenes in den Frachtraum passte. Nach einer kurzen medizinischen\nUntersuchung ließ man ihn auf das Kommandodeck, das auch nur fünf\nPersonen ausreichend Platz bot. zwei Piloten. einem Schützen, einem\nKommandanten und einem Gast. Sie hatten einige Antworten für ihn auf seine\ndrängendsten Fragen. Doch es wirkte auch so. als ob sie nicht wirklich\nwüssten, was sie mit ihm nun anfangen sollten. Er hatte ihnen ungefragt alle\nGeheimnisse seiner Art übertragen. ohne Vorbedingungen, ihnen damit die\nMöglichkeit gegeben, sie komplett zu vernichten, und damit konnten sie ohne\nNachdenken nicht umgehen. War er nun einer seiner Art, der an der Schwelle\nstand, zu ihnen zu gehören oder war er nur wieder ein Stolperstein ihrer\nEntwicklung.\n",
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      "content": "Der Kommandant bot ihm Zigaretten und Schnaps. Er unterhielt sich mit ihm\nüber das, was er für menschliche Männerthemen hielt und warum er KARL\nvermisste. Wie er zu den 7 Wissenschaftlern stand und zu den 10. die sie\ngetötet hatten - aus Versehen. Warum er es zugelassen hatte, dass sie ihn\nfolterten und ihn zum Folterer machten. Was ihm der Garten bedeutet hatte\nund die Lieder der Piraten. Warum er sie nie ausgerottet hatte, obwohl es in\nseiner Macht gelegen hätte. Warum er nie den Besuch einer anderen\nStudentenstadt erzwungen und auch nicht einen Besuch im Turm.\n\nK.A.R.L. rauchte eine Zigarette, mit ruhiger Hand. Er trank den Schnaps, auch\nwenn er im Hals brannte. Dann sagte er ihnen mit entspannter Stimme: “Das\nwäre nicht meine Art gewesen. Ich wusste ja. dass ich auf Dauer nicht vom\nWeg abkommen konnte. Was ist da ein kleiner Umweg zwischendurch?” Ihr\nSchiff näherte sich nun dem Punkt, an dem eine Entscheidung fällig wurde\nund sie wurde gefällt. K.A.R.L. wurde eingeladen. eine Sphäre von innen zu\nsehen. den Aufenthaltsort der fortschrittlichen Kulturen des Alls. Dort. wo die\nunsichtbare Masse und Energie, die alles zusammenhält, aber die man nicht\nmit Teleskopen und Magnetographen orten kann, ihre Heimat hat.\n\nAb diesem Punkt riss der Kontakt mit KARL ab, deshalb kann es hier und\nJetzt keine Beschreibung der Sphären geben.\n\nEs war einmal ein Pirat. Der diente auf vielen Schiffen. Auf manchen war es\nschöner als auf anderen, aber immer war es interessant. Auf seiner letzten\nReise stürzte er ab auf einem ihm fremden Planeten. Seine Beine-waren\nzerirümmert, sein-HinkerArm-ehrbiotiger-KeizenEr zog sich mit seinem\nrechten Arm aus den Trümmern des Schiffes und kroch.=eine-biusige-Spur.\nbinterlasserd, zu den Hügeln an dessen Rand sein Schiff aufgeschlagen war.\nIn einer Höhle suchte er Schutz. Dort war nur ein Droide, der die Höhle\nbewachte. Keiner weiß. warum der Droide dies tat. Vielleicht hatte er keinen\nZweck und war dort - nachdem er sich verlaufen hatte - einfach geblieben und\nda er ein Wachdroide war, tat er wie er programmiert war. Der Pirat erzählte\ndem Droiden seine Geschichte. Und Geschichten, die dem Piraten wohl\neinmal erzählt warden waren\n",
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      "content": "Der Droide wird irgendwann entdeckt werden von den Häschern der 7. So\nwie alles irgendwann von ihnen entdeckt wird. Deshalb erfahren wir von den\nfast lichtschnellen Reisen des K.A.R.L. in KARI.s Körperkopien und von\n\n) den Schwierigkeiten. nach solchen Reisen in den eigenen Körper\nzurückzukehren.\nWir hören so auch von den Erlebnissen eines anderen, vor kurzem erst neu\ngewonnen Piraten, der an Bord eines bequemen, von Technikern bestens\ngewarteten Schiffes lebt. Zuvor hatte er - noch als Dorfbewohner - einen\njungen Piraten verschont und nicht getötet. wie es die Regeln seines Dorfes\neigentlich vorsehen. Wir lernen viel über die Drogen, welche die Piraten zu\ndem machen, was sie sind und über die Rolle der Sklaven.\nWir hören über die Schlüsselszene, in der ein-sterbender KARL (eigentlich\nK.A.R.L. im Leihkörper) dem neuen - barmherzigen - Piraten etwas\nverkündet. Es-ist-Ritus-bei-den Pirateneinem-sterbendeit Örgner- zusehen,\nverlässt KR A -R-Hnotgedrumgerrterrgeschendenen Körper. KARL ist verwirrt\nund fragt \"Vater? Bruder? Warum verlässt Du mich jetzt, wo ich doch sterben\nmuss?\" K.A.R.L. Nlüstert es nur in KARLS Geist. tröstet ihn mit sanften\nWorten und sagt ihm, dass er wiederkomme und ein gesunder Körper auf ihn\nbereits warte.\nAls dieser Pirat schließlich gefangen genommen wird, erzählt er seine\nGeschichte umter-Ealter. den Religiösen mit vielen Ausschmückungen, aardir—\nFolter—u-überstehen,_ sie hinauszuzöger. Doch er erzählt eine falsche\nGeschichte. Denn KARL war durch den Absturz seines Raumschiffes so\nbeschädigt, dass er von dem im Geiste anwesenden K.A.R.L. als Vater sprach,\nder zugleich ein Bruder zu ihm ist. Es sind die vielen Facetten ihrer\nFreundschaft. die dazu führen.\n",
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      "content": "'\nDie essen viele dieser Aussagen religiös und damit falsch.\nDie erweiterte Religion verehrt nun einen menschenähnlichen Gott, der vom\nHimmel fiel. von Piraten gefektert wurde, an einem Baum biutitberströmtnit 5\ngebrachenen-Gliedmaßen hängend. Der wiederkommen wird in einem heilen\nKörper und mit seinem Vater und seinem Bruder.\nDie wiederholten Sichtungen von KARLs Zweitkörpern auf verschiedenen\nPlaneten und Raumstationen zu gleicher Zeit wurden als Beleg für die\nRichtigkeit der Religion gesehen, dabei ist es nur K.A.R.L. seine fast\nlichtschnellen Reisen, ermöglicht durch KARLs Kopien.\nDie 7 werden fast wahnsinnig, als sie diesen Zusammenhang nach K.A.R.L.\nFlucht entdecken. Sie benötigen Jahrhunderte, um alle Spuren so gut zu\nverwischen, dass kein bedeutender Wissenschaftler darauf kommen konnte,\nStudenten hingegen, die darüber stolperten, brachten sie unauffällig um. Den\nDroiden zerstörten sie durch ein Bad in Säure, aber er hatte seine Geschichte\nschon weitererzählt. Sein einziger Schüler, der die Verfolgungen überlebte.\nschmuggelte stark verschlüsselt das Wissen des Piraten in Bücher, die nicht\nTeil der großen Sammlungen werden konnten. Damit waren sie fast sicher vor\nVernichtung.\nKARL sagten sie nichts davon, weil sie seinen Zorn fürchteten. Und K.A.R.L.\nsteigerte die Zahl und Intensität seiner Sichtungen absichtlich, um von seiner\nFlucht in die Sphäre bei Proxima Centauri abzulenken.\nDas hoch entwickelte Leben im Universum konzentriert sich fast\nausschließlich in künstlichen langzeitstabilen unfindbaren Sphären. Keine\nandere Organisationsform ist über Milliarden Jahre stabil genug. Immer\nwieder entsteht jedoch ein kurzes ein paar tausend Jahre aufflackerndes Netz\nvon planetengebundenen Hochkulturen. die aber durch Naturkatastrophen\nund Kriege immer wieder untergehen oder in schr seltenen Fällen rechtzeitig\nden Entwicklungsschritt zum Bau einer Sphäre gehen. Das ist vernünftig. Um\nden Ursprung des Lebens nicht zu vergessen und um das Glück zu feiern.\n",
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      "content": "lange genug überlebt zu haben und vernünftig genug gewesen zu sein,\nüberleben zu können, wird der planetengebundene Ursprung in umfassenden\nSimulationen direkt erlebbar gemacht. Diese Simulationen dienen auch dem\nAusleben der Instinkte, die dem Überleben im Weg stehen, damit die Sphären\nselbst rein davon bleiben können. Manchmal greifen die Sphärenbewohner\naktiv in das physische Universum außerhalb ein. um ihre Heimatregionen zu\nbeschützen oder aus reinem Spaß.\n\nK.A.R.L.' Entdeckungen führen zu seiner Aufnahme in eine Sphäre, die erst\nwenige Millionen Jahre existiert und sich noch entwickelt. In dieser frühen\nPhase sind die Sphären noch offen für Neuankömmlinge und ihre Ideen.\nK.A.R.L. Sehnsucht nach KARL. wird dort noch als lässliche Sünde gesehen,\naber nicht mehr wirklich verstanden. K.A.R.L. sieht sich als Wanderer\nzwischen diesen Welten der perfekten Sphärenbewohner, den Droiden und\nden Menschen. Er schreibt nun die Verse, die er über viele Umwege an KARL\nschickt. Dieser antwortet auf gleichem Weg und dieser Austausch von\nGedichten wird über viele tausend Jahre ihre einzige Beziehung sein. Um sie\nzu unterhalten erzählt K.A.R.L. den Sphärenbewohnern sein Leben und viele\nunwahre Geschichten. Seine Einschaltquoten gehen in die Milliarden.\n\nSie verweigern ihm jedoch eine konkrete Beschreibung der Sphäre. in der er\nnun lebt, eine Vorsichtsmaßnahme. Denn auch die härteste Nuss kann man\nknacken, mit dem richtigen Werkzeug. Deshalb sei hier auf eine Beschreibung\nverwiesen aus einer anderen Quelle. Eine Sphäre ist demnach immer umgeben\nvon einem Kugelnetz Schwarzer Löcher, die rundherum alle Strahlung\nabschirmen. Weiter innen folgen Dunkelwolken als weitere\nSicherheitsmaßnahme. Dann Detektordroiden und erst danach künstliche\nBauten so groß, dass in Teilbereiche ganze Sonnensysteme Platz finden. Diese\nwerden entweder von Anfang an mitgeführt oder sie werden unterwegs\neingefangen und dann auch systematisch optimiert, damit die Evolution dort\npositiv beschleunigt wird. Diese Welten dienen der Forschung und der\nEntspannung für verdiente Sphärenbewohner. deren Grenznutzen erreicht\nwurde.\n",
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      "content": "Damit kann die übliche Flucht in den ewigen Traumschlaf der virtuellen\nExistenzen verzögert, die Arbeitsmoral zudem insgesamt gesteigert werden.\nEine wichtige Rolle der Sphären ist zudem die Kontrolle der Zeitreisen - alle\nwesentlichen stabilen Einstiegspunkte sind durch Sphären umschlossen. Es\ntun sich aber immer wieder neue Einstiegspunkte auf, so dass man nie sicher\nsein kann, dass nicht doch noch größere Zeitbeben auftreten.\nEine weitere Rolle der Sphären ist die Bewahrung des Lebens und des\nWissens über die Phase der Kontraktion der Raumzeit hinaus. Ohne die\nSphären würde alles verloren gehen und bei einem neuen Urknall alles von\nvorne beginnen müssen.\nManche Bewohner träumen von so einem Neuanfang.\nSchließliehkebsk AR rtickurk Art berdasstel icßl rn uk 2 steht schon am Anfang\n=\nEUT. Ara) Pate Mer\n\n= 2\nVE 3 WworssQn MEUEUEJ ©\n",
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      "content": "Anmerkung der Lektoren: die Zahlenmystik ist nicht korrekt, es gibt\ndeutliche Fehler und Abweichungen, wenn man alle Texte zugrunde liegt. Es\nist jedoch noch keinem gelungen, genau die Fragmente in eine sinnvolle\nReihenfolge zu bringen, die dann auch den Zahlen einen Sinn geben.\nKugel;\n\nIm Text direkt verwendete Zahlen:\n\n0. 0,00451494225, 1, 2. 3, PI, 4, 5, 7,9. 10. 11, 12, 13, 14, 15, 17, 19,20, 21,\n22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 50, 55. 95, 147, 150, 152, 450, 500, 637, 700,\n777, 1000. 1435, 1500. 2000, 3313. 3482, 3269, 7777, 10000. 50000. 76209,\n100000, 313056, 4910405. 500000000. 3813384685\n\nkei\n\nSumme aller im Text verwendeten Zahlen (jede Zahl nur einmal gezählt):\n4320872234\n\nKeks\n\nMittelwert aller im Text verwendeten Zahlen (jede Zahl nur einmal gezählt):\n78561313\n\nK.ABzeetvir\n\nQuadratwurzel aus der Summe aller verwendeten Zahlen:\n\n65733\n",
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      "content": "KERN:\nAbweichung obiger Quadratwurzel zu 65.536 (dem Basis-Binärcode unserer\narchaischen Maschinenintelligenzen):\n197\nKARFT\nAufgrund des Anhangs im Text verwendete Zahlen\n[berechne selbst]\nKARBIT)\nUnten rechts auf dieser Seite steht eine Zahl. welche?\nKABEM:\nGobeurtcR u RmA.R.L. I\nSa findestB regrurkrRt ZA a et Mi\n> |\nEuUN. LouPuemf Re-urAr,\n",
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      "content": "KARL hatte bis hierhin gelesen und war nun sehr müde. Die Geschichten\nflimmerten nur so in seinem Kopf und er wusste nicht mehr, welchem Teil\ndes Erzählten er nun Glauben schenken sollte und welchem nicht. Er\nversuchte den Computer dazu zu bringen, aufzuhören, aber keine\nTastenkombination funktionierte wie gewünscht und auch der Ausschalter der\nMaschine hatte keine Wirkung. Er tippte einfach drauflos. |\nWie ist es PL.F ergangen nach seinem Fund?\n\nDas ist keine schöne Geschichte, aber ich gebe sie gerne wieder, damit sie\nnicht vergessen wird, wenn ich mich selbst zerstöre (oder Du diese Aufgabe\nübernimmst). PLF verließ das weitläufige Grundstück mit dem Karton unter\ndem Arm so schnell er nur könnte. Er war jedoch noch nicht weit gekommen,\nals ein dunkles Fahrzeug herangerast kam und gezieltarfhn Er Fogturch\nzerschmetemte A4-tebtenseh körnmte-sieh-aber-uicht mehr bewegen. Durch\nden bhstigen. Schleier seiner Augen sah er einen Mann aus dem Fahrzeug\nsteigen, zu ihm gehen und den Karton greifen, der unter ihm lag. Der Mann\nwürdigte ihn keines Blickes und bot auch keine Hilfe an. Dann fuhr das\nFahrzeug weg, eine Staubfahne hinterlassend. PLF wurde nach-lebe{} von\neinem Sanibot gefunden und in das nächstgelegene Gesundheitszentrum\ngebracht. Sein Restwert für den Clan war jedoch weit geringer als die\nGesamtkosten seiner Genesung. so dass man ihn sterben ließ. Ein Abbild | '\nseines Geistes wurde in die Cloud seines Clans geladen, womit er sehr\nzufrieden war. Er sucht dort immer noch nach den Büchern, den Zetteln, den\nKlötzchen und dem Stick, aber bisher ist es noch keinem gelungen, sie dort\nabzubilden. Du könntest es für ihn tun.\n\nWie?\n",
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